Schiedsrichter Lukasz Pietzarek  (Foto: SWR)

Interview nach Attacke auf Unparteiischen im Kreis Kaiserslautern

Schiedsrichter: "Ich wünsche mir, dass man respektvoll mit uns umgeht!"

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Nach dem Angriff auf einen Schiedsrichter haben wir mit einem Unparteiischen aus Kaiserslautern über Anfeindungen auf dem Fußballplatz gesprochen. Sein Wunsch: Mehr Respekt!

Schiedsrichter nehmen jedes Wochenende weite Wege auf sich, damit die Fußballspiele auf den vielen Sportplätzen in Rheinland-Pfalz stattfinden können. Als Dank gibt es nicht selten Pfiffe und Buhrufe der Fans und Pöbeleien der Spieler. Manchmal kommt es noch schlimmer – wie beispielsweise am vergangenen Wochenende, als es zu einem Großeinsatz der Polizei auf einem Fußballplatz in Enkenbach-Alsenborn kam. Dort wurde der Schiedsrichter von einem Spieler zu Boden gestoßen, nachdem er die gelb-rote Karte sah.

Der 24-jährige Lukasz Pietzarek aus Kaiserslautern ist ebenfalls Schiedsrichter. Auch er hat bereits heikle Situationen auf dem Platz erlebt, wie er im Interview berichtet.

SWR Aktuell: Herr Pietzarek, sie sind in Ihrer Rolle als Schiedsrichter auch schon mal bedroht worden. Was genau ist da passiert?

Lukasz Pietzarek: "Das Spiel war ein bisschen hitziger, es gab zwei rote Karten im Laufe des Spiels. Nach Spielschluss wurde ich dann von Spielern und Zuschauern angegangen. Man war ein bisschen verängstigt, man wusste nicht, wie man reagieren soll. Man wollte einfach nur vom Platz runter und sich in Sicherheit bringen. Der Verein hat mir in der Situation dann auch geholfen, Ordner haben mich zurück in die Kabine begleitet. Es kamen Äußerungen wie "wir stechen deine Reifen ab und wir lassen dich hier nicht raus". Also ich war dann echt froh, wieder in der Kabine zu sein."

SWR Aktuell: Aber wie reagiert man in einer solch brenzligen Situation als Schiedsrichter am besten?

Lukasz Pietzarek: "Man muss Ruhe bewahren und Fingerspitzengefühl zeigen. Auch nicht auf alle Äußerungen eingehen und am besten auch Dinge ignorieren."

SWR Aktuell: Was würden Sie sich für die Zukunft wünschen?

Lukasz Pietzarek: "Zum einen sind wir auch nur Menschen. Ich möchte, dass man mit uns respektvoll umgeht und mehr Verständnis in der ein oder anderen Situation zeigt. Und ich würde mir wünschen, dass mehr Leute Schiedsrichter werden. Weil das war auch meine Erfahrung – als ich Schiri geworden bin, hab ich Fußballspiele direkt mit einem anderen Auge gesehen."

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