Interimstrainer Christian Eichner als Hoffnungsträger (Foto: Imago, imago images/Carmele/tmc-fotografie.de)

Fußball | 2. Bundesliga Chaos-Tage beim Karlsruher SC

AUTOR/IN

Es war die Möglichkeit, sich unter dem neuen Trainer Christian Eichner schnell zu rehabilitieren. Doch der KSC hat die Chance durch sein Ausscheiden im DFB Pokal vertan. Nun wird es richtig hart.

Eigentlich war es nach vier Zweitliga-Niederlagen in Serie ein perfekter Zeitpunkt, um mal wieder das in Vergessenheit geraten Karlsruher Siegerlächeln zu demonstrieren. Die Mannschaft hätte sich jubelnd vor den mitgereisten Fans aufgebaut und die Freudenfäuste in den Nachthimmel gereckt. Und die eigenen Anhänger hätten "oh wie ist das schön" geschmettert. Dumm nur, dass der freche Regionalligist 1. FC Saarbrücken im Pokal Achtelfinale das bessere Ende für sich hatte und das Elfmeterschießen mit 5:3 für sich entschied. Das war's dann mit dem ersten Viertelfinaleinzug des KSC seit 1997.

Dauer

Von Umschwung keine Spur

Für den KSC bleiben nun mindestens zwei Erkenntnisse: Zum einen sind mindestens 1,4 Millionen Euro an Pokaleinnahmen futsch und zum anderen hat der Trainerwechsel von Alois Schwartz zu seinem ehemaligen Assistenten Christian Eichner nichts gebracht. Zumindest vorerst nicht. Der 37-jährige wollte "Kopf und Herz der Jungs" zusammenbringen. Die sehnsüchtig erwarteten Tore hat das aber nicht gebracht. "Es ist bitter. Aber wir haben keine Zeit uns damit aufzuhalten", hakte Eichner die Niederlage schnell ab. Karlsruhe ist damit seit fünf Pflichtspielen ohne Torerfolg. Kopf und Herz alleine scheinen für die nötige Karlsruher Offensivpower also nicht auszureichen.

Dauer

Hoffnungsträger Eichner

Christian Eichner ist gerade dabei, seinen Trainerschein zu machen. Als er vom Co- zum vorübergehenden Cheftrainer ernannt wurde, fiel er mit der Bemerkung "ich freue mich wie ein kleines Kind" auf. Vorgänger Alois Schwartz dürfte das nicht gefallen haben, was sein ehemaliger Assistent da von sich gab.

Eichner selbst hatte bis zu seiner Beförderung laut Sportdirektor Oliver Kreuzer "auch ab und zu mal eine Trainingseinheit geleitet." Ob der Mann, der von 1996 - 2009 durchgehend in Karlsruhe kickte, nun geeignet ist den KSC zu retten, müssen die nächsten Wochen beweisen. "Dieser Mannschaft wird in den kommenden Monaten niemand Lustlosigkeit vorwerfen, diese Mannschaft hat Charakter", glaubt Eichner. Am Samstag ist der Tabellenvorletzte beim aufstiegswilligen Hamburger SV zu Gast. Eine gute Woche später geht es im Wildpark gegen den starken Mitaufsteiger VfL Osnabrück.

Dauer

Interimslösung?

Möchte Eichner mehr als eine Interimslösung bei seinem Stammverein sein, muss er liefern. Und das schnell! "Nach eineinhalb Jahren Assistenztrainer hat sich Christian super entwickelt," findet sein Vorgesetzter Kreuzer, außerdem sei er sprachlich gewandt, eloquent und fachlich Top, so das Lob von oben. Kreuzer selbst braucht ebenfalls Erfolgserlebnisse. Bei der Schwartz-Entlassung machte der einstige KSC-Profi keine gute Figur. Zuerst stärkte er ihn, um kurz danach die Entlassung auszusprechen.

Sollten die nächsten beiden Spiele gegen Hamburg und Osnabrück ebenfalls verloren gehen, dürfte schon bald wieder ein neuer Trainer auf der Karlsruher Trainerbank Platz nehmen.

AUTOR/IN
STAND