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Positiv - negativ - positiv: Bei einem Spieler des Karlsruher SC gab es in den vergangenen Tagen ein Test-Chaos. David Beck aus der SWR-Wissenschaftsredaktion erklärt, wie es zu solchen Fehlern kommen kann.

Der KSC-Spieler ist drei Mal mit einem sogenannten PCR-Test getestet worden mit dem Ergebnis, dass er am Montag positiv war. Der zweite Corona-Test am Dienstag war negativ, am Mittwoch gab es dann doch wieder ein positives Ergebnis. Um das zu verstehen, muss man das Prinzip eines solchen Tests kennen. Am Ende eines PCR-Laufs steht zunächst der sogenannte Ct-Wert, also kein eindeutig “positives” oder “negatives” Ergebnis.

Ergebnis muss interpretiert werden

Der Ct-Wert gibt in erster Linie an, wie viele PCR-Zyklen nötig waren, um zu einem positiven Ergebnis zu kommen. Das Ergebnis muss also interpretiert werden. Ein niedriger Ct-Wert zeigt an, dass besonders viel Viruspartikel in der Probe waren, die Viruskonzentration im Patienten relativ hoch ist und eindeutig eine Infektion vorliegt. Ein sehr hoher Ct-Wert bedeutet wahrscheinlich, dass keine Viren in der Probe waren. Aber irgendwo dazwischen gibt es immer einen Graubereich, der keine eindeutige Zuordnung “positiv” oder “negativ” zulässt. In so einem Fall sollte der Test wiederholt werden.

Test-Wiederholung nötig

Das war wahrscheinlich auch beim ersten Test des betroffenen KSC-Spielers der Fall, weswegen der Test wiederholt wurde. Der zweite Test schien dann eindeutig negativ zu sein. Das könnte aber auch bedeuten, dass die Probe falsch genommen wurde oder einfach nur zufällig keine Viren in der Probe waren. Auch das ist nicht unbedingt verwunderlich, denn auch wenn die Informationen, die es zu dem Fall gibt, verständlicherweise spärlich sind, scheint es so, als hätte der betroffene Spieler keine oder keine eindeutigen Symptome. In so einem Fall ist es wahrscheinlich, dass die Viruslast sehr gering ist und ein PCR-Test eindeutig negativ sein kann.

Aller guten Dinge sind drei

Zur Sicherheit wurde der Test ein drittes Mal wiederholt. Nun gab es ein eindeutig positives Ergebnis und das übertrumpft letztendlich die ersten beiden Ergebnisse. Denn dass eine Person infiziert ist, aber die Probenentnahme aus welchem Grund auch immer schief läuft, ist wahrscheinlich. Dass jemand aber nicht infiziert ist, und eine PCR ein positives Ergebnis zeigt, ist nur bei grober Fahrlässigkeit möglich, zum Beispiel durch Vertauschen oder Verunreinigen der Proben. Und gerade in so einem speziellen Fall – die ersten beiden Tests waren nicht ganz eindeutig – wurde sehr wahrscheinlich besonders darauf geachtet, dass beim Dritten nichts schief läuft.

Quarantäne-Trainingslager für alle?

Der Spieler ist auf jeden Fall seit Montag in Quarantäne, weshalb auch sicher ist, dass der KSC am Samstag um 13 Uhr gegen Osnabrück spielt. Was danach passieren wird, ist noch unklar. Es könnte aber sein, dass der KSC wie auch alle anderen Erst- und Zweitligaclubs vom 14. bis 26. April in ein von der DFL angeordnetes Quarantäne-Trainingslager muss. Damit rechnet zumindest Karlsruhes Sportgeschäftsführer Oliver Kreuzer laut den Badischen Neuesten Nachrichten (BNN). Wohin es dann für das Team geht, hat Kreuzer auch in den BNN verraten: in die Sportschule Schöneck.

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