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Sieben Jahre spielte Daniel Gordon für den Karlsruher SC. Jetzt aber ist der Abwehrspieler arbeitslos. Sein Vertrag im Wildpark wurde vorerst nicht verlängert.

Der Mann ist einfach nicht zu übersehen. Groß und kräftig. Genau das, was man im Fußball gemeinhin eine "Kante" nennt. Daniel Gordon hat in sieben Jahren beim Karlsruher SC tiefe Spuren hinterlassen. Als grundsolider Abwehrmann, als Führungsspieler im Wildpark. Immerhin 33 Mal stand Gordon noch in der vergangenen Saison in der 2. Bundesliga für den KSC auf dem Rasen, schoss drei Tore, schaffte am Ende mit dem Team auch den Klassenerhalt. Gordon, ein echter Stammspieler also.

Arbeitsamt statt Abwehrzentrum

Aber nur bis zu diesem Sommer. Denn nach dem Ende der vergangenen Saison ist Gordons Vertrag beim Zweitligisten ausgelaufen, und er ist bis heute nicht verlängert worden. Will sagen: Daniel Gordon ist in diesem Corona-Sommer arbeitslos. Eine schwierige Situation für einen 35-jährigen Fußball-Profi. Das heißt Arbeitsamt statt Abwehrzentrum.

Daniel Gordon spielte acht Jahre für den Karlsruher SC (Foto: Imago, Imago)
Daniel Gordon spielte acht Jahre für den Karlsruher SC Imago Imago

Viel unfreiwillige Zeit also für die Familie statt für den Fußball. Mit Laufen und Fitnesstraining hält sich der erfahrene Profi soweit es geht in Form. Das erste Pflichtspiel der Saison, das DFB-Pokal-Duell am Samstagabend (18:30 Uhr) gegen den Bundesligisten Union Berlin, findet ohne ihn statt. Und die neue Zweitliga-Saison? Auch ohne Gordon?

Daniel Gordons Hoffnung auf einen neuen Vertrag

Noch ist der Innenverteidiger gegenüber SWR Sport "guter Hoffnung, dass es mit dem Anschluss-Vertrag doch noch klappt". Entsprechende Zeichen gibt es von KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer, und auch Trainer Christian Eichner würde Gordon gerne weiter in seinem Team sehen. Als wichtiger Routinier, der gerade auch die jungen Spieler in die richtigen Bahnen lenkt. Aber das Thema zieht sich, Gordon braucht in diesen Tagen und Wochen viel Geduld.

Das Problem an der Geschichte: Der vor allem auch wegen Corona auf Kante genähte Spieler-Etat des Karlsruher SC hat die Weiterbeschäftigung von Daniel Gordon bislang (noch) nicht zugelassen. Zumal die Badener mit Robin Bormuth von Fortuna Düsseldorf bereits einen zusätzlichen, deutlich jüngeren zentralen Abwehrspieler verpflichtet haben. Und auch viele andere Profi-Clubs sind aktuell eher zurückhaltend auf dem Transfermarkt.

Familie Gordon will in Karlsruhe bleiben

Dazu kommt, dass Daniel Gordon am liebsten beim KSC verlängern würde, andere Angebote sind momentan eher zweitrangig. Denn über die Jahre hat sich Familie Gordon im Verein und in der Stadt Karlsruhe tief verwurzelt, hat viele Freunde gefunden, würde sehr gerne in der badischen Metropole bleiben und sesshaft werden.

"Gordis" kleiner Sohn Len wird in diesen Tagen eingeschult, ein Geschwisterchen ist unterwegs, Frau Lisa ist hochschwanger. Die eigentlich nach dem Karriere-Ende avisierte Rückkehr nach Dortmund, wo Daniel Gordon geboren wurde und aufgewachsen ist, das ist inzwischen längst kein Thema mehr.

Nach der Profi-Karriere Start in die Trainer-Laufbahn

Auch beruflich ist die Zukunftsplanung klar vor Augen: Daniel Gordon will Trainer werden, will die nötigen Scheine und Ausbildungen absolvieren, gerne irgendwann beim KSC als Jugend-Coach einsteigen. Da wäre der gewünschte Anschluss-Vertrag als Profi-Spieler eine perfekte Verbindung. Die Verhandlungen jedenfalls laufen weiter. Vielleicht tut sich noch etwas zwischen Gordon und dem KSC, vielleicht schon in den nächsten Tagen. Dann wäre der große und kräftige Abwehrmann auch kommende Saison im Wildpark nicht zu übersehen.

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