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Der ehemalige Hoffenheim-Profi Matthias Jaissle wird im Sommer Chefcoach beim FC RB Salzburg. Für die Verantwortlichen des österreichischen Meisters geht damit ihr "Plan A" auf.

Es ist nicht so, als hätte Matthias Jaissle in seiner Trainerlaufbahn nicht schon einiges erlebt. In Dänemark wurde er beispielsweise als Co-Trainer von Alexander Zorniger mit Bröndby 2018 Pokalsieger. Im Januar diesen Jahres stieg er vom Jugendcoach bei RB Salzburg zum Chefcoach des RB-Farmteams Liefering auf, wurde dort Nachfolger von Bo Svensson (1.FSV Mainz 05). Doch jetzt übernimmt er ab 1. Juli als Cheftrainer bei RB Salzburg, erhält dort einen Vertrag bis 2024. Auch aus der Heimat wurde er von Glückwünschen via Handy überschüttet. Ob aus seiner Geburtsstadt Nürtingen, vom VfB Stuttgart, wo er in der Jugend gespielt hat oder aus Hoffenheim, seiner Profistation? "Es sind unglaublich viele Nachrichten da, aber von wem genau, keine Ahnung, hatte dazu noch keine Zeit", so Jaissle.

Matthias Jaissle: "Unfassbar dankbar, dass ich hier sein kann"

Was dem 33-Jährigen diese Beförderung bedeutet, war bei seiner Vorstellung in seinem Gesicht abzulesen. Immer wieder wechselte sich der konzentrierte Blick mit einem stolzen, breiten Grinsen ab: "Ich bin unfassbar dankbar, dass ich hier sein kann." Die Vergleiche mit dem gleichaltrigen Julian Nagelsmann sind für ihn kein Thema. Die immer wiederkehrende Frage nach dem Einfluss von Förderer Ralf Rangnick auch nicht. Genauso wenig, wie die nach Vorbildern. Seine eigene, klare Linie ist ihm wichtig: "An oberster Stelle steht für mich aber Authentizität. Ich habe es als Spieler immer geschätzt, wenn meine Trainer ehrlich waren. So möchte ich auch auftreten."

Plan A war Jaissle, nicht Glasner

Während in den deutschen Medien über einen Wechsel von Wolfsburg-Trainer Oliver Glasner nach Salzburg spekuliert wurde, war das bei den Verantwortlichen kein Thema: "Jaissle war unser Plan A!", sagt Sportchef Christoph Freund, der dank weiser Voraussicht in den vergangenen Tagen keinen Stress hatte: "Die Entscheidung war länger vorbereitet, für denn Fall, dass Jesse gehen würde." Jesse Marsch wird gehen, wird in Leipzig Nachfolger von Julian Nagelsmann. Der gebürtige Nürtinger Jaissle hat in Salzburg das volle Vertrauen, oder wie es Freund anerkennender nicht hätte sagen können:

"Für Matthias Jaissle spricht Matthias Jaissle."

Christoph Freund, Sportchef FC RB Salzburg

Nicht nur Verein und Jaissle haben übrigens ein "richtig gutes Gefühl", auch noch-Salzburg- und bald Leipzig-Coach Jesse Marsch nahm am Lobgesang teil: " Ich bin großer Fan von diesem Verein und jetzt noch mehr: Viel Glück, das ist ein super Job für einen jungen Trainer."

Viel mehr Lob ging an diesem Tag kaum. Bis Saisonende steht für Jaissle noch Alltag in Liefering an. Dem gilt seine "volle Konzentration", aber immerhin wird er die Zeit finden, die vielen Glückwünsche aus der Heimat in Ruhe zu lesen.

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