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Trotz des Triple-Gewinns des FC Bayerns wird Jürgen Klopp vor Hansi Flick erneut als FIFA-Welttrainer des Jahres ausgezeichnet. Der Coach des FC Liverpool ist überwältigt.

Jürgen Klopp hat seinen Triumph als FIFA-Welttrainer des Jahres wiederholt und sich überraschend vor Bayerns Triple-Coach Hansi Flick durchgesetzt. Der 53-Jährige vom FC Liverpool hatte die Reds in der vergangenen Saison zur ersten englischen Meisterschaft seit 30 Jahren geführt. Die Kür erfolgte am Donnerstagabend bei einer digitalen Gala.

Klopp: "Absolut außergewöhnlich"

Klopp, Flick und Marcelo Bielsa von Leeds United als dritter nominierter Coach waren per Video zugeschaltet. "Wir haben nicht 30 Jahre lang geträumt, aber schon für ein paar. Dass es im Sommer geklappt hat, war absolut außergewöhnlich. Wir alle hatten ein sehr spezielles Jahr - unglücklicherweise nicht in einer positiven Art und Weise", sagte der frühere Trainer des 1. FSV Mainz 05 und von Borussia Dortmund auch angesichts der Coronakrise.

Klopp war 2015 vom BVB in die Premier League zu Liverpool gewechselt, er wird längst von den Reds-Anhängern verehrt und genießt Kultstatus. Der lang ersehnte Triumph in der Meisterschaft "bedeutet die Welt für mich", hatte Klopp im Sommer gesagt. "Ich könnte nicht stolzer sein."

Klopp setzt sich gegen Favorit Flick durch

Dennoch war Klopp, der in Stuttgart geboren wurde und in Glatten im Nordschwarzwald aufwuchs, nicht der Favorit der am 9. Dezember abgeschlossenen Wahl gewesen. Der aus Bammental bei Heidelberg stammende Hansi Flick hatte mit den Bayern im Jahr 2020 das Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal-Sieg und Champions-League-Gewinn sowie im Anschluss den deutschen und den europäischen Supercup gewonnen. Abstimmungsberechtigt waren Millionen Fans weltweit, die Trainer und Kapitäne der Nationalmannschaften der FIFA-Mitglieder sowie ausgewählte Journalisten.

Klopps Bilanz ist in Liverpool beeindruckend. Vor seiner Ankunft in der englischen Arbeiterstadt war der Club im Mittelmaß versunken. Klopp hielt sein Versprechen an die Fans. "Vor fünf Jahren habe ich Sie gebeten, von Zweiflern zu Glaubenden zu werden, und Sie haben es getan", äußerte er kurz vor der Meisterfeier. Wegen seiner Erfolge und seiner Popularität wird Klopp immer wieder als möglicher Nachfolger für Bundestrainer Joachim Löw gehandelt, zuletzt als dieser nach der 0:6-Pleite in Spanien stark in der Kritik stand. "In Zukunft vielleicht", sagte Klopp dazu. "Jetzt? Nein. Ich hab keine Zeit, ich habe einen Job - einen ziemlich intensiven Job übrigens." Sein Vertrag in Liverpool läuft noch bis 2024.

Sarina Wiegman gewinnt bei den Frauen

Seit 2010 kürt die FIFA neben dem Weltfußballer auch den Welttrainer des Jahres. Dabei konnten sich vor Klopp im Vorjahr bereits Jupp Heynckes (2013) und Löw (2014) durchsetzen. Als beste Trainerin wurde die Niederländerin Sarina Wiegman ausgezeichnet, die zuletzt das Nationalteam der Fußballerinnen ihres Landes coachte und inzwischen für England tätig ist. Seit der Niederlage im WM-Finale 2019 gegen die USA waren die Niederlande mit ihr ungeschlagen.

Lewandowski erstmals Weltfußballer, Neuer bester Torhüter

Am Donnerstagabend wurden noch weitere Titel von der FIFA vergeben. Robert Lewandowski vom FC Bayern München wurde zum ersten Mal zum "FIFA Weltfußballer des Jahres" gekürt und stach damit die Dauergewinner Lionel Messi (FC Barcelona) und Cristiano Ronaldo (Juventus Turin) aus.

Ein weiterer Titel ging ebenfalls an den FC Bayern: Manuel Neuer gewann die Wahl zum "Welttorhüter des Jahres". Bei den Frauen wurde Sarah Bouhaddi (Olympique Lyon) zur besten Torhüterin gewählt, den Titel der "Weltfußballerin des Jahres" erhielt die Engländerin Lucy Bronze (Manchester City).

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