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Die Planungen für die neue Saison laufen bei Mainz 05 auf Hochtouren. Zumindest im Tor sind die Rheinhessen bestens aufgestellt. Mit Robin Zentner eine klare Nummer Eins, mit U21-Europameister Finn Dahmen einen gleichwertigen Ersatz. Dazu steht bei Rückkehrer Florian Müller ein finanziell lukrativer Transfer an.

Robin Zentner

Für die Mainzer Nummer Eins war die Hinrunde zum Vergessen. Mit 36 Gegentoren in 17 Spielen waren die 05er die Schießbude der Liga. Der 26-Jährige, der den Kampf um den Stammplatz im Mainzer Tor gegen Konkurrent Florian Müller für sich hatte entscheiden können, blieb selbst nicht frei von Fehlern. Doch mit dem Umschwung stabilisierte sich auch der Eltviller und wurde zu einer der Konstanten, die einen großen Anteil am Mainzer Klassenerhalt hatten. 

Zentner ist einer der Führungsspieler im Team, seine Meinung gilt, er gehört zu den Gesichtern der Mannschaft. Auch bei den Fans. Nicht umsonst hatte der Club seinen Vertrag im letzten Jahr langfristig bis 2023 verlängert. Auch 05-Coach Bo Svensson weiß, was er an seiner Nummer Eins hat. Bei aller internen Konkurrenz deuten die Zeichen darauf hin, dass die Konstellation im Mainzer Tor auch in der kommenden Saison Bestand haben könnte.

Florian Müller

Florian Müller ist erstmal zurück in Mainz. Während seiner Leihe zum SC Freiburg konnte der 23-Jährige Werbung in eigener Sache betreiben. Müller funktionierte auf Anhieb bei den Breisgauern, passte auch von seinem Torwartspiel ins Team. 31 Partien absolvierte er für den Sportclub und war mit dafür verantwortlich, dass der SC bis zum letzten Spieltag auf die Teilnahme an der neu eingeführten europäischen Conference League hoffen durfte.

Dass er sich nach seiner Rückkehr erneut auf die Bank der 05er setzen wird, gilt als ausgeschlossen. Der als hochtalentiert geltende Saarländer steht zwar aktuell noch in Mainz bis Juni 2022 unter Vertrag, verlor jedoch den Kampf um den Stammplatz im Mainzer Kasten in der vergangenen Saison gegen den Mentalitätsspieler Robin Zentner. Gut für Müller: Der VfB Stuttgart sucht weiterhin nach einer neuen Nummer Eins.

Nach dem Transfer von Gregor Kobel zu Borussia Dortmund ist das Interesse der Schwaben an Müller hinterlegt. Sportdirektor Sven Mislintat bemüht sich um eine Verpflichtung. Der Keeper und der VfB sind sich schon weitgehend einig und auch Mainz 05 ist bereit, Müller gegen eine entsprechende Summe ziehen zu lassen. Die Verhandlungen gestalten sich aktuell dennoch schwierig. Beide Clubs liegen in den finanziellen Vorstellungen des Transfers noch auseinander. Die Schwaben bieten rund vier Millionen Euro, die Rheinhessen fordern dem Vernehmen nach fünf.

Finn Dahmen

Finn Dahmen gilt als begnadeter Fußballer. Sein Hackentor gegen den VfB Stuttgart II ist am Bruchweg längst ein Mythos. Dahmens Fähigkeiten am Ball waren nicht zuletzt auch für U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz ein ausschlaggebendes Argument, den 23-Jährigen Mainzer zum Stammtorwart beim Turnier in Slowenien zu machen. Dahmen zahlte das in ihn gesetzte Vertrauen zurück, war mit zwei gehaltenen Elfmetern maßgeblich am Halbfinaleinzug der Deutschen Mannschaft gegen Dänemark und dem Gewinn der U21-Europameisterschaft beteiligt.

Doch gerade seine offensive Spielweise, die Bereitschaft sich unter Druck anspielen zu lassen und seine hohe Passqualität waren im Turnierverlauf auffällig. Zwar unterlief Dahmen unter Bedrängnis nach einem Einwurf gegen die Niederländer in der Gruppenphase ein Fehler, der in einem Gegentor resultierte, allerdings führte das nicht dazu, dass Dahmen sein Spiel umgestellt hätte. Der Ersatztorwart der Mainzer lässt sich auch von eigenen Fehlern nicht aus der Bahn werfen und wirkt gefestigt in seiner Spielweise.

Auch in der abgelaufenen Saison wusste der junge Torwart in seinen ersten drei Bundesligaeinsätzen gegen die Bayern, Dortmund und Wolfsburg zu überzeugen. Seine starke Ballbehandlung erschwerte den Gegnern immer wieder das hohe Pressing und verschaffte den Mainzern so Luft im Spielaufbau.

Nach Florian Müller mit Finn Dahmen den nächsten spielstarken und modernen Torspieler auf die Bank zu setzten, könnte ein kritisches Zeichen an die nachrückenden Torhüter Marius Liesegang (21) und Lasse Rieß (19) sein, die ebenfalls in den Profi-Kader drängen. Die Frage ist, was Bo Svensson von seinem zukünftigen Torwart erwartet. Die Frage ist aber auch, ob es der Anspruch eines 23-Jährigen U21-Europameisters ist, sich hinter Robin Zentner auf die Bank zu setzten, wenn er sich nur durch Spielpraxis verbessern kann und die nachrückende Konkurrenz nicht kleiner wird. Stefan Kuntz hat bewiesen: Finn Dahmen braucht vor allem Vertrauen.

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