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Der Karlsruher SC hat sich von Trainer Alois Schwartz getrennt. Sportdirektor Oliver Kreuzer hat dabei keine gute Figur abgegeben, kommentiert SWR-Sportredakteur Jens Wolters.

So schlecht, wie der Karlsruher SC schon vor der Winterpause in der 2. Liga drauf war, konnte Sportdirektor Oliver Kreuzer eigentlich auch zum Neustart nicht unbedingt von Siegen in Dresden und gegen Kiel ausgehen. Trotzdem hielt er an Coach Alois Schwartz erst einmal fest. Vielmehr noch: Er setzte zum Treue-Schwur an. Ein Trainer-Rauswurf sei kein Thema. Schließlich müsse man ja auch in etwas schwierigeren Zeiten gemeinsam mal durch diese Delle gehen.

Und spätestens nach dieser Aussage hätten wir den Countdown von "Drei" rückwärts zählen können, um die Trennung von Schwartz einzuläuten. Um zu wissen, dass Worte selten wirklich etwas wert sind im Fußball, dafür hätten wir den KSC aktuell nicht gebraucht. Und Kreuzers Auftritt bei Schwartz Abservierung nur ein paar Tage später toppte dann das Ganze tatsächlich noch: "So ist es nun mal im Fußball. Gerade im Winter."

Eine unverständliche Aussage

Unverständlich und traurig, diese Aussage. Besonders, wenn die Herren Kreuzer und Schwartz tatsächlich eine echte Männerfreundschaft pflegen sollten. Das ist kein guter Umgang unter Freunden und auch nicht unter Arbeitskollegen.

Es ist eher peinlich auch noch zuzugeben, dass "der erste Ansatz immer ist, den Trainer zu stärken", wie es Kreuzer nach Schwartz' Aus beschrieb. Also, ein reiner Show-Effekt, um vielleicht erst einmal ein bisschen Ruhe zu haben und vermeintlich nervige Fragen abzuwimmeln.

Guter Zeitpunkt für eine komplette Kehrtwende

Wenn Kreuzer tatsächlich im Sommer 2018 gesagt haben soll, wenn Schwartz gehen muss, gehe er mit. Dann wäre es doch jetzt eigentlich ein guter Zeitpunkt mal zu einer kompletten Kehrtwende. Sich mal daran zu erinnern und diesen Worten auch wieder Taten folgen zu lassen. Dadurch würde das Fußballgeschäft Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Und der Karlsruher SC stünde ohne Kreuzer auch besser da.

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