Alois Schwartz will den Karlsruher SC wieder in der 2. Bundesliga etablieren (Foto: Imago, imago images / Kirchner-Media)

Fußball | 2. Bundesliga KSC-Coach Alois Schwartz ist gekommen, um zu bleiben

Alois Schwartz ist zurück in der 2. Bundesliga. Nach dem Aufstieg ist die Euphorie beim Karlsruher SC riesig. Doch der Trainer dämpft die hohen Erwartungen.

Der Karlsruher SC ist aus der Sommerpause zurück. Und die Spieler stellten zum Trainingsauftakt begeistert fest: Die Euphorie war nie weg. Auch Chef-Coach Alois Schwartz ist zufrieden, denn auch seine Jungs haben alles gegeben, in den Sommerferien auf zu viel Strand und Pizza verzichtet und stattdessen hart an sich gearbeitet: "Das Körpergewicht ist in Ordnung. Morgen machen wir noch einen Leistungstest und einen Kraft-Test, dann können wir das Training entsprechend steuern", sagte der Trainer im SWR-Interview.

Auch wenn Schwartz selten wirkt, als ließe er sich von der Euphorie der Fans anstecken, wird auch er von der guten Stimmung beflügelt: "Es macht riesig Spaß. Viele Fans, gute Stimmung. Ich hoffe, wir nehmen das in die Runde mit, und wollen da auch etwas zurückgeben." Doch von der guten Stimmung lässt sich der 52-Jährige nicht verführen. Saisonziele? "Da müssen sie mich erst zwei/drei Wochen arbeiten lassen." Das Minimal-Ziel ist jedoch der Klassenerhalt: "Letztendlich denke ich, wir haben zwei Jahre hart gearbeitet, sind jetzt wieder in der zweiten Liga. Ich denke, wenn wir ein Jahr später immer noch dort spielen, haben wir viel erreicht." Abstiegskampf also.

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KSC-Coach Schwartz plant mit Pourié

Und mit Abstiegskampf kennt sich Alois Schwartz aus. Mit dem SV Sandhausen hat Schwartz von 2013 bis 2016 Jahr für Jahr die Klasse gehalten - jeweils ohne den ganz großen Stress am letzten Spieltag. Er hatte den Zweitliga-Neuling, der in seiner ersten Saison nur wegen des Lizenz-Entzugs des MSV Duisburg in der 2. Bundesliga bleiben durfte, in der Liga etabliert. Als er 2016 mit dem 1. FC Nürnberg um den Aufstieg kämpfen wollte, hat das nicht so gut geklappt. Nach einer 0:1-Niederlage im Derby gegen Fürth musste er gehen. Nürnberg war damals auf Platz elf.

Nun also wieder Abstiegskampf. Wenn es ihm nach zwei Jahren in der 3. Liga jedoch gelingt, den Karlsruher SC wieder zu einem stabilen Zweitligisten zu formen, wäre das ein Erfolg, auf dem sich aufbauen ließe. Schwartz geht davon aus, dass er sich dabei auch auf Torjäger Marvin Pourié verlassen kann. "Marvin fühlt sich hier wohl. Er hat in Deutschland wieder Fuß gefasst. Er war ja wirklich lange, lange weg. Keiner hatte ihn mehr auf der Rechnung gehabt. Er hat von uns die Plattform bekommen. Er hat es auch zurückgegeben. Und deswegen glaube ich nicht, dass Marvin sich noch verändern wird."

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Der KSC sucht noch einen Flügelflitzer

Sechs Neue hat Schwartz bereits an Bord. Eintracht-Braunschweig-Knipser Philipp Hofmann ist davon sicherlich der prominenteste. Er hatte elf Tore und vier Vorlagen zum Last-Minute-Klassenerhalt der Löwen beigetragen. Schwartz hält große Stücke auf ihn. Allerdings möchte er ihm noch einen weiteren 'Zuarbeiter' an die Seite stellen: "Wir müssen uns breiter aufstellen. Gerade in der 2. Liga, wo man vorne viel laufen muss. Vielleicht noch ein Außenbahn-Spieler auf der rechten Seite. Da haben wir vielleicht eher noch Bedarf, als auf anderen Positionen." In diesem Jahr kann Schwartz sogar bis zum 2. September nach einem passenden Spieler suchen. Da der 31. August auf einen Samstag fällt, schließt das Transferfenster ausnahmsweise zwei Tage später als sonst. "Da müssen wir schon noch ein wenig die Augen offenhalten."

Für den Liga-Start (16. bis 18. August) sei sein Team trotzdem gut aufgestellt. Und seine Vorfreude verkauft er in der ihm typischen Art: "Angefixt? Angefixt ist sicherlich ein gutes Wort. Letztendlich denke ich, dass wir immer etwas angefixt sind in dem Fußball-Geschäft. Und ich denke, wir haben gut gearbeitet."

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