Kevin Stöger vom FSV Mainz 05 (Foto: imago images, Imago images / Ulrich Hufnagel)

Fußball | Bundesliga

Mainz-Profi Stöger spricht Klartext im Abstiegskampf

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Fünf Punkte nach elf Spielen - so schlecht standen die Rheinhessen noch nie da. Immerhin: Nach der 0:1-Niederlage gegen Köln keine Ausreden, kein Schönreden. Besonders Kevin Stöger spricht Klartext und damit so manch einem 05-Fan aus der Seele.

SWR Sport: Kevin Stöger, wie erklären Sie sich den Auftritt der Mainzer in diesem so wichtigen Spiel gegen Köln?

Kevin Stöger: Ich glaube, dass wir einfach nicht mit allen elf Mann zu 100 Prozent die 90 Minuten gekämpft haben. Dass wir das nicht so umgesetzt haben, wie wir uns das vorgestellt haben. Daran hat es dann auch gelegen. Bei den wichtigen und entscheidenden Phasen waren wir einfach nicht da, waren wir nicht wach.

Ist das Kopfsache? Was ist da los?

Was es genau ist, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass wir in den Köpfen nicht zu 100 Prozent da waren. In so einer Phase, in der wir uns aktuell befinden, darf das einfach nicht passieren. Wir wissen, dass der Gegner auch mal ein, zwei, drei Torchancen haben kann, aber wir müssen trotzdem versuchen es dem Gegner so schwer wie möglich zu machen. Und wenn der Gegner Zeit hat und kein Mitspieler von uns ist in der Nähe ist, dann ist das einfach. Da müssen wir uns besser anstellen.

Jetzt stehen da fünf Punkte nach elf Spieltagen – normalerweise steigt man so ab.

Wir sind definitiv im Abstiegskampf. Und ich glaube, wir sind jetzt auch nach elf Spieltagen nicht mehr da, um alles schön zu reden. Natürlich haben wir Torchancen, die wir machen müssen, aber ich glaube man kann sich jetzt wirklich auch mal die Meinung sagen. Das machen wir auch. Da ist auch keiner beleidigt, wenn wir sagen was Sache ist, denn so kann es definitiv nicht weitergehen.

Braucht es jetzt Leute im Team, die auf den Tisch hauen? Das vielzitierte reinigende Kabinen-Gewitter?

Ich glaube, dass wir eine erfahrene Mannschaft haben. Wir haben natürlich auch junge Spieler, aber andere sind schon lange im Profigeschäft dabei, einige haben auch schon gegen den Abstieg gespielt. Im Endeffekt ist es scheißegal, wer da auf dem Platz steht. Jeder hat seine Aufgaben, jeder muss wissen, was er zu tun hat. Wenn jeder wirklich alles gibt, da bin ich davon überzeugt, dass wir mit der Qualität auch noch einige Punkte holen werden. Aber dazu müssen wir halt auch auf dem Platz auch mal die Leistung bringen. Nicht über 20, 30, 40 Minuten, sondern 90 Minuten. Und das haben wir in dieser Saison erst ein-, zweimal geschafft und dann wurden wir auch belohnt. Aber wenn wir so spielen wie jetzt – dann werden wir es schwer haben.

Haben Sie das Gefühl, dass die Mannschaft das Ruder noch rumreißen kann?

Ich glaube, wie können jetzt nicht mehr viel sprechen oder taktisch bereden. Wir müssen es jetzt auf den Platz bringen. Ich glaube jeder, der spielt, egal wer das ist, der muss sich einfach den Arsch aufreißen, der muss für den anderen laufen, für sich selber laufen, für den Verein laufen.

Wenn man in die Fan-Foren schaut, da herrscht großer Frust. Verstehen Sie die Fans?

Es ist eine harte Phase gerade. Es ist schwierig. Auch für uns Spieler. Keiner ist gerne da unten drin. Wir würden das gerne ändern. Es ist nicht so einfach. Wir haben uns das vom ersten Spieltag an anders vorgestellt. Ich glaube, dass wir nur gemeinsam da rauskommen. Es bringt jetzt nichts, wenn einzelne denken, sie haben eine Idee. Wir kommen da nur gemeinsam raus. Und wir müssen trotz der schwierigen Phase Ruhe bewahren, weil ich weiß, dass in entscheidenden Spielen noch wichtig werden kann und wird. 

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