Mitgliederversammlung (Foto: picture-alliance / Reportdienste, GES Sportfoto | Markus Gillia)

Fußball | 2. Bundesliga KSC-Mitglieder stimmen für Ausgliederung

Zweitligist Karlsruher SC darf seine Fußballabteilung in eine Kapitalgesellschaft ausgliedern. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung votierten 88,2 Prozent für einen entsprechenden Antrag.

Die Mitglieder des Karlsruher SC haben auf einer außerordentlichen Versammlung den Weg für eine Ausgliederung der Fußballabteilung in eine Kapitalgesellschaft frei gemacht. Ein entsprechender Antrag der Vereinsgremien auf Umwandlung in eine GmbH & Co KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) knackte am Samstag mit 88,2 Prozent der Stimmen locker die notwendige Dreiviertelmehrheit. "Es war eine unglaublich wichtige Entscheidung. Ich glaube, in ein paar Jahren wird man rückblickend sagen, es war ein Meilenstein, der vergleichbar ist mit der Fusion zum Karlsruher SC im Jahr 1952", sagte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther.

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Insgesamt waren bei heißem Sommerwetter 894 stimmberechtigte Mitglieder zu der Veranstaltung auf der Haupttribüne des Karlsruher Wildparkstadions erschienen, 873 gaben am Ende eine gültige Stimme ab. "Wir haben auf die Zustimmung gehofft, weil wir unheimlich viel Energie in den Prozess gesteckt haben", war auch Geschäftsführer Michael Becker erleichtert. Es sei den Verantwortlichen gelungen, zu vermitteln, dass es gegen eine Ausgliederung nur emotionale, aber keine rationalen Gründe gebe. 

Die KSC-Mitglieder sagen mit 88 Prozent "Ja" zur Ausgliederung! #KSCmeineHeimat #DeineStimmeGroßeChance https://t.co/URFqJ6Esm7

Auch Sportdirektor Oliver Kreuzer, der neben Becker Geschäftsführer der neuen Gesellschaft werden soll, war mit dem Ergebnis zufrieden. "Für den Verein ist das, glaube ich, alternativlos. Denn das Rad dreht sich immer weiter. Und vor allem dreht es sich immer schneller weiter", sagte der Ex-Profi. Geld sei im Fußball-Business mittlerweile extrem wichtig. Der wichtigste Punkt sei daher die Öffnung des Clubs für Kapitalgeber. "Genauso wichtig ist aber jedoch, dass der KSC Herr im Hause bleibt", fügte er hinzu. Das sei verwirklicht worden.

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In den kommenden Wochen müssen nun zunächst administrative Dinge geregelt werden, zum Beispiel die Gründung der Gesellschaft und der Eintrag ins Handelsregister. Nach den Sommerferien soll dann der Ausgliederungsausschuss des Vereins wieder zusammenkommen, um über konkrete Dinge wie die geplanten Aktienpakete zu diskutieren. "Mit einer Ausgabe von Aktien noch in diesem Jahr ist realistischerweise nicht mehr zu rechnen", sagte Becker. Er betonte noch einmal, dass der KSC ein breite Streuung der Aktien erreichen will. "Die Mitglieder und Fans werden wir als erstes mit ins Boot nehmen", sagte er. Darüber hinaus sollen auch Investoren Aktien erwerben können.

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