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Der Frust saß tief bei Keeper Robin Zentner vom 1. FSV Mainz 05. Sein Fehler führte zur Niederlage gegen Augsburg. Aber die direkte Reaktion der Mannschaftskollegen zeigte: Teamgeist und Zusammenhalt stimmen bei den Rheinhessen.

Nach Abpfiff wollte Robin Zentner am liebsten niemanden sehen und schon gar nicht sprechen. Tief in sich gekehrt lehnte der 24-Jährige am Pfosten. Die entscheidende Szene, seinen Patzer, immer wieder vor dem inneren Auge. Frustriert biss er sich in seinen Handschuh. Immer wieder liefen Teamkollegen zu ihm, umarmten ihn, trösteten ihn, munterten den sonst so starken Rückhalt im Tor auf. Was davon wirklich bei der Mainzer Nummer eins ankam, war nicht zu erkennen.

Mwene: "Damit halten wir uns nicht lange auf"

"Robin weiß, dass es blöd war. Aber wir haben ihn alle direkt wieder aufgebaut. Das ist jedem von uns schon passiert. Freitag geht’s weiter, damit halten wir uns nicht lange auf", versuchte Abwehrspieler Philipp Mwene sofort wieder, den Blick nach vorne zu richten.

Keine Vorwürfe, nur Aufmunterung

Trotzdem muss Zentner erstmal den folgenschweren "Sekundenschlaf" verdauen. Denn durch seinen Fehler wurde die rheinhessische Aufholjagd im Abstiegskampf erstmal gestoppt. Die 0:1-Niederlage gegen den Konkurrenten FC Augsburg ist für den Tabellen-Vorletzten eine bittere Enttäuschung. Der Mainzer Torwart, zuletzt mit starken Leistungen eine der Stützen der 05er, spielte FCA-Stürmer Florian Niederlechner in der 25. Minute den Ball unbedrängt genau in den Fuß. Der bediente den freistehenden Andre Hahn, der ins völlig leere Mainzer Tor zum 0:1 einschob.

Kollegiale Aufbauhilfe

Schon während des Augsburger Jubels kamen die Mainzer kollektiv auf ihren Keeper zu - kollegiale Aufbauhilfe auch vom 05-Cheftrainer. "Er kriegt meine Unterstützung. Aber er ist ein erwachsener Mensch und Fehler gehören zum Fußball, Wenn Torhüter einen Fehler machen ist es oft ein Gegentor. In einem solchen Spiel ist das natürlich noch bitterer. Das weiß Robin aber auch," erklärte Bo Svensson und fügte hinzu: "Er hat uns oft genug gerettet."

Mainzer Teamgeist als Faustpfand im Abstiegskampf?

Sportdirektor Martin Schmidt  hob zudem den sehr starken Teamgeist hervor und hofft sogar auf eine Art Signalwirkung durch dieses Negativerlebnis. "Genau das gehört zu einem guten Team und einem guten Teamspirit. Den lernt man manchmal bei solchen Aktionen schneller. Und er kann dadurch noch wertvoller sein", bestätigte der Schweizer. "Wenn es mal nicht läuft zusammenzustehen, da zu sein, das war sinnbildlich. Da kommen wir gestärkt raus und wissen genau was uns in den nächsten Spielen auf uns zukommt" , ist sich Schmidt sicher.

Die große Chance auf einen Nichtabstiegsplatz zu klettern, hat Mainz verpasst. Die nächste Chance kommt bereits mit Schalke 04 am Freitag. Dann wird Robin Zentner wieder im Tor stehen. Der 1,94 Meter große Hüne hat in der Vergangenheit schon häufig bewiesen, dass er solche Rückschläge wegstecken kann und völlig zurecht nicht nur die Mainzer Nummer eins ist, sondern auch einer der Führungsspieler dieser Mannschaft. Und was aus 05-Sicht noch Hoffnung macht: Fast immer meldete sich Zentner gestärkt nach solchen Erfahrungen zurück.

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