Jubel beim Karlsruher SC (Foto: Imago, eu-images)

Fußball | DFB-Pokal Warum die Brust des Karlsruher SC immer breiter wird

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Der Karlsruher SC ist auch im DFB-Pokal nicht zu schlagen. Nach zwei Auftakt-Siegen in der 2. Bundesliga gewannen die Badener gegen Hannover 96 mit 2:0 und stehen in der zweiten Runde.

Wilde Party-Laune war angesagt auf der Baustelle Wildparkstadion. Unten auf dem Rasen tanzten und hüpften die Karlsruher Spieler nach dem 2:0 gegen Hannover 96 in ihren schwarzen Trikots im Kreis, und zogen gemeinsam ihre ausführliche Freudenrunde durch die Arena. Oben auf den Ersatztribünen gaben die begeisterten KSC-Fans mit ihrem stimmgewaltigen Gesang den Takt vor.

Dauer

"Wir haben als Team super gespielt", freute sich der neue Torjäger Philipp Hofmann, der diesmal ohne Treffer blieb, gegenüber SWR Sport. Abwehr-Kollege Daniel Gordon war "überglücklich, dass wir schon wieder nachlegen konnten". Und KSC-Trainer Alois Schwartz, der seine Spieler nach dem Abpfiff fleißig umarmte und herzte, ergänzte: "Der Pokal ist für uns die Kür - und wir haben die Kür sogar verdient gewonnen".

Schwartz freute sich - trotz der fehlenden Fans auf der Gegentribüne, die vor dem Abriss steht - über die prima Stimmung im unvollständigen Rund: "Wir haben die Leute gut unterhalten, und der Funke ist vom Rasen auf die Tribünen übergesprungen".

Eindrucksvolle Revanche gegen Hannover

Der Karlsruher SC hat sich gleich eindrucksvoll in der neuen Fußballsaison zu Wort gemeldet. Überraschender Tabellenführer als Aufsteiger in der 2. Bundesliga nach zwei Siegen in zwei Spielen. Dazu der souveräne Sieg im DFB-Pokal gegen die Hannoveraner, gegen die es vor einem Jahr noch eine 0:6-Pleite setzte. Erstmals seit fünf Jahren stehen die Badener damit wieder in der zweiten Pokal-Runde. Die Gründe für den tollen Start? "Wir haben eine breite Brust nach dem guten Liga-Start", verweist Erfolgstrainer Schwartz auf das neu gewonnene Selbstvertrauen seines KSC-Teams.

Der KSC hat sich prima verstärkt

Eine Mannschaft, die in der vergangenen Saison mit dem Aufstieg und der erlösenden Rückkehr in die 2. Bundesliga immer besser zusammengewachsen ist und die von Sportdirektor Oliver Kreuzer - Stand jetzt - für die neue Saison prima ergänzt und verstärkt wurde. Nicht nur der dreifache Liga-Torschütze Hofmann (von Eintracht Braunschweig) hat den KSC stärker gemacht. Auch der Ex-Duisburger Lukas Fröde auf der Sechser-Position hat das Gefüge weiter stabilisiert.

Dazu kommt, dass sich auch der der österreichische Flügelflitzer Lukas Grozurek (Sturm Graz) schon prima eingelebt hat und gleich in der Startelf steht. Der gebürtige Wiener schoss gegen Hannover mit dem wichtigen 1:0 sein erstes Pflichtspieltor für die Karlsruher und freute sich riesig: "Den Ball habe ich sehr staubig rein gemacht", freute sich Grozurek auf Wienerisch und grinste schelmisch: "Staubig, das heißt so viel wie trocken".

Der 27-jährige Grozurek fühlt sich bereits pudelwohl im Wildpark: "Wir arbeiten sehr hart, und wir verdienen uns die Siege durch die harte Arbeit. Ich bin noch nicht lange da, aber die Stimmung in der Mannschaft ist überragend, jetzt hoffen wir, dass es so weitergeht"

Auch Mirko Slomka lobt den Karlsruher SC

Wie schon in den ersten beiden Liga-Siegen arbeitete der KSC auch im Pokal gegen Hannover zielstrebig und effektiv am Sieg. Dem 1:0 von Grozurek (53. Minute) ließ Marvin Wanitzek vor den knapp 12.000 Fans per Foul-Elfmeter (61.) das entscheidende 2:0 folgen. Auch Ex-KSC-Coach Mirko Slomka, der jetzt wieder auf der Bank von Hannover 96 sitzt, staunte über die Frühform seines einstigen Teams: "Ich finde, dass der KSC alles das richtig gemacht hat, was sie können. Sie wissen genau, was sie können. Sie wissen, was sie für Typen vorne haben, die den Ball festmachen können", so Slomka und ergänzte: "Die Karlsruher sind sehr verbissen und zweikampfstark".

Perfekter Saisonstart

Und so schwimmt der Karlsruher SC erstmal auf einer regelrechten Euphoriewelle: Drei Siege aus drei Pflichtspielen, Tabellenführer in der 2. Bundesliga, jetzt auch in der zweiten Runde des DFB-Pokals: "Das hört sich erstmal schön an", freut sich Coach Schwartz, "das hört sich danach an, dass wir gut gearbeitet haben und das wir dafür belohnt wurden". Am Sonntag (13:30 Uhr) geht`s in der Liga weiter. Dann spielt der KSC bei Holstein Kiel.

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