KSC-Kapitän David Pisot (Foto: Imago, imago/Eibner)

Fußball | 3. Liga KSC-Kapitän David Pisot – sachlich, bedacht, ruhig

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Mit dem Karlsruher SC hat David Pisot eine starke Hinrunde in der 3. Liga gespielt. Nun möchte der KSC-Kapitän die Badener zurück in die 2. Bundesliga führen.

Schmal, groß und freundlich kommt er daher, als wir David Pisot am Golfplatz in Sankt Leon-Roth treffen. Der Badener, geboren in Karlsruhe, wuchs wenige Meter entfernt von hier auf. "Dort drüben", sagt er und zeigt über die Rapsfelder zu den Häusern. "Meine Schwester wohnt noch immer da."

Seinen biologischen Vater hat er nie kennen gelernt. Ein US-Amerikaner, von dem die damals 17-Jährige Mutter schwanger wurde. Der kleine David wurde zur Adoption frei gegeben. Die Adoptiveltern trennten sich, als er noch sehr jung war. Zu der Schwester, ein Adoptivkind aus Ghana, hat er kaum Kontakt.

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David Pisot heiratete seine Jugendliebe

Halt fand er schon in der Schule bei seiner Freundin Gemma, eine Italienerin, die er 2012 mit aller Romantik geheiratet hat. Das Paar hat zwei Kinder, (4 und 6 Jahre), die zweisprachig erzogen werden. Die katholische Trauung war ebenfalls zweisprachig. Der 31-Jährige scheint in sich zu ruhen. Er weiß, was er will, aber er ist vor allem dankbar für das, was er erreicht hat.

Angefangen hat er, wie viele andere, als Bambini auf dem Bolzplatz. Der Vater, Apotheker in Roth, mochte Fußball. In der Grundschule lernte Pisot aber Golf, Kooperation auf Initiative von Dietmar Hopp mit den Schulen der Region. Mit Freude erzählt er vom Golf und zeigt seine alte Jogging-Strecke, die mitten durch die Golf-Anlage führt. Er war gut, hatte Talent, aber entschied sich dann für Fußball. Das Golfspielen hat er völlig eingestellt.

B-Jugend-Meister mit dem VfB Stuttgart

Pisot erzählt von sich und seiner Karriere. Die führte vom KSC-Nachwuchs zum SV Sandhausen und weiter zum VfB Stuttgart. Dort feierte er mit der B-Jugend 2003/2004 die Meisterschaft, mit der A-Jugend das Jahr darauf. Außerdem bestritt er einige Spiele in der deutschen U18 und U19, kam mit 20 Jahren zu seinem Bundesliga-Debüt. Alles schien möglich. "Natürlich malt man sich da einiges aus und rechnet damit, beziehungsweise wünscht sich, dass das so klappt, dass man den großen Sprung schafft. Ich habe den ganz großen Sprung nicht geschafft, habe es aber versucht und deshalb habe ich mir nichts vorzuwerfen", sagt Pisot.

Im Oktober 2007 waren die Stuttgarter kein Team ohne Struktur und Balance, erinnert sich Pisot. Trainer Armin Veh waren die Innenverteidiger ausgegangen und er holten den jungen David Pisot aus der zweiten Mannschaft, ein Debüt ohne Happy End, der HSV besiegte die Schwaben mit 4:1, Ivica Olic gelang ein Dreierpack. In der Kritik standen andere, aber David Pisot bekam keine weitere Chance. Es zeichnet ihn als Menschen aus, dass er das nicht als negativen Moment in seinem Leben empfindet. Er hatte eine Chance und für die war er dankbar.

Pisots Rückkehr nach der Reife-Tour

Mit dem FC Ingolstadt stieg der heutige KSC-Kapitän David Pisot (hier beim Kopfball-Duell mit Dennis Kruppke vin Eintracht Braunschweig) 2010 in die 2. Bundesliga auf (Foto: Imago, imago sportfotodienst)
Mit dem FC Ingolstadt stieg der heutige KSC-Kapitän David Pisot 2010 in die 2. Bundesliga auf Imago imago sportfotodienst

Der Weg führte ihn weiter, nach Osnabrück, Paderborn, Ingolstadt und Würzburg. Bevor er 2017 wieder zum KSC zurückkam hatte er in der zweiten und dritten Liga ausgesprochen viel Erfahrung gesammelt. "Er ist ein Führungsspieler, er hat diese Erfahrung, dieses Alter, ist ein Profi durch und durch. Er geht gemeinsam mit Daniel Gordon den Weg voran. Sie sind die Leader und deshalb sehr, sehr wertvoll für uns", sagt Alois Schwarz über seinen Kapitän.

Ausgewogenheit und hohe Professionalität zeichnen ihn aus. Er steht mit beiden Füßen fest auf dem Boden (Pisot selbst ist übrigens beidfüßig, kann rechts wie links, ist von Haus aus aber Rechtshänder) Wenn er sich selbst als Spieler charakterisieren soll, wählt er die Adjektive "sachlich, bedacht und ruhig".

Pisot fährt im Schlitten hinterher

So machte die Familie Pisot dieses Jahr erstmals Skiurlaub. "Ich war einfach nicht bereit, 9.000 Euro für einen Urlaub auszugeben, um irgendwo hin zu fliegen, wo man garantiert Sonne hat", sagt der Familienvater. Also Österreich, Frau und Kinder machten ihren ersten Skikurs, der Vater, ganz verantwortungsbewusster Fußballprofi, war nur Schlitten fahren. Ski wäre viel zu gefährlich, sein Vertrag läuft im Sommer 2019 aus, da wollte David Pisot nichts riskieren. Er ist, wie er sich charakterisiert: sachlich, bedacht und ruhig.

Steckbrief

David Pisot persönlich
Instagram:Davepi5 (1.514 Follower am 25.01.2019)
Spitzname:Davi
Position:Innenverteidiger
LieblingsappKicker
Lieblingsserie:mag keine Serien
Lieblingsfilm:Das Gesetz der Rache
Lieblingssong:"Happier" von Ed Sheeran
beste Kindheitserinnerung:Urlaub mit den Eltern auf Mallorca
Welches Tier wäre er:Rabe
schlimmstes Fußballerlebnis:Relegation: KSC – Aue
schönstes Fußballerlebnis:Aufstieg mit Ingolstadt
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