Die Spieler der Karlsruher SC feiern den Aufstieg. (Foto: Imago, imago)

Fußball | 2. Bundesliga Teamcheck: KSC mit Euphorie zur Mission Klassenerhalt

Der Karlsruher SC ist in die 2. Bundesliga zurückgekehrt. Die Euphorie ist riesig und die Ziele für die kommende Saison sind klar formuliert. Der Aufsteiger im Teamcheck von SWR Sport.

So lief die vorige Saison

Den Zweitliga-Aufstieg hat der Karlsruher SC vier Tage lang auf Mallorca gefeiert. Die Freude über den Aufstieg nach zwei Jahren Drittklassigkeit ist riesig. Der Plan von Trainer Alois Schwartz ist aufgegegangen - die lang geforderte Konstanz hat sich in der vergangenen Saison durchgesetzt. Der Schlüssel: "Eine gute Balance zwischen Offensive und Defensive und ein schnelles Umschaltspiel. Das haben wir in der dritten Liga geschafft", erklärt Schwartz.

Insgesamt hat der KSC 20 Spiele gewonnen, elf Mal unentschieden gespielt und lediglich sieben Spiele verloren. Kein Wunder also, dass der KSC seit dem 17. Spieltag den Tabellenplatz zwei nicht mehr verlassen hat. Einzige Ausnahmen waren zum einen der erste Platz am 19. Spieltag und zum anderen der dritte Tabellenplatz am 31. Spieltag.

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Die gute Stimmung schwappt natürlich auch auf die Neuzugänge über. Die Stimmung innerhalb des Teams ist mit Start der Vorbereitung dementsprechend gut. Nicht überraschend, denn die Neuen wurden auch nach inneren Werten und nicht nur nach Talent und Position ausgewählt.

Wer kommt, wer geht?

Durch vergangene Tätigkeiten des Sportdirektors Oliver Kreuzer sind gute Verbindungen nach Österreich vorhanden. So wundert es nicht, dass mit Marco Djuricin und Lukas Grozurek gleich zwei neue Österreicher zum Team dazu stoßen. "Zwei Wiener, zwei Schlawiner. Wir haben momentan vier Österreicher in der Mannschaft. Ich mag die österreichische Mentalität, meine Frau ist auch Österreicherin. Von daher: Die Wiener sind speziell, auch mit ihrem Wiener-Schmäh ausgestattet und ich glaube das passt gut."

Djuricin, zuletzt beim Grasshopper Club Zürich, ist eher der dribbelstarke Torjäger, der den überraschenden Moment mitbringt. Ein Spaßmacher, der in Ungarn, England, Österreich, sowie bei Jahn Regensburg und der Hertha, Erfahrung sammelte. "Ich freue mich, es wird intensiv. Wir haben gute Qualitäten, auch nach vorne. Jetzt hoffen wir mal, dass wir eine gute Saison spielen und dann schauen wir, was passiert", so Djuricin gegenüber SWR Sport. Sein Landsmann Lukas Grozurek kommt eher über die Flügel, ist körperlich robust, schnell und motiviert.

Fußball | 2. Bundesliga Karlsruher SC: Neuzugänge der Saison 2019/2020

KSC-Neuzugänge der Saison 20192020 (Foto: Imago, Imago)
Die KSC-Neuzugänge der Saison 2019/2020 (v.l.n.r.): Lukas Fröde, Marius Gersbeck, Marco Djuricin, Philipp Hofmann, Dominik Kother (kommt aus der eigenen Jugend), Dirk Carlson Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Marius Gersbeck (24), Torwart, kommt von Herta BSC, eine Ablösesumme ist derzeit nicht bekannt ,aber der Vertrag läuft bis 2021 Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Dirk Carlson (21), Linker Verteidiger, kommt ablösefrei von der U21 der Grasshoppers Zürich und unterzeichnet einen Vertrag bis 2022 Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Lukas Fröde (24), Defensives Mittelfeld, kommt ablösefrei vom MSV Duisburg nach Karlsruhe und hat einen Vertrag bis 2021 unterschrieben Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Marco Djuricin (26), Mittelstürmer, wechselt von den Grasshoppers Zürich bis 2021 zum KSC, über seine Ablösesumme ist derzeit nichts bekannt Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Philipp Hofmann (26), Mittelstürmer, wechselt ablösefrei von Eintracht Braunschweig nach Karlsruhe und unterzeichnet dabei einen Vertrag bis 2021 Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Der Österreicher Lukas Grozurek wechselt auf Leihbasis von Sturm Graz nach Karlsruhe. Der Österreicher kann auf Linksaußen, Rechtsaußen sowie im Angriffszentrum eingesetzt werden. Imago Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen

