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Wenn die Bundesliga-Saison fortgesetzt wird, tritt der 1. FSV Mainz 05 im ersten Spiel nach der Corona-Pause beim 1. FC Köln an. Die Vorbereitungszeit ist knapp, dennoch zeigen sich die Mainzer Verantwortlichen zuversichtlich.

Der 1. FSV Mainz 05 fühlt sich für den Neustart der Fußball-Bundesligasaison gewappnet. "Wir freuen uns als Sportler, jetzt loslegen zu können und wieder eine Struktur haben, an die wir uns halten können", sagte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder am Donnerstag bei einer Videokonferenz. Der rheinhessische Tabellen-15. wird am 17. Mai beim 1. FC Köln antreten. Eine Woche später ist RB Leipzig zum ersten Heimspiel ohne Zuschauer zu Gast.

Neun Trainingseinheiten geplant

Mainz-05-Cheftrainer Achim Beierlorzer plant in den anderthalb Wochen bis zur ersten Partie neun Trainingseinheiten, in denen das wieder möglich ist, was lange in der Corona-Krise nicht möglich war: Endlich wieder Spiele mit je elf Akteuren, Zweikämpfen und taktischen Übungen. "Eine so kurze Vorbereitung ist natürlich extrem, gerade, weil man keine Zweikämpfe trainieren durfte", sagte er. "Im Großen und Ganzen haben alle die gleichen Voraussetzungen."

Er sei aber überzeugt, dass die Spieler trotz der langen Pause durch die Corona-Krise sehr schnell wieder reinkommen. "Es waren acht Wochen Pause, aber die Spieler sind schon ihr ganzes Leben im Fußball drin und werden sehr schnell wieder adaptieren", sagte Beierlorzer. "Wir wollen optimal in die Restsaison starten."

Schröder: "Der Fußball ist wieder bei seinem Ursprung gelandet"

Auch auf die Situation, ohne Zuschauer und ohne Anfeuerung auskommen zu müssen, will Rouven Schröder die Mainzer Spieler einstellen: "Es ist so wie früher der Straßenfußball ohne Zuschauer. Der Fußball ist wieder bei seinem Ursprung gelandet." Komisch werde es für die Profis auch sein, nach so langem Einhalten der Abstandsregeln, "bei einer Ecke im Strafraum eng zusammenzustehen".

Dass nach allen Einschränkungen und langem Training im Homeoffice es am ersten Spieltag auch etwas holprig werden wird, sei zu erwarten. "Gerade der erste Spieltag wird wahrscheinlich nicht ganz normal laufen, weil auch so viele Dinge neu sind", meinte Schröder, "aber wenigstens der Fußball geht erstmal weiter."

DFL-Konzept auf dem Prüfstand

Abgesehen vom Sportlichen, weiß Manager Schröder auch, dass die Bundesliga beim ersten Geisterspieltag besonders kritisch beäugt werden wird und gechaut wird, ob das Corona-Konzept der Fußball-Bundesliga aufgehen kann. "Wir müssen es mit Leben füllen. Jeder einzelne Mensch und Spieler steht in der Verantwortung, dieses Konzept zu verinnerlichen und umzusetzen."

Man werde sehen, wie es umgesetzt und wahrgenommen wird. "Es wird dann sicher wieder viel zu bereden geben, ob wirklich alles eingehalten worden ist", prophezeite Schröder und appellierte: "Es ist deshalb wichtig, dass alle 36 Bundesligavereine nach bestem Gewissen, mit höchster Disziplin, Demut und Empathie versuchen, das Konzept umzusetzen."

Kreativität auf dem Transfermarkt gefragt

Kein Hehl macht er daraus, dass die Corona-Krise Spuren bei Mainz 05 und den anderen Vereinen hinterlassen wird. "Durch die Spiele fließen jetzt scheibchenweise auch gewisse Gelder zurück", so Schröder. "Ich glaube, jeder hat auch dadurch gesehen, dass man gewisse Lücken im Budget hat und man konservativ arbeiten und Einsparungen vornehmen muss." Man werde "automatisch kreativ" sein müssen, auch auf einem nicht mehr einschätzbaren Transfermarkt: "Vielleicht verkauft man einen Spieler, um zwei nicht so teure zu kaufen."

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