Andreas Brehme mit Fuji-Cup (Foto: imago images, Imago images / Ferdi Hartung)

Fußball | Glosse

Gegen die Tristesse: Gebt uns den Fuji-Cup zurück!

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Hier ein neuer Wettbewerb, da wieder mal eine Reform: Wir sind es längst gewohnt, dass ständig irgendwo Fußball gezeigt wird. Genug ist genug? Nicht, wenn es nach SWR-Redakteur Michael Glang geht. Er hat einen - nicht ganz ernst gemeinten - Vorschlag.

Montagabende irritieren mich seit einigen Wochen. Man kann praktisch keines seiner vielen Abos nutzen, um Spitzenfußball live zu schauen. In meinen Augen ist das ein Skandal. Wie sollen sich die Menschen vom ersten harten Tag nach dem Wochenende erholen, wenn abends kein hochglanzpolierter Wettbewerb über den Bildschirm flimmert? Das ist doch niemand mehr gewohnt.

3. Liga: Wo bleibt die Lichtshow?

Okay, mittlerweile findet in der 3. Liga am Montag ein Spiel statt. Nichts gegen den SC Verl und den TSV Havelse, die in dieser Woche dran waren, aber etwas mehr Glamour darf es für meinen Geschmack dann doch sein. Meines Wissens nach gibt es in Verl nicht mal eine adäquate Lichtshow rund um die Heimspiele. Dabei sind es genau diese Features, die doch zuletzt schon erfolgreich vom klassischen (aber überholten) Stadionerlebnis ablenken.

Auch viele Zuschauer zeigen sich hier noch zu pingelig. Als zuletzt ein echter Fan der nordmazedonischen Mannschaft im Spiel gegen Deutschland Joshua Kimmich mit einem Laserpointer "bearbeitete", war der Aufschrei in den sozialen Medien groß. Dabei sollte der DFB-Star wahrscheinlich nur als Projektionsfläche in das Light-Event eingebaut werden.

Jetzt muss er (wieder) kommen: Der Fuji-Cup

Aber zurück zum Montag. Das ist so keine Lösung. Europäische Wettbewerbe gibt es ja jetzt genug (die UEFA hat mit der Einführung der Europa Conference League die Zeichen der Zeit erkannt). Jetzt sollte der DFB nachziehen. Mir schwebt dabei ein zukunftsgetriebenes Modell vor, dass durch die Benennung einen klassischen Anstrich bekommt, um alle Fußballfans abzuholen. Ich fordere die Wiedereinführung des "Fuji-Cups"!

Okay, im Jahr 1986 hieß der Wettbewerb zunächst noch "Casio-Cup" - aber dann wurde er umbenannt in, genau, "Fuji-Cup". Bis 1996 wurde der Sieger zwischen vier Bundesliga-Klubs ermittelt, mit Halbfinale und Finale. Die Qualifikation für die Neuauflage wäre denkbar einfach. Die vier Bundesligisten mit der schwächsten Laufleistung des Wochenendes sind mit dabei. Das sieht nach Strafe aus, ist aber letztlich eine Hilfestellung für alle Vereine, sich noch mehr anzustrengen, um dem großen FC Bayern Paroli zu bieten. Die Münchner können sich übrigens nicht qualifizieren, der Spannung wegen - und weil sie auch im "Fuji-Cup" Rekordgewinner sind.

Konfettiregen und Häppchen in der Schneise

Und ja, der Wettbewerb findet jede Woche statt. Da von Übersättigung auf dem Fußballmarkt ja nun wirklich nicht die Rede sein kann, lechzen die Fans geradezu nach einem montäglichen Konfettiregen. Gespielt wird in Frankfurt in der neuen DFB-Akademie. Irgendein Internet-Anbieter wird sich schon finden, der das Ganze streamt. Im Grunde warten die Menschen ja nur darauf, ein weiteres Abo abschließen zu können. Das Gewinner-Team bekommt dann noch leckere Häppchen in der Otto-Fleck-Schneise, bevor es zum Flughafen geht. Und mal ehrlich: Welcher Klub hätte nicht gerne "Fuji-Cup-Sieger KW44 2021" auf dem Briefkopf stehen? Eben.

Das Ding ist wasserdicht. Deshalb lautet meine ultimative Forderung an die DFB-Spitze: Lasst die Fans nicht hängen und gebt uns den "Fuji-Cup" zurück! Für Montage mit Konfettiregen statt Tristesse.

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