KSC-Torhüterlegende Rudi Wimmer (Mitte) (Foto: Imago, WEREK)

Karlsruher SC | Jubiläum KSC-Rekordspieler Rudi Wimmer wird 75

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Noch mit 39 Jahren stand Rudi Wimmer als Bundesliga-Torwart zwischen den Pfosten für den Karlsruher SC. Er ist bis heute Rekordspieler des Klubs. Am Sonntag feiert er Geburtstag.

Schluss. Aus. Feierabend. Es ist der 28. Mai 1983. Schiedsrichter Wilfried Heitmann hat die Bundesliga-Partie zwischen Bayer Leverkusen und dem Karlsruher SC abgepfiffen. Die Gastgeber gewinnen vor 5000 Zuschauern im Ulrich-Haberland-Stadion mit 3:1. Der KSC ist abgestiegen, und der Torwart-Oldie der Badener macht endgültig Schluss.

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Mit 39 zwischen den Pfosten

Rudolf "Rudi" Wimmer ist bei seinem letzten Spiel im KSC-Trikot exakt 39 Jahre, 4 Monate und 8 Tage alt. Bis heute gab es in der Bundesliga-Geschichte nur acht Torhüter, die älter zwischen den Pfosten standen als Wimmer. Wimmer ist immer noch mit Abstand der Rekordspieler des Karlsruher SC. Von 1969 bis 1983 stand er in 449 Punkt- und Aufstiegsspielen für den badischen Traditionsverein im Tor.

Wimmer, Ehrenspielführer und Ehrenmitglied des KSC, zählte über Jahre in Deutschland zu den Besten seines Fachs. Trotzdem konnte sich der stets ruhige und zurückhaltende Fußballprofi nicht gegen die starke nationale Konkurrenz wie Sepp Maier durchsetzen. In die Nationalmannschaft wurde Wimmer nie berufen. "Als Mensch war er zu anständig und zu brav für dieses dreckige Geschäft", sagte Ex-VfB Stuttgart-Profi Buffy Ettmayer über Rudi Wimmer. "Rudi war zu zurückhaltend. Das darf man in dem Geschäft nicht immer sein."

Eine treue Seele

Wimmer war eine treue Seele. Angebote aus der ersten Liga - wie das des damaligen Spitzenvereins 1. FC Köln, der 1972 nach einem Ersatz für Nationaltorwart Manfred Manglitz suchte - lehnte Wimmer regelmäßig ab. Grund: er habe noch einen laufenden Vertrag beim KSC. Wegen seiner klaren Haltung und seiner hervorragenden Leistungen urteilte Ex-Nationalstürmer Jürgen Grabowski am Rande von Wimmers Abschiedsspiel: "Rudi war einer von den Guten."

Als Trainer war Wimmer später nicht so erfolgreich wie als Spieler. Mit dem VfR Pforzheim (1990 - 1992) schaffte er zwar im zweiten Jahr den Sprung von der Verbands- in die Oberliga, wurde aber kurz nach Saisonbeginn wegen Erfolglosigkeit entlassen.

Am Sonntag feiert Wimmer seinen 75. Geburtstag im kleinen Kreis. Genauso ruhig und zurückhaltend, wie er auch als Torwart war.

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