Enttäuschte Mainzer Spieler nach Niederlage gegen Wolfsburg (Foto: imago images, Imago/HMB-Media)

Fußball | Bundesliga

Mainz 05 verteilt zu viele Geschenke

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Mainz 05 benötigt jeden Punkt im Abstiegskampf. Nach dem kompletten Austausch der sportlichen Führung hofft man auf die Trendwende, bringt sich aber wie zuletzt beim 0:2 gegen Wolfsburg mit unnötigen Fehlern um den erhofften Lohn für unermüdlichen Einsatz.

Am Ende standen die Mainzer wieder mit leeren Händen da. Zum Abschluss einer denkwürdig schlechten Hinrunde gab es eine Niederlage gegen Wolfsburg, die vermeidbar gewesen wäre. "Wir hätten nicht verlieren müssen. Aber wir waren wieder einen Moment unaufmerksam und haben unnötige Geschenke verteilt", so das Fazit von Kapitän Danny Latza.

Miserable Hinrundenbilanz

Nun schließen die Mainzer die Hinrunde mit sieben Punkten aus 17 Spielen ab. Das ist eine Bilanz, die man getrost als desaströs bezeichnen kann. Sportdirektor Martin Schmidt will aber nicht zurückblicken, sondern nach vorne schauen und rechnet so. "Wir brauchen in der Rückrunde 23 oder 24 Punkte, um mindestens den 16. Tabellenplatz zu erreichen." Mehr als dreimal so viele Punkte wie in der Hinrunde sind also nötig, um vielleicht die Relegation zu schaffen. Das zeigt, wie schwer die Aufgabe sein wird und welche Leistungssteigerung verlangt wird, um die Klasse eventuell noch zu halten.

Fußballerische Defizite

Trainer Bo Svensson hat noch viel Arbeit vor sich, um die Mannschaft auf Kurs zu bringen. Die Spiele unter seiner Regie gegen Frankfurt, Dortmund und Wolfsburg haben gezeigt, dass die Mannschaft willig ist. Fehlenden Einsatz und Leidenschaft kann man ihr nicht vorwerfen, es fehlt an anderer Stelle. "Wir hätten nach dem Unentschieden gegen Dortmund gerne nachgelegt. Aber wir müssen uns fußballerisch verbessern, wenn wir die Wahrscheinlichkeit erhöhen wollen, Spiele zu gewinnen", so die Analyse von Bo Svensson.

Mateta-Abgang muss kompensiert werden

Ob die fußballerische Klasse von Mainz durch den Abgang von Stürmer Jean-Philippe Mateta nun besser wird, ist die Frage. Der umstrittene Franzose zeigte seine Fähigkeiten zuletzt nur noch selten, war aber mit sieben Treffern immer noch mit Abstand der erfolgreichste Torschütze. Für gut drei Millionen Euro wird er nun wohl an den Premier League-Klub Crystal Palace ausgeliehen und man fragt sich, wer nun in Mainz die Tore schießen soll.

Bo Svensson verliert nicht viele Worte zu dem Abgang des früheren Heilsbringers: "Er wollte eine neue Herausforderung und nun beschäftige ich mich mit den Spielern, die hier sind. Das ist mein Job als Trainer", sagt der Däne lapidar.

Verstärkungen geplant

Auch Sportdirektor Martin Schmidt kommt zu dem Ergebnis, dass man Reisende nicht aufhalten soll: "Wir sprechen bei Mateta oft von der Qualität, die er vor zwei Jahren hatte. Jetzt wollte er sich verändern und es fehlte ihm in den letzten Spielen auch an der Identifikation mit Mainz." Die Einnahmen aus dem Transfer, der zunächst ja nur eine Leihe ist, ermöglicht Spielräume für Neuverpflichtungen. Dominik Kohr von Eintracht Frankfurt ist bereits gekommen. Allzu spektakuläre Verstärkungen sind allerdings kaum zu erwarten, einen qualitativ gleichwertigen Stürmer zu bekommen, dürfte schwierig werden. Schmidt vertraut auf das offensive Personal, dass bereits im Kader ist. "Mit Burkardt, Quaison, Onisiwo sind wir da gut bestückt, aber wir müssen schauen, ob wir auf den Außenbahnen noch etwas machen werden", deutet Schmidt an, in welche Richtung die Aktivitäten in der Transferphase noch gehen könnten.

In Rückrunde muss Erstliga-Niveau erreicht werden

Nun beginnt am Samstag mit dem Spiel gegen Leipzig also die Rückrunde. Danach folgen mit Stuttgart, Union Berlin, Leverkusen und Gladbach weitere dicke Brocken aus der oberen Tabellenhälfte. Für Bo Svensson bleibt nicht, wie sonst nach der Hinrunde, Zeit zum Durchatmen. Er muss die Mannschaft quasi im laufenden Betrieb verbessern. Die Ansätze dafür waren in den Spielen gegen die Bayern und gegen Dortmund zu erkennen. Es folgten aber die Rückschläge gegen Frankfurt und Wolfsburg. Konstantes Erstliga-Niveau war das noch nicht. Aber genau das wird eben nötig sein, wenn man in der ersten Liga bleiben will. Und auf diesem Weg hat Mainz nichts mehr zu verschenken.

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