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Fans des Karlsruher SC haben keine guten Erinnerungen an den Hamburger SV. Im Montagsspiel der 2. Bundesliga will der KSC möglichst zwei schmerzhafte Niederlagen vergessen machen.

Der Gedanke an den kommenden Gegner ruft bei Christian Eichner wahrlich nicht nur positive Gefühle hervor. "Wir freuen uns", sagte der Trainer des Karlsruher SC einen Tag vor dem Duell mit dem Hamburger SV zwar. Er sprach auch von einem "tollen Gegner und einer tollen Herausforderung". Er habe aber eben noch die 0:7-Niederlage des KSC in Hamburg am letzten Spieltag der Bundesliga-Saison 2007/2008, bei der er selbst mit auf dem Platz stand, im Kopf - und "den Sportschau-Reporter auch zwölf Jahre später noch im Ohr". Es war eine schmerzhafte Pleite, die die Badener gegen den HSV damals kassierten.

Relegation zum Vergessen

Noch schmerzhafter war aber die, die im Bundesliga-Relegationsrückspiel im Juni 2015 folgte. Ein Freistoßtor von Marcelo Diaz in der allerletzten Sekunde rettete die Hamburger zu jener Zeit in die Verlängerung. In dieser hielt Nicolai Müller die Hanseaten mit seinem Tor zum 2:1 dann letztlich noch in der Bundesliga - und stürzte den Fast-Aufsteiger KSC ins Tal der Tränen. "Das war ein tiefer Schlag und ein Einschnitt in meiner Karriere", sagte Karlsruhes Verteidiger Daniel Gordon, der damals schon dabei war, noch lange später.

Statt zurück in die erste ging es für den KSC in Folge des Relegations-Dramas zwei Jahre später sogar runter in die dritte Liga. Etliche Leistungsträger wie Rouwen Hennings, Philipp Max oder Reinhold Yabo hatten den Club in der Zwischenzeit verlassen. Doch auch abseits des Rasens ist die Beziehung zwischen dem KSC und dem HSV längst eine spezielle.

Kreuzers Reise

Sportdirektor Oliver Kreuzer beispielsweise verließ die Badener im Sommer 2013 unter großem Aufsehen und mit reichlich Nebengeräuschen Richtung Hamburg, ehe er nach einem Zwischenstopp bei 1860 München im Dezember 2016 in den Wildpark zurückkehrte. Jens Todt, der Kreuzers Nachfolge in Karlsruhe angetreten hatte, wechselte später ebenfalls zum HSV. Und vor ihm schon das einstige Karlsruher Top-Talent Hakan Calhanoglu.

Auch Eichners guter Freund und Trauzeuge, der frühere KSC-Profi Michael Mutzel, arbeitet mittlerweile in der sportlichen Führung des HSV. Gegen den strebt der KSC nach dem Auf und Ab der vergangenen Wochen, in denen es erst vier Siege und dann zwei Niederlagen in Folge gab, nun einen erfolgreichen Jahresabschluss an. "Die Liga hat gezeigt, dass der KSC den HSV schlagen kann", sagte Eichner. "Dazu muss aber sehr viel passen." Vor allem die Defensivleistung seiner Mannschaft. An die, die sie beim 1:4 bei Erzgebirge Aue am vergangenen Donnerstag zeigte, denkt der 38 Jahre alte Coach nämlich auch nicht gern zurück.

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