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Es läuft schlecht bisher für Zweitligist Karlsruher SC in dieser Saison. Nach 22 Spielen liegt der KSC auf dem 16. Platz. KSC-Legende Edgar Schmitt schätzt die Lage beim Traditionsclub kritisch ein.

Edgar Schmitt machte sich 1993 mit seinen vier Toren im UEFA-Pokal-Spiel gegen Valencia für die KSC-Anhänger unsterblich. Von den Fans bekam er daher den Namen "Euro-Eddy". Sportlich ist der KSC aktuell weit entfernt von den erfolgreichen Zeiten vergangener Tage. Nur ein Punkt aus den letzten sieben Spielen. Auch der Trainerwechsel von Alois Schwartz auf Christian Eichner brachte noch nicht die erhoffte Wende.

Schmitt sieht das Problem aber nicht nur auf der Trainerposition: "Man hat Alois Schwartz allein gelassen. Ich hätte mir mehr Gemeinschaft gewünscht. Die Kultur des Miteinanders hat gefehlt." Aber nach der Niederlagen-Serie "stand der Verein unter Druck und musste etwas machen", so der KSC-Kenner.

"Kader des KSC ist zu alt."

Auch sei der Kader der Karlsruher nicht gut genug für die 2. Liga: "Die Mannschaft ist zu alt und zu langsam. Sie hat zu wenig Power für diese Liga." Das Grundproblem sieht er aber in der Struktur des Vereins: "Der KSC hat es versäumt, in den letzten Jahren sportlich ein klares Konzept aufzustellen. Bis heute hat sich der KSC sich nie Gedanken über seine DNA gemacht. Wer sind wir? Wie können wir unseren Verein aufstellen? Wie können wir die Jugend in die Mannschaft integrieren?“.

Kreuzer ist enttäuscht von Edgar Schmitt

Oliver Kreuzer, Sportdirektor des KSC, verurteilt die öffentliche Kritik des ehemaligen KSC-Stürmers in "Steil! Der SWR Sport Fußball-Podcast."

Hat der KSC ein Strukturproblem?

Vor allem im Präsidium fehlt dem 56-jährigen Schmitt die nötige Fachkompetenz: "Normalerweise hat ein gut geführter Verein unglaubliche sportliche und wirtschaftliche Kompetenz. Wenn man die DNA des Vereins kennt, weiß man, welche Trainer man braucht, welche Spielphilosophie dazu passt, welche Spieler wir dazu rekrutieren und wie wir ausbilden."

Gerade im Bereich der Jugendarbeit müsse sich der Karlsruher SC deutlich verbessern: "Es wird einfach nur gekauft. Die jungen Spieler kommen in das Team und können sich nicht entfalten. Hier fehlt mir eine klare Philosophie – abgestimmt auf die Region. Der KSC war immer ein Ausbildungsverein. Gerade in der heutigen Zeit muss der KSC ein Ausbildungsverein sein, um damit Gelder zu generieren. Anders kann man im modernen Fußball kaum überleben."

Schmitt's Weggefährte Rainer Schütterle

Rainer Schütterle stand zusammen mit Edgar Schmitt auf dem Spielfeld, beide sind bis heute eng befreundet. Die Kritik an den Äußerungen seines ehemaligen Mitspielers, Edgar Schmitt, kann er nicht richtig nachvollziehen.

"Der KSC ruht sich auf der Tradition aus"

Für Interims-Coach Christian Eichner wird es sehr schwer, die 2. Liga zu halten, meint Schmitt: "Ich würde es Christian wünschen, den Klassenerhalt zu schaffen. Wenn man aber die gesamte Stimmung der Mannschaft beobachtet, muss man sich wirklich Sorgen machen. Es könnte am Ende ganz eng werden. Der KSC ruht sich auf der Tradition aus. Wenn Tradition nicht arbeitet oder sich nicht innovativ den neuen Gegebenheiten des modernen Fußballs anpasst, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der KSC wieder runter geht."

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