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Auch unter dem neuen Cheftrainer Christian Eichner kann der Karlsruher SC den Abwärtstrend bislang nicht stoppen. Wird es ein kurzes Intermezzo? 

Die 67. Minute des Spiels gegen den Hamburger SV war sinnbildlich für die bisherige Saison des Karlsruher SC: Mittelfeldspieler Marc Lorenz will eine eigentlich harmlose Flanke links vom eigenen Kasten klären, trifft den Ball jedoch nicht richtig und schießt eine Bogenlampe direkt auf den Kopf von Hamburgs Lukas Hinterseer, der den Ball nur noch einnicken muss. Karlsruhe, das bis dahin eigentlich gut dagegen gehalten hatte, geriet in Rückstand und stand nach 90 Minuten wieder ohne Zählbares da. Wie so oft in dieser Saison. 

"Die Jungs brauchen ein Erfolgserlebnis"

Nach dem bitteren Pokal-Aus drei Tage zuvor beim Regionalligisten aus Saarbrücken war das bereits die zweite Niederlage im zweiten Spiel des neuen Cheftrainers Christian Eichner. Der 37-Jährige zeigte sich mit der Vorstellung seiner Mannschaft in Hamburg jedoch insgesamt zufrieden: „"Ich denke, dass man gestern gesehen hat, dass das in die richtige Richtung gehen könnte. Allerdings brauchen die Jungs momentan einfach ein Erfolgserlebnis." Auch die Spieler glauben an ihren neuen Trainer. "Er brennt, das merkt man in jeder Ansprache", sagt Marc Lorenz. "Er will uns helfen und das ist im Moment sehr gut."

Doch Eichner weiß auch, dass gerade für den Trainer nur Punkte zählen. Besonders im Abstiegskampf. Die letzten fünf Spiele hat der KSC allesamt verloren und ist damit das formschwächste Team der Liga. Zudem ist noch nicht sicher, ob Eichner nur interimsweise Trainer der Karlsruher bleiben soll. "Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich das auch längerfristig machen darf", sagt Eichner. Argumente dafür konnte er bislang noch nicht sammeln. Allerdings hatte er auch noch nicht viel Zeit, um mit der Mannschaft zu trainieren. Zumindest nicht als Cheftrainer. 

Eichner spürt das Vertrauen der Klubbosse 

Als Co-Trainer seines Vorgängers Alois Schwartz kennt Eichner die Mannschaft nämlich schon länger. Und seine Reaktion nach dessen Entlassung dürfte seinem ehemaligen Chef nicht gefallen haben. Er freue sich wie ein kleines Kind, sagte Eichner, kurz nachdem der KSC Schwartz auf ziemlich unrühmliche Art und Weise vor die Tür gesetzt hatte. Mindestens eine unglückliche Formulierung und definitiv kein Loyalitätsbekenntnis gegenüber Schwartz. Für Eichner selbst könnte es nach einer weiteren Niederlage am Sonntag gegen Osnabrück ebenfalls schneller vorbei sein, als es ihm lieb ist. Er glaubt jedoch daran, das Ruder rumreißen zu können: "Die Jungs haben Charakter, Leidenschaft und Laufbereitschaft. Wir müssen einfach versuchen das so zu bündeln, dass es produktiv auf dem Platz ist."

Denn auch wenn Eichner von sich behauptet, das Vertrauen der Klubbosse zu spüren, weiß er auch: In Karlsruhe hat das nicht zwangsweise etwas zu bedeuten. 

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