Das Wildparkstadion des Karlsruher SC (Foto: Imago, Sportfoto Rudel)

2. Bundesliga | Meinung Im Sandkasten der Eitelkeiten - Der Stadionstreit in Karlsruhe

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Seit mehr als 20 Jahren streiten der Karlsruher SC und die Stadt immer wieder über den Um- und Neubau des Wildparkstadions. Ein Zwist, bei dem persönliche Eitelkeiten eine zu große Rolle spielen, findet SWR-Sportredakteur Lennert Brinkhoff.

Willkommen im Sandkasten der Eitelkeiten. Der Karlsruher SC und die Stadt Karlsruhe bauen nicht miteinander, sondern gegeneinander ein Stadion. Mit Förmchen und Schaufeln kämpfen zwei Männer um Karlsruhe: Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) sowie KSC-Präsident Ingo Wellenreuther (CDU).

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Die Stadt Karlsruhe muss das Geld zunächst auslegen

Das Ziel ist dabei klar: Der Karlsruher SC möchte ein Stadion, kann es aber nicht bezahlen. Dabei kommt die Stadt ins Spiel - denn sie muss das Geld zunächst auslegen.

Der Weg zu diesem Ziel gleicht einem Fiasko, denn er ist von Diskussionen und Streitigkeiten überlagert. Deshalb kann es nur eine Lösung geben: Redet doch endlich miteinander. Denn es wurde bisher viel geredet, allerdings übereinander.

Die Protagonisten dieses Zwists kennen sich indes seit langer Zeit. Beide wollten mal Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe werden. Mentrup wurde es, Wellenreuther ist mittlerweile Präsident des Karlsruher SC.

Viele Leidtragende

Jetzt streiten sich beide - ständig und noch dazu öffentlich. Parteibücher spielen eine Rolle, wo sie keine spielen sollten. Auf Kosten der Karlsruher Bürger. Auf Kosten der Vereinsmitglieder. Auf Kosten der Glaubwürdigkeit. Koste es, was es wolle.

Als Außenstehender frage ich mich: Wie kann der Weg zu einem gemeinsamen Ziel so schwer sein? Ein Weg, gepflastert mit Verlierern. Willkommen in Karlsruhe. Willkommen im Sandkasten der Eitelkeiten!

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