Gerd Müller ( Bayern ) gegen Karlheinz Förster ( VfB ) (Foto: IMAGO, IMAGO / Pressefoto Baumann)

Fußball | Bundesliga

Trauer um den "Bomber der Nation": Gerd Müller ist tot

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"Ich habe nie wieder gegen einen Stürmer gespielt, der so wie er aus dem Nichts ein Tor machen konnte", erinnert sich VfB-Altstar Karlheinz Förster an Müller. Am Sonntag ist der frühere Weltklasse-Torjäger des FC Bayern mit 75 Jahren gestorben.

Die Wohlfühlzone im Leben von Gerd Müller umfasste exakt 665,28 Quadratmeter. Als Fußballer war der nur 1,76 Meter große Stürmer der König des Sechzehnmeterraums. Es "müllerte" in praktisch jedem Spiel. Gerd Müller erledigte seinen Job in den Stadien auf unnachahmliche Weise: Er traf blitzschnell aus der Drehung, im Fallen und im Sitzen, mit links oder rechts und mit dem Kopf. Ganz egal. Der Sechzehner war sein Reich.

Lehrreiches Spiel für Karlheinz Förster

Diese lehrreiche Erfahrung musste auch Karlheinz Förster in seinem ersten Bundesligaspiel machen. Als 19-Jähriger traf der Verteidiger des damaligen Aufsteigers VfB Stuttgart am 6. August 1977 im Neckarstadion auf den großen FC Bayern München - und auf Gegenspieler Gerd Müller. Der damals 32-Jährige zeigte dem jungen Defensivmann schnell, wo der Hammer hängt. In der 43. Minute drehte sich Müller geschickt um VfB-Verteidiger Karlheinz Förster herum und ließ Helmut Roleder im Tor der Schwaben keine Chance. Ausgleich zum 2:2. "Ich habe nie wieder gegen einen Stürmer gespielt, der so wie er aus dem Nichts ein Tor machen konnte", erinnerte sich Karlheinz Förster in der Sendung SWR Sport.

Müller setzte auch den Schlusspunkt in dieser spektakulären Bundesliga-Partie. Rummenigges Schuss in der 89. Minute landete am Stuttgarter Pfosten, Müller schlich sich an Karlheinz Förster vorbei und staubte zum 3:3-Endstand ab. Förster musste reichlich Lehrgeld zahlen. "Ich glaube, es war ganz wichtig, dass man gleich am Anfang - wenn man nach oben will - eine richtige Reifeprüfung hat", erinnerte sich Förster an dieses Spiel. "Daraus sollte man dann lernen, weil du als junger Spieler immer auch mal Fehler machst. Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen."

Weltstar ohne Lust auf Rote Teppiche

Vor einigen Jahren erkrankte Gerd Müller an Alzheimer. Er lebte zuletzt in einem Pflegeheim. Dort wurde er professionell betreut. Bei der heimtückischen Erkrankung geht das Gedächtnis verloren, das Wesen des Betroffenen verändert sich. Der FC Bayern hatte die schwere Erkrankung wenige Wochen vor Müllers 70. Geburtstag publik gemacht.

Müller traf in nur 62 Länderspielen für Deutschland 68 Mal - eine phänomenale Quote von 1,1 Treffern pro Einsatz. Seine 40 Bundesligatore in der Saison 1971/72 waren fast ein halbes Jahrhundert Rekord. In der vergangenen Saison übertraf ihn der heutige Bayern-Torjäger Robert Lewandowski. Der Weltfußballer aus Polen schaffte 41 Treffer. Müller war ein Weltstar, aber keiner für Glamour und Rote Teppiche.

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