KSC-Fan beschwert sich und gestikuliert (Foto: imago images, IMAGO / Sportfoto Rudel)

Fußball I 2. Bundesliga

Zwischen "Endlich" und "Nie wieder KSC": Fan-Reaktionen zu 2G beim KSC

STAND
AUTOR/IN

Der Karlsruher SC setzt im Stadion auf 2G. Während sich die einen über die Aufhebung der Maskenpflicht freuen, ist bei den anderen der Frust groß.

Bisher konnten 12.500 geimpfte, genesene oder getestete Fans ein KSC-Spiel im Wildparkstadion besuchen. Nun stellt der Verein auf 2G um. Dadurch fallen künftig Maskenpflicht und Abstandsgebote weg. Die Personalisierung der Tickets wird aufgehoben, das Kontingent an günstigen Stehplatztickets erhöht und das Stadion darf mit bis zu 20.000 Fans voll besetzt werden.

Letzteres kann dem KSC sportlichen, aber auch wirtschaftlichen Aufschwung geben. Wie der Verein auf der Mitgliederversammlung am Dienstag mitteilte, riss Corona ein Loch von über fünf Millionen Euro in die KSC-Kasse. Mehr verkaufte Tickets können dieses Loch verkleinern.

Hitzige Debatte auf Social Media

"Auf Basis der aktuellen Verordnung in Baden-Württemberg ist 2G für die nächsten Spiele die beste Lösung für den KSC", sagte Geschäftsführer Michael Becker gegenüber dem SWR. Diese Entscheidung kritisierten einige Fans auf Social Media. Ein Nutzer schrieb dazu auf Facebook: "Mit Tests könnte man gemeinsam leben und das vollends aussitzen." Ein anderer User meinte: "Ich empfinde 2G als Diskriminierung. […] Ich habe allerdings für die Vereine vollstes Verständnis, die 2G wählen. Es geht ja nicht gerade um wenig Geld. Da geht es auch um die Existenz." Andere Fans zeigten weniger Verständnis: "Ich habe die Mitgliedschaft und meine Dauerkarte gekündigt", meinte ein User. "Für mich heißt das: Nie wieder KSC", schrieb ein anderer.

"Ein Stadionbesuch ist kein Grundrecht, sondern ein Privileg", entgegnete ein User den kritischen Stimmen. Er schrieb, dass "bei Sportveranstaltungen schon immer Teile der Bevölkerung ausgeschlossen wurden. Seien es Menschen ohne Geld, Menschen mit Stadionverbot, oder Menschen, die kein Ticket bekommen haben." Ein anderer User schrieb: "Wer nicht bereit ist, sich und seine Mitmenschen zu schützen, der bleibt eben zu Hause. Ganz einfach."

Forderung nach einheitlichen Regeln

"Am Ende des Tages sind wir auch mit der getroffenen Lösung nicht ganz zufrieden", sagte KSC-Geschäftsführer Michael Becker. Eine 3G-Plus-Regelung wie in Bayern, bei der PCR-Getestete zugelassen sind, hätte der Verein bevorzugt. Das Modell ist jedoch in Baden-Württemberg nicht zulässig.

Diese bundesweit unterschiedlichen Regelungen erschwerten die Akzeptanz, meint der Vorsitzende des Fan-Dachverbands "Supporters Karlsruhe" Marco Fuchs: "Unabhängig von 2G, 3G oder 3G-Plus wäre eine Einheitlichkeit wichtig. Viele Fans fragen sich, warum ich dort das eine machen kann und hier nicht. Diesen Flickenteppich muss die Politik beseitigen, statt die Verantwortung auf die Vereine zu schieben." Denn diese müssen in Baden-Württemberg selbst entscheiden, ob sie 3G mit Beschränkungen und Maßnahmen oder 2G ohne Beschränkungen umsetzen.

Fan-Wünsche berücksichtigt

Die Umsetzung der 2G-Regeln bewertet Fuchs positiv, denn der KSC berücksichtigt dabei zwei zentrale Anliegen der Fans. "Uns war wichtig, dass die Personalisierung der Tickets wieder enden muss", sagte der Vorstand der "Supporters Karlsruhe". "Auch der Wegfall der Maskenpflicht ist positiv, da es zum einen viele gestört hat und zum anderen das Problem der zuletzt zahlreichen Verstöße aus der Welt schafft."

Zum Thema Impfen hat Fuchs eine klare Meinung: "Ich bin davon überzeugt, dass es zu meiner gesellschaftlichen Verantwortung zählt, mich impfen zu lassen. Andererseits müssen wir als Fan-Dachverband auch wahrnehmen, dass Menschen durch 2G vom Stadionbesuch ausgegrenzt werden." Die 2G-Debatte unter den KSC-Fans verfolgt er deshalb mit Sorge: "Das Virus hat die Gesellschaft gespalten. Und gerade laufen wir Gefahr, viele Menschen zu verlieren. Dabei sollte Fußball verbinden."

STAND
AUTOR/IN