KSC-Trainer Alois Schwartz sieht seine Mannschaft schon gut aufgestellt.  (Foto: Imago, Camele cmt fotografie)

Fußball | 2. Bundesliga Alois Schwartz: "Wir müssen alle noch eine Schippe drauflegen"

Der KSC startet seine lang ersehnte Vorbereitung als Zweitligist. SWR Sport hat den Aufstiegstrainer Alois Schwartz im Trainingslager zum exklusiven Interview getroffen.

SWR Sport: In der zweiten Hälfte des Testspiels am Donnerstag hat man gesehen, dass offensiv ein bisschen mehr geht. Da sind wir schon beim ersten Neuzugang: Philipp Hofmann hat das zusammen mit Pourié ganz gut gemacht.

Alois Schwartz: Ja, Philipp bringt vor allem die Elemente Größe und Robustheit mit. Das tut unserem Spiel auch gut. Marco Djuricin (Neuzugang von Grashoppers Zürich, Anm. d. Red.) ist eher ein Schleicher, der dementsprechend unten spielt. Da haben wir uns nach vorne ordentlich verstärkt. Anton Fink und Marvin Pourié dazu, da sind wir gut aufgestellt.

Es ist natürlich noch früh in der Vorbereitung, aber wie ist denn der erste Eindruck von den Neuzugängen. Sehen Sie sie schon als Verstärkung?

Schwartz: Sie passen erst einmal menschlich und charakterlich gut zu uns, das ist wichtig. Wir sind eine gute Mannschaft gewesen, die Neuzugänge beleben das zusätzlich und steigern die Qualität noch ein bisschen. Jeder bringt sein Element mit, Hofmann das Robuste und Djuricin das Lebendige, genauso wie Fröde, der eine große Präsenz im Zentrum hat auf der Sechs.

Was fehlt noch - vielleicht ein Außenbahnspieler oder noch ein Zehner?

Schwartz: Wir hätten gerne für die rechte Außenbahn noch einen Spieler, der uns da verstärken kann. Wir haben links mit Lorenz und Röser zwei, wir haben auf der rechten Seite mit Burak Camoglu leider nur einen. Da kann ab und zu auch mal ein Möbius spielen. Aber so ein richtiger Außenbahnspieler fehlt uns da noch, deswegen wollen wir da noch aktiv werden.

Wie schön ist es denn, als Zweitligist mal wieder ins Trainingslager zu reisen?

Schwartz: Man ist natürlich stolz darauf, dass man das nach zwei wirklich schweren Jahren geschafft hat. Jetzt müssen wir viel arbeiten und viel kämpfen, alle müssen noch einmal eine Schippe drauf legen - sowohl das Trainerteam, als auch die Mannschaft - um dann die Liga halten zu können.

Die Erwartungshaltung ist in Karlsruhe traditionell hoch. Muss man da auch ein bisschen bremsen?

Schwartz: Ich denke schon, dass man da realistisch ist. Wir sind jetzt Aufsteiger, wir haben nicht den Geldbeutel, den man braucht, um ein bisschen weiter oben anzuklopfen. Wenn wir eine sorgenfreie Runde spielen können - und dazu brauchen wir wirklich alle, auch die Zuschauer - dann haben wir schon viel erreicht.

Wenn man alle Mannschaften durchgeht: Ist es die stärkste zweite Liga, die es in den letzten Jahren gab?

Schwartz: Die letzten Jahre waren es immer zwei Mannschaften, die Richtung Bundesliga geschielt haben. Mit Hannover, Köln, Nürnberg oder dem HSV. Jetzt sind es vier Mannschaften: Der VfB Stuttgart ist dazugekommen, der HSV, Hannover und Nürnberg. Die Vereine sind finanzkräftig und werden die Liga dementsprechend beleben.

Man muss immer überlegen: Wen lasse ich hinter mir? Aue, Fürth, Sandhausen oder Heidenheim, das sind alles auch stabile Mannschaften...

Schwartz: Das sind sehr stabile Mannschaften. Stabile Zweitligisten, das sind wir noch nicht. Aber da wollen wir hin.

Mit der Ausgliederung ist vielleicht der nächste Schritt getan. Hoffen Sie da auf frisches Geld, wann auch immer es kommt?

Schwartz: Das war unumgänglich. Wir bauen ein neues Stadion, wir müssen uns wirtschaftlich besser aufstellen. Um konkurrenzfähig zu sein und um diesen Schritt, den das Umfeld haben möchte, auch tun zu können. Das heißt erst mal stabiler Zweitligist zu sein und dann vielleicht irgendwann wieder irgendwo anders anklopfen.

Wo steht der Verein am Ende der Saison?

Schwartz: Ich hoffe, dass er da steht, wo man nächstes Jahr wieder in der zweiten Liga spielt.

AUTOR/IN
STAND