Lukas Fröde ist der neue Sechser im Team. Er kam vom MSV Duisburg und ist mit seinen 1,92 Metern ein Spielertyp mit Übersicht und viel Zweitligaerfahrung: "Ich bin echt positiv gestimmt nach den ersten zwei Wochen. Es hat sehr viel Spaß gemacht mit der Truppe, wir haben uns viel erarbeitet. Und jetzt gilt es das umzusetzen."

Auch Philipp Hofmann verstärkt das Team des KSC. Der Angreifer überzeugt mit seiner Größe. Trainer Schwartz ist begeistert, es ist "sein Element, das er mitbringt. Größe und Robustheit. Er tut unserem Spiel gut. Da haben wir uns gut verstärkt nach vorne." Neuzugang Dirk Carlson mache ebenfalls "Spaß", meinte Schwartz. Zudem soll Marius Gersbeck (Hertha BSC) den langfristig verletzten Ersatztorhüter Sven Müller ersetzen.

Trainer Alois Schwartz

Mit dem Abstieg in die 3. Liga hat Schwartz das Amt des Trainers beim Karlsruher SC übernommen. Geboren ist Schwartz in Nürtingen bei Stuttgart, seine ersten fußballerischen Schritte machte er bei den Stuttgarter Kickers. Danach folgten Stationen wie Duisburg, Waldhof Mannheim, SSV Ulm und der FC Hard, wo er im Jahr 2003 seine Karriere als aktiver Spieler beendete.

Auf der Trainerbank tauchte Schwartz dann bei Rot-Weiß Erfurt im Jahr 2003 zum ersten Mal auf. Im Jahr 2009 wurde der 52-Jährige Interimstrainer beim 1. FC Kaiserslautern, danach trainierte Schwartz unter anderem den SV Sandhausen und den 1. FC Nürnberg, bevor er 2017 das Amt beim Karlsruher SC übernahm.

Der Karlsruher SC und Schwartz - das passt. Das Ziel, den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga, ist im zweiten Jahr geglückt. Aus 69 Spielen unter dem 52-Jährigen holten die Karlsruher beeindruckende 135 Punkte, es setzte lediglich elf Niederlagen. "Er ist ein Glücksfall für den Verein", sagte Sportchef Kreuzer über den Coach: "Der KSC ist ein Zweitligist und hat in der 3. Liga nichts verloren. Alois hat das geschafft."

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Erwartungen an die neue Spielzeit

Trainer Schwartz freut sich auf den Start, bremst jedoch überzogene Vorstellungen. "Wir wollen einfach in der Liga ankommen. Das ist wichtig. Ich denke, diese Qualität hat die Mannschaft. Wir müssen gucken, dass wir eine gute Balance haben zwischen Offensive und Defensive. Dass wir eine Stabilität und Konstanz reinkriegen über die gesamte Saison. Das haben wir in der dritten Liga geschafft, über zwei Jahre. Und da wollen wir weiter machen", so Schwartz im Gespräch mit SWR Sport.

Das Ziel der Verantwortlichen und des Trainerteams war es, das Gerüst der Aufstiegsmannschaft beizubehalten und nur punktuell zu verstärken. Ob dies gelungen ist, werden die ersten Spiele zeigen.

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