Jürgen Klopp (Foto: IMAGO, Imago Images / Martin Hoffmann)

Weltkarriere startete in Mainz

Am Rosenmontag hat alles begonnen: Jürgen Klopp vor 1000. Spiel als Trainer

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Am Rosenmontag 2001 wurde Jürgen Klopp bei Mainz 05 überraschend vom Spieler zum Cheftrainer befördert. Am Samstag sitzt der Coach des FC Liverpool nun zum 1000. Mal auf der Trainerbank.

Über 20 Jahre ist es nun her, dass FSV-Manager Christian Heidel den langjährigen Mainz-Profi Klopp fast über Nacht zum Cheftrainer machte. Aus "purer Verzweiflung", wie Heidel selbst sagte, machte er den Chef auf dem Platz auch zum Verantwortlichen an der Seitenlinie.

Das erste Pflichtspiel als Trainer bestritt Klopp gegen den MSV Duisburg, dass die Rheinhessen dank eines Treffers von Christoph Babatz mit 1:0 gewannen. Der Rest ist Geschichte: Klopp eilte mit den 05ern von Erfolg zu Erfolg und stieg 2004 in der Mainzer Vereinsgeschichte in die Bundesliga auf, bevor es ihn im Jahr 2008 dann zu Borussia Dortmund zog und er endgültig eine Weltkarriere startete.

Jürgen Klopp vom FC Liverpool liebt seinen Job

Sein 1000. Spiel als Trainer absolviert Klopp jetzt für den FC Liverpool. Im Krisengipfel trifft Liverpool auf den FC Chelsea. 1000 Spiele als Fußball-Trainer - "das ist eine verrückte Zahl", sagte der Teammanager der Reds vor seinem besonderen Jubiläum von sich selbst beeindruckt. Er fühle sich nicht weniger als "blessed", also "gesegnet". Die jüngste Krisenstimmung war vor dem Duell mit FC Chelsea in der Premier-League am Samstag (13:30 Uhr) wie weggeblasen. "Es ist der beste Job der Welt, ich liebe ihn und bin froh, dass ich ihn ausüben darf", schwärmte der gebürtige Schwarzwälder selig, "weil ich nichts anderes kann. Es ist keine Sekunde langweilig."

Turbulente Zeiten in England für Klopp

Kein Wunder: Klopp geht mit Liverpool durch eine turbulente Phase, hinkt als Neunter weit hinter den Ansprüchen her. Sein 998. Spiel auf der Trainerbank, das 0:3 in Brighton, sei sogar "das schlechteste meiner Karriere" gewesen. Und die ist ziemlich lang: Seit seinem Trainer-Debüt für die 05er kennt Klopp eigentlich fast nur Erfolg. Dabei wäre seine "vielversprechende" Karriere fast "vorbei gewesen, bevor sie richtig angefangen hatte", wie er sich am Freitag mit einem Schmunzeln erinnerte. Eine Pleite mehr - und Klopp wäre seinerzeit mit Mainz in die damals drittklassige Regionalliga abgestiegen.

Später führte er die 05er (insgesamt 270 Spiele) zum ersten Bundesliga-Aufstieg, Borussia Dortmund (319) zweimal zur Meisterschaft und zum DFB-Pokalsieg und Liverpool (410) zu Triumphen in Champions- und Premiere League.

Klopp fragt sich, woher der graue Bart kommt

Gefeuert wurde Klopp nie, auch in Liverpool wackelt sein Stuhl nicht ernsthaft. Die Krise aber hat Spuren hinterlassen. Sein Bart sei "grau, das war er nicht, als ich hier herkam - ich weiß nicht, ob es wegen meines Alters oder wegen Liverpool so ist", sagte Klopp und lachte. Dass er wiederholt nach einem möglichen Rücktritt befragt wurde, den er ausschließt, spricht Bände.

Hauptsache, es ergeht Klopp nicht so wie Arsene Wenger. Auch der Franzose traf in seinem 1000. Spiel als Arsenal-Teammanager auf Chelsea. Das Ergebnis: 0:6. Was Klopp seinem jüngeren Trainer-Ich raten würde? "Mach dir keine Sorgen", antwortete er, "wird schon schief gehen." Und wenn "du denkst, du hast das Spiel verstanden: Vergiss es! Dann belehrt es dich eines Besseren."

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