Zehn Freunde müsst ihr sein (Foto: imago images, IMAGO / Jan Huebner)

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Mainzer Mission beginnt mit Suche nach der Startelf

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Mainz 05 geht in seine 13. Bundesligasaison in Folge. Zum Auftakt fehlen elf Spieler - drei haben sich mit dem Corona-Virus infiziert, weitere acht sind in Quarantäne. Eine Chance für junge Spieler.

Für das wohl berühmteste Quarantäne-Team interessiert sich bei Mainz 05 vermutlich niemand. Nach ihrer Rückkehr vom Mond 1969 mussten die drei Astronauten der Apollo-11-Mission für 17 Tage in Quarantäne - isoliert von der Außenwelt, in einem umgebauten Wohnwagen. Vor dem ersten Saisonspiel gegen RB Leipzig (Sonntag, 15:30 Uhr) befinden sich elf Spieler von Mainz 05 in häuslicher Quarantäne (drei haben sich mit dem Coronavirus infiziert, acht weitere werden als K1-Kontakte geführt).

Vorteil Mainz: Auch RB weiß nicht, wer spielen wird

Die "Mission Startelf" beginnt am Freitagnachmittag - 48 Stunden vor dem Anpfiff in der Mainzer Arena trifft Trainer Bo Svensson die Spieler, die er aus der U23 und der U19 in sein Bundesligateam integriert. Wer das sein wird, verrät Svensson genauso wenig wie die Namen der Spieler, die fehlen werden. Mainz 05 wäre nicht Mainz 05, wenn Sportvorstand Christian Heidel darin nicht eine Chance sehen würde: "Wenn wir einen Vorteil haben, dann ist es, dass Leipzig nicht genau weiß, wer da am Sonntag auflaufen wird."

Alle Trainingseinheiten finden ohne Publikum und ohne Medien statt. Als hätte Leipzigs neuer Trainer Jesse Marsch das gehört, sagte der neue Trainer von RB Leipzig auf der Pressekonferenz seines Vereins: "Die Informationen sind nicht so klar. Wir planen so, als ob die meisten Spieler bei Mainz verfügbar wären."

Bo Svensson: "Alles raushauen, was in dir steckt"

Sicher scheint, dass Svensson seinen Kader nicht mit Spielern auffüllt, denen "Angst und Bange" ist. Auch wenn die Mannschaft nicht wirklich trainieren konnte und die "Neuen" nur wenig Integrationszeit bekommen. Wie er mit den Spielern reden werde, die nun womöglich Bundesliga spielen dürfen, vor Zuschauern, gegen Vizemeister Leipzig? Svenssons Antwort in der Pressekonferenz gleicht einer kurzen Kabinenansprache: "Du kannst da reingehen und alles raushauen, was in dir steckt und das einfach genießen." Das erwarte er von den Jungen, die hochkommen, aber auch von allen, die spielen werden. Auch wenn Svensson zugibt, dass ihn die Corona-Ausfälle vor die größte Herausforderung seiner Trainerkarriere stelle: "Die Woche war völlig anders als alle anderen, die ich als Trainer erlebt habe", und zu den sportlichen Auswirkungen gegen Leipzig: "Der Nachteil ist riesig."

Heidel zu möglichenn Neuverpflichtungen: "Nur Geimpfte"

Deutlicher wird Sportvorstand Christian Heidel, als er immer wieder gefragt wird, warum bei Mainz 05 nun elf Spieler in Quarantäne seien. Er hätte sich gewünscht, dass alle Spieler geimpft seien, aber eine Impfpflicht gebe es nicht in Deutschland. Sollte es zu Einschränkungen für Nichtgeimpfte durch die Politik kommen, schließt Heidel nicht aus, dass das auch Einfluss auf den Trainings- und Spielbetrieb haben könnte. Zehn Spieler seien nicht geimpft, "zwei davon aber demnächst genesen", sagte Heidel, der die Hoffnung hat, dass gerade die Nichtgeimpften nun intensiver darüber nachdenken, welche Folgen das haben kann. Jeder habe geglaubt, es treffe ihn nicht. "Den Spielern war nicht klar, das sie gar nicht erkranken müssen, und am Ende dann doch so ein Fiasko entstehen kann." Er glaube, dass das nun einiges bewirkt habe. Bei mögliche Neuverpflichtungen gelte: "Nur Geimpfte."

Und dann schweigt Heidel

Heidel erwartet, dass die Mainzer Fans diese Situation als "Riesenchance" sehen. Keiner sei glücklich, aber: "Bei Problemen stehen wir hier in Mainz zusammen. Ich wäre wirklich enttäuscht, wenn die Leute am Sonntag, die Jungs, die da auf dem Platz stehen nicht so unterstützen, wie sie es verdient haben." Vor dem Stadion wird eine mobile Teststation eingerichtet, denn nur wer den 3G-Status hat, darf rein ins Stadion. "Diese Mannschaft muss nach vorne gepowert werden." Eines will Heidel noch loswerden: "Ein Mainzer überlegt jetzt nicht, ob er ins Stadion soll." Dann ist die Pressekonferenz vorbei, Heidel schweigt, die Raketentriebwerke für die Mission Klassenerhalt laufen auf Hochtouren, Quarantäne hin oder her.

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