KSC-Neuzugang Sercan Sararer möchte in Karlsruhe zu alter Stärke zurückfinden. (Foto: Imago, imago/Eibner)

3. Liga | Karlsruher SC KSC-Stürmer Sercan Sararer: "Ich bin ein Straßenfußballer"

Nach schwerer Verletzung und fünf Monaten Arbeitslosigkeit will Sercan Sararer, ehemaliger türkischer Nationalspieler, beim KSC wieder Fuß fassen.

Sercan Sararer kann endlich wieder lachen. Nach fast zwei Jahren ohne Profi-Fußball scheint der Winterneuzugang des Karlsruher SC jeden Ballkontakt, jeden Torschuss und jede Laufeinheit in der Rückrundenvorbereitung des Drittligisten besonders zu genießen. Sein Ballgefühl hat der ehemalige türkische Nationalspieler nicht verloren, Tricks und kleine Kunststücke mit dem Ball funktionieren immer noch hervorragend. Nur an der Fitness hapert es nach der langen Pause noch ein wenig – verständlicherweise.

Steiler Aufstieg, tiefer Fall

2008 schafft Sararer den Sprung aus der Jugend der Spielvereinigung Greuther Fürth in die Profi-Mannschaft. Der damals 19-Jährige spielt sich schnell im Zweitligakader fest und wird durch seine Schnelligkeit und starken Dribblings zum Stammspieler. „Ich bin ein Straßenfußballer, der sich keinen Kopf macht“, beschreibt Sararer seinen Spielstil. 2012 gelingt Fürth der Aufstieg in die Bundesliga, zu dem der Außenstürmer neun Tore und 13 Vorlagen beisteuert. Kurze Zeit später debütiert der Sohn eines türkischen Vaters und einer spanischen Mutter für die türkische Nationalmannschaft. Sararer ist am Höhepunkt seiner Karriere angelangt.

Nur ein Jahr später ist das Abenteuer erste Liga für Fürth wieder beendet, Sararer wagt den Schritt zum VfB Stuttgart. Dort kann sich der gebürtige Nürnberger aber nicht durchsetzen, wird in die zweite Mannschaft versetzt und wechselt zu Fortuna Düsseldorf. Nach einem glücklosen Jahr in Nordrhein-Westfalen zieht es Sararer 2016 schließlich zurück zu seinem Ausbildungsverein Fürth, wo ihn eine schwere Adduktoren-Verletzung mehr als ein Jahr ausbremst. Sein auslaufender Zweijahres-Vertrag wird nicht verlängert.

Neue Chance beim KSC

„Die Zeit war sehr schwer für mich. Aber ich habe gelernt, mit den Rückschlägen umzugehen“, sagt Sararer heute. Nach fünf Monaten ohne Vertrag gewährt der Karlsruher SC dem Ex-VfB-Profi nun eine neue Chance.

Vom ehemaligen Glanz ist wenig übrig geblieben – dritte Liga statt Nationalmannschaft. Sararer ist das egal: „Ich bin überglücklich, dass ich in Karlsruhe noch einmal das Vertrauen bekomme.“ Dafür ließ der 29-Jährige laut eigener Aussage sogar mehrere Zweitligisten abblitzen. Mit dem KSC sieht er sich in der kommenden Saison aber ohnehin in der zweiten Liga. „Wir sind jetzt Zweiter, wollen diesen Platz verteidigen und im besten Fall noch einen nach oben rücken. Mein Ziel ist es, dem KSC bei diesem Vorhaben mit Herz und Blut zu helfen.“ Dass Sararer das Fußballspielen nicht verlernt hat, möchte er beim KSC nun allen beweisen und in der dritten Liga zu alter Stärke zurückfinden.

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