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Der 1. FSV Mainz 05 geht in die zwölfte Bundesliga-Saison in Folge. Das Ziel Klassenerhalt ist wieder klar definiert. Aber diesmal wollen die 05-Verantwortlichen, dass eine Mannschaft die Klasse hält, die immer als Einheit auftritt.

So lief die vergangene Saison

Das Wort "Identifikation" machte nach den vielen Niederlagen der vergangenen Saison die Runde im Umfeld des Mainzer Bruchwegs und in den sozialen Netzen. Insgesamt 19 Spiele gingen verloren, neuer Negativrekord für die 05er in der Bundesliga. Der Vorwurf: Einige Spieler würden sich nicht mit Verein und Stadt identifizieren und deshalb auf dem Platz nicht alles geben. Der 1. FSV Mainz 05 als Durchgangsstation. Nachdem der Klassenerhalt am vorletzten Spieltag gesichert werden konnte, gab sich der Verein selbstkritisch. "Wir haben als Team nicht wirklich zusammengefunden", monierte etwa Kapitän Danny Latza und gestand erfreulich ehrlich ein: "Wir waren über weite Strecken der Saison nicht immer eine Einheit."

Sportvorstand Rouven Schröder versprach Tacheles zu reden mit den Spielern und einiges zu verändern in der neuen Saison. "Wenn einer das Gefühl hat, dass es bei uns Provinz ist, dann ist er hier falsch. Wir sind alles andere als Fußball-Provinz. Wir sind ein gewachsener Standort", so Schröder. Tatsächlich ist der 1. FSV Mainz 05 ein "gewachsener Standort" und mittlerweile auch fester Bestandteil der Fußball-Bundesliga. Die Rheinhessen starten in ihre zwölfte Erstligasaison in Folge. Eine echte Erfolgsgeschichte.

Damit diese Mainzer Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden kann, soll es in dieser Saison nun besser laufen mit der Identifikation und Integration. "Wir haben auch die Spieler darauf angesprochen, dass ein Aspekt der Identifikation und Integration die Sprache ist", sagte Trainer Achim Beierlorzer. Was das konkret bedeutet, machte Sportvorstand Schröder bereits zum Saisonende im Juni klar: Man werde von den Profis "noch mehr einfordern, sich auf deutsch zu artikulieren und Deutsch zu verstehen".

 Wer kommt, wer geht?

"Der Markt ist momentan entschleunigt", sagt Rouven Schröder. Anders gesagt: Das Mainzer Personal-Karussell hat noch nicht so richtig Fahrt aufgenommen. Da können aber noch einige kommen und gehen. Bisher stehen als Neuzugänge zwei Innenverteidiger fest. Dimitri Lavalée wurde schon im Winter ablösefrei von Standard Lüttich verpflichtet. Und Luca Kilian kommt vom SC Paderborn. Dazu wurden drei Talenten aus dem eigenen Nachwuchs Profiverträge gegeben. Die große Frage aber ist, wer den Verein noch verlassen wird, außer den ohnehin schon ausgeliehenen Spielern wie Gerrit Holtmann (VfL Bochum), Alexandru Maxim (Gaziantep FK) oder Aaron Seydel (Darmstadt 98).  

 

Bisher hat Rouven Schröder in jedem Sommer einen Megadeal abgeschlossen und sich so frisches Geld gesichert für einen wettbewerbsfähigen Bundesligakader. In der Vergangenheit hat sich der 1. FSV Mainz 05 als Sprungbrett für hoffnungsvolle Nachwuchsspieler einen Namen gemacht. Aussichtsreiche Talente wurden verpflichtet und nach einigen Jahren für zweistellige Millionensummen wieder transferiert. Beispiele: Jean-Philippe Gbamin (25 Millionen Euro) oder Abdou Diallo (28 Millionen Euro). 

Stürmer Jean-Philippe Mateta hat sich schon länger selbst ins Schaufenster gestellt. Der Franzose könnte 15-20 Millionen Ablöse einbringen. Anfragen gibt es bereits, bestätigt Rouven Schröder. "Es ist weder verhandelt worden, noch konkreter etwas Schriftliches eingegangen. Natürlich kann es sein, dass mal ein Angebot reinkommt, das wir als Mainz 05 nicht außer Acht lassen können." 

 

Ein anderer Verkaufskandidat ist Moussa Niakathé. Auch für ihn gibt es Anfragen und auch er würde viel Geld in die Mainzer Kasse spülen, die Corona bedingt schon komfortabler gefüllt war als aktuell. Der 1. FSV Mainz 05 rechnet für die anstehende Saison mit 13 Millionen Euro weniger an Medienerlösen.

Der Trainer

Wenn die Mannschaft nicht als Einheit auftritt, wird auch der Trainer hinterfragt. Achim Beierlorzer hat im November letzten Jahres von Sandro Schwarz ein schon damals nicht funktionierendes Team übernommen und er hat lange gebraucht, um das richtige System für diese Truppe zu finden. Erst zum Saisonende wurde der 1. FSV Mainz 05 konstanter. Gerade rechtzeitig, um die Klasse zu halten. Jetzt hat der 52-Jährige eine Sommervorbereitung, um den eingeschlagenen Kurs weiterzuführen. In der Vorbereitung hat er besonderes Augenmerk auf die Defensive gelegt. Naheliegend, nachdem die Mainzer in der vergangenen Saison 65 Gegentore kassiert haben. Auch das ein Bundesliga-Negativ-Rekord. Beierlorzer will seine Jungs mehr laufen sehen und fordert mehr Klarheit im Spiel nach vorne. Also nicht nur kämpfen und kratzen, sondern auch wieder mehr das Spiel mit dem Ball kultivieren.

Die Ziele

Klassenerhalt, am liebsten frühzeitig - so lautet auch in der zwölften Bundesligasaison in Folge das oberste Ziel. Aber diesmal wollen die 05-Verantwortlichen, dass eine Mannschaft die Klasse hält, die immer als Einheit auftritt. Spieler, die sich mit dem Verein identifizieren und in die Mannschaft integrieren. Deutsch als interne Kommunikation soll dabei helfen. Der große Wunsch ist, dass so die Mannschaft die Fans wieder mehr auf Ihre Seite zieht und ein neues Miteinander in Mainz schafft. 

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