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Nach einer schwierigen letzten Saison läuft es beim Karlsruher SC aktuell so gut, wie schon lange nicht mehr. Trainer Christian Eichner verriet in der Sendung SWR Sport BW, was den KSC aktuell so stark macht und zu welchem Verein er nie wechseln würde.

Nach dem 0:0 gegen den SSV Jahn Regensburg bleibt der KSC auch im siebten Spiel in Folge in diesem Jahr ungeschlagen. Kein anderer Zweitligist sammelte in diesem Zeitraum mehr Punkte. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Badener in der letzten Saison nur knapp die Klasse hielten und nach vier Pflichspielniederlagen zu Saisonbeginn schon fast mit dem Rücken zur Wand standen. Seit einem Jahr ist Christian Eichner beim KSC als Trainer im Amt. Er glaubt, dass vor allem die schweren Zeiten die Mannschaft zusammengeschweißt haben. "Da will keiner aus der Mannschaft mehr hin und dagegen wehren sie sich mit allem, was sie haben", so Eichner in der Sendung SWR Sport.

Mannschaft hat sich entwickelt

Der 38-Jährige macht deutlich, dass die Harmonie zwischen seinem Trainerteam und der Mannschaft ebenfalls zu diesem Höhenflug beiträgt: "Wenn das Zwischenmenschliche sehr gut ist, wenn die Jungs Spaß an der Arbeit haben, dann entwickeln sie sich auch leichter und dann kommen logischerweise auch die Ergebnisse."

Jene Ergebnisse passten zu Saisonbeginn allerdings noch nicht und trotzdem blieb Eichner seiner Linie treu: "Da gilt es einen guten Spagat zu schaffen, den Jungs ein ehrliches Feedback zu geben und nicht durchzudrehen. Was soll ich denn mit einer Mannschaft machen, die immer wieder an ihre Grenzen gegangen ist, aber das Pendel einfach nicht auf unserer Seite war? Da gilt es einfach Ruhe zu bewahren."

Parallelen zwischen Aufstiegsmannschaft von 2007 und dem heutigen Team

In solchen Situationen helfen dem heutigen KSC-Trainer auch die Erfahrungen aus seiner Karriere als Spieler. "Gute Dinge nimmt man immer mit in seinen Rucksack", so Christian Eichner, der 2007 mit dem Karlsruher SC in die Bundesliga aufstieg. Der Coach erkennt sogar Parallelen zwischen der damaligen Aufstiegsmannschft und seinen heutigen Spielern: "Was die Mannschaft damals ausgezeichnet hat, war durchaus vergleichbar mit dem Charakter der heutigen. Wir haben uns auch jeden Tag gefreut und sind gerne länger in der Kabine geblieben. Die Frauen haben zuhause schon gewartet, bis wir heimkommen. Wir sind noch an der Playstation gesessen und haben Wettbewerbe ausgetragen. Wir haben eigentlich die ganze Woche zusammen verbracht und solche Parallelen erkenne ich durchaus auch in der heutigen Mannschaft."

Der Traum von der Bundesliga lebt - Aber KSC bleibt realistisch

Nach den starken letzten Wochen hat sich die KSC-Mannschaft im oberen Tabellendrittel festgesetzt und hat nur noch fünf Punkte Rückstand auf Relegationsplatz drei. In Karlsruhe bleiben sie aber realistisch und halten am Ziel Klassenerhalt fest. Trotzdem betont Eichner, dass "wenn man den Menschen in Karlsruhe das Träumen verbietet, dann macht man große Fehler" und natürlich ertappe man sich auch immer mal wieder dabei, dass man denkt: "Es wäre eine schöne Geschichte, wenn dieser Klub mal wieder in die erste Liga kommen würde." Zunächst müsse das Ziel sein, den Rückstand zu "stabilen Zweitligisten" aufzuholen und sukzessive zu wachsen, auch wenn der aktuelle Moment natürlich schön sei und man diesen auch mal genießen dürfe. "Wir tun sehr sehr gut daran, den ersten und dann den zweiten Schritt zu machen", so der 38-Jährige.

Trainer Eichner irgendwann einmal zum VfB? "Niemals!"

"Eiche" selbst hat in den nächsten Jahren genug Zeit, um gemeinsam mit seiner Mannschaft die nächsten Schritte zu machen. Sein Vertrag verlängerte sich kürzlich automatisch bis 2022. Einen Wechsel auf die Trainerbank des VfB Stuttgart schloss der gebürtige Sinsheimer dagegen kategorisch aus, selbst wenn dieser in der Champions League spielen würde. "Für jemanden mit so einer KSC-Vergangenheit würde das keinen Sinn machen", so Eichner. "Niemals" würde er zum Erzrivalen nach Stuttgart wechseln. Trotzdem würde er "sehr gerne irgendwann einmal in der Bundesliga arbeiten und wenn das mit dem KSC wäre, dann wäre das doppelt schön".

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