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Ein Schritt vor, ein Schritt zurück - Mainz verharrt im Abstiegskampf. Vor allem spielerisch geht nicht viel bei den Rheinhessen.

Zu wenig für einen Sieg gegen einen Aufsteiger - zu wenig auch für einen erfolgreichen Abstiegskampf? Beim FSV Mainz 05 ist mit der 0:2-Niederlage beim VfB Stuttgart ganz schnell wieder Ernüchterung eingekehrt. Der 3:2-Sieg gegen RB Leipzig von der Woche zuvor scheint lange her, jetzt steht das Team des neuen Trainers Bo Svensson am Samstag gegen den 1. FC Union Berlin schon wieder unter einem enormen Druck. "Es bleibt ein harter Kampf bis zum Ende. Es war nicht alles schlecht", sagte Routinier Stefan Bell nach dem nächsten Rückschlag in der Fußball-Bundesliga.

Der Tabellenvorletzte hat nach der Partie gegen die Berliner gleich zwei Auswärtsspiele bei Spitzenteams - am 13. Februar in Leverkusen und am 20. Februar in Mönchengladbach. In Stuttgart fehlten den Mainzern mal wieder die spielerischen Mittel, um etwas auszurichten. "Das ist natürlich ein Rückschlag für uns. Ich finde, dass vor allem die Leistung ein Rückschlag für uns ist", sagte Svensson. Der 41 Jahre alte Däne kündigte eine umfangreiche Analyse auf: "Da müssen wir knallhart damit umgehen, auch den Jungs gegenüber, und zeigen, was hier gefordert wird und was wir besser umsetzen müssen."

Zunächst warfen sich die Rheinhessen - allen voran der Ex-Frankfurter Dominik Kohr - noch vehement den Schwaben entgegen. "Wir haben es einfach versäumt, insbesondere in der ersten Halbzeit, aus guten Balleroberungen die Umschaltaktionen in Torchancen zu verwandeln", klagte Svensson. "In der zweiten Halbzeit war zu spüren: Die Mannschaft, die das erste Tor macht, hat große Vorteile in dem Spiel."

"Viel zu oft" habe man den Stuttgartern Platz gegeben

Am Ende hatten die Stuttgart auch deutlich mehr Zweikämpfe gewonnen (154) als die Mainzer (105). Ein Kopfballtor von Sasa Kalajdzic (55. Minute) ebnete dem VfB den Weg zum ersten Heimsieg in dieser Saison. Auf der Gegenseite köpfte Karim Onisiwo in der 61. Minute bei der ersten Chance der Gäste an die Latte. Dann startete Silas Wamangituka am eigenen Strafraum sein tolles Solo über 80 Meter und vollendete zum 2:0 (72. Minute). "Wir verhalten uns sehr naiv in der Szene", meinte Svensson verärgert. "Viel zu oft" habe man den Stuttgartern Platz gegeben.

"Insgesamt können wir mit unserer Leistung nicht zufrieden sein. Wir haben oft die falschen Lösungen oder die Technik hat uns halt gefehlt." Zu allem Übel verletzte sich Mittelfeldspieler Robin Quaison am Knie, die Diagnose steht noch aus. "Man sieht, dass wir im Ballbesitz Luft nach oben haben und die Sicherheit vorne fehlt. Wir müssen mehr rausholen bei dem hohen Aufwand. Wenn nach vorne nicht viel geht, müssen wir auch einfach mal die Null halten", bilanzierte Bell.

Nur 18 Tore in 19 Spielen, dazu der Abgang von Stürmer Jean-Philippe Mateta zu Crystal Palace - einfach zu wenig, um viel Hoffnung auf die schnelle Wende im Kampf um den Klassenverbleib zu haben. Zumal der derzeitige Tabelle-16., 1. FC Köln, mit einem Sieg am Sonntag gegen Arminia Bielefeld den Vorsprung auf die Nullfünfer auf acht Punkte ausbauen kann.

Burkardt bleibt optimistisch

Den Kopf in den Sand stecken wollen die Nullfünfer dennoch natürlich nicht. Im SWR-Interview sieht Jonathan Burkhardt die Mannschaftsentwicklung positiv, auch wenn natürlich die Ergebnisse besser sein müssen. Sein eigenes Potential will Jