Jae-sung Lee wechselt von Holstein Kiel zu Mainz 05 in die Bundesliga (Foto: imago images, Imago/Zink)

Fußball | Bundesliga

Mainz 05 Neuzugang Jae-sung Lee freut sich auf die Bundesliga und hofft auf das Trikot von Thomas Müller

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Der koreanische Nationalspieler Jae-sung Lee ist von Zweitligist Holstein Kiel zu Mainz 05 gewechselt und hat erstmals den Journalisten Rede und Antwort gestanden. Dabei gab er interessante Einblicke in sein Leben als Fußball-Profi in Deutschland.

Dass Mainz eine fröhliche und lebenswerte Stadt ist, kann vermutlich jeder bestätigen, der dort lebt. Dass aber ein Südkoreaner, der gerade mal ein paar Tage hier ist und noch nicht mal eine Wohnung hat, die Stadt schon lieb gewonnen hat, das überrascht dann doch. Jae-sung Lee jedenfalls sagt, dass er sich hier sehr wohl fühlt und keine Eingewöhnungszeit benötigt, schließlich ist der Neuzugang von Mainz 05 bereits seit drei Jahren in Deutschland. "Das erste Jahr war noch recht schwer in Deutschland, im zweiten und dritten Jahr habe ich mich eingewöhnt, jetzt fühle ich mich angekommen", sagt der stets gut gelaunt wirkende Lee. Im Moment ist er komplett auf sich alleine gestellt. Sobald er aber eine Wohnung gefunden hat, erwartet der 28-Jährige auch mal Besuch von seiner Familie.

Nächster Karriereschritt mit Mainz 05 in der Bundesliga

Bei Holstein Kiel war Lee in der zweiten Liga einer der prägenden Spieler, hatte wesentlichen Anteil an der erfolgreichen vergangenen Saison, die im DFB-Pokal bis ins Halbfinale geführt hatte und fast in die Bundesliga. Erst im Relegations-Rückspiel gegen Köln verpassten die Kieler den Aufstieg. Jae-sung Lee wäre möglicherweise im Fall des Aufstiegs auch in Kiel geblieben. So aber wollte er den nächsten Karriereschritt machen. Dabei zitiert er ein koreanisches Sprichwort: "Man sollte am höchsten Punkt aussteigen können." Auf deutsch bedeutet das wohl, in Kiel war das Ende der Fahnenstange erreicht, jetzt will er mit Mainz erfolgreich in der Bundesliga spielen.

Überzeugender Anruf von Bo Svensson

Dabei waren neben Mainz durchaus auch andere Vereine an dem Angreifer interessiert, der zudem als Vorlagengeber eine starke Quote aufweisen kann. Warum ein Wechsel zu 1899 Hoffenheim gescheitert ist, kann oder will Lee nicht sagen. Aber Mainz hat ihn überzeugt. Trainer Bo Svensson hatte sich wohl früh bei seinem Manager und Bruder gemeldet. Dabei muss der Mainzer Coach sehr überzeugend aufgetreten sein. Der Umworbene wollte danach unbedingt zu den Rheinhessen, die ihn mit der starken Rückrunde ohnehin schon sehr beeindruckt hatten.

Schnelle Integration

Große Anpassungsschwierigkeiten beim Wechsel von der zweiten zur ersten Liga sieht Lee nicht. "Ich muss mich persönlich nicht unbedingt verbessern, sondern ich muss mich gut in das Team integrieren und die Aufgaben des Trainers zu einhundert Prozent erfüllen", sagt Lee, der von einem Dolmetscher übersetzt wird. Dabei sind seine deutschen Sprachkenntnisse gar nicht so schlecht. "Ich habe einiges verstanden, aber das Sprechen ist noch schwer", sagt er zu den Journalisten in gut verständlichen deutschen Worten.

Verletzung schnell auskurieren

Jae-sung Lee präsentiert sich als höflicher, ehrgeiziger und fleißiger Mensch, der sich möglichst schnell harmonisch in die Mannschaft einfügen möchte. Im Moment bremst ihn allerdings noch eine Verletzung aus, die er sich im Juni bei der Nationalmannschaft zugezogen hatte. Bis zum Trainingslager will er aber fit und einsatzfähig sein, so dass er zum Saisonstart auf jeden Fall zum Kader gehören kann.

Er ist heiß auf die Bundesliga und hat mit Kiel gezeigt, dass er auf erstklassigem Niveau spielen kann. Schließlich stand Köln kurz vor der Niederlage und den Bayern haben die Kieler im Pokal ja bekanntlich die Lederhosen ausgezogen. Die Truppe von Hansi Flick war damals derart bedient, dass nicht einmal der Trikottausch mit Thomas Müller geklappt hat. Das möchte Jae-sung Lee jetzt gerne in der Bundesliga nachholen - sofern der Rekordmeister in dieser Saison gegen Mainz nicht als Verlierer vom Platz geht.

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