FIFA Fußball-WM 2022

Hitzlsperger zu "One Love"-Binde: "Wir haben uns verrannt"

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Johannes Seemüller

Thomas Hitzlsperger, ehemaliger Fußball-Nationalspieler und ARD-Experte, hat die Aktion mit der "One Love"-Binde bei der WM in Katar als Fehler bezeichnet.

Hitzlsperger, der ehemalige Kapitän des VfB Stuttgart, fand am Samstagabend in der ARD klare Worte zur gescheiterten Aktion mit der "One Love"-Binde während der Fußball-WM in Katar. Er habe damit gerechnet, dass nach dem sportlichen Misserfolg des DFB-Teams alles zurückkomme. Dabei habe er sich persönlich sehr dafür eingesetzt, dass die Missstände im Gastgeberland der WM vom deutschen Team deutlich angesprochen würden.

"Ich durfte einmal zur Mannschaft sprechen und habe sie auch animiert." Er habe die Spieler ermuntert, die WM als Plattform zu nutzen und für die Werte einzustehen. "Heute muss ich erkennen: Wir haben uns verrannt. Wir haben zu sehr gedacht, dass wir die Bühne nutzen müssen, um Menschen eine Stimme zu geben, die keine Stimme haben."

"Wir sind richtig auf die Fresse geflogen"

Jetzt müsse man aber erkennen, dass die FIFA und WM-Gastgeber Katar bestimmten, was während der WM passiere. "Und wenn wir kein Druckmittel haben, dann kommen wir damit nicht durch. Wenn allein schon die Androhung einer gelben Karte oder einer sportlichen Sanktion dazu führt, dass sie zurückziehen, dann bringt das alles nichts."

Dann fügte er hinzu: "Ich glaube, dass die Spieler künftig selbst entscheiden müssen, ob es ihnen wichtig genug ist, um eine solche Aktion zu machen. Aber ich oder der Verband können natürlich nicht von der Mannschaft verlangen: Ihr müsst das machen." So werde das nicht mehr funktionieren. "Wir sind richtig auf die Fresse geflogen dafür", sagte HItzlsperger.

Thema zu sehr in Köpfen der Spieler

Der Ex-Profi glaubt, dass dieses Thema zu präsent in den Köpfen der Nationalspieler gewesen sei. "Sie haben sich zu viel damit beschäftigen müssen. Und das war nicht förderlich." Gut finde er, dass kein Spieler diese Thematik als Ausrede für das vorzeitige Aus bei der WM gebracht habe.

Die "One Love"-Kapitänsbinde der europäischen Kapitäne um Manuel Neuer hatte zu Beginn der WM zum großen Zerwürfnis mit dem Fußball-Weltverband FIFA geführt. Die FIFA hatte die an der Kampagne für Menschenrechte und Vielfalt beteiligten UEFA-Teilnehmer stark unter Druck gesetzt und mit sportlichen Sanktionen gedroht. Der Deutsche Fußball-Bund und die weiteren Verbände verzichteten in Katar deshalb auf das symbolträchtige Stückchen Stoff.

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Johannes Seemüller

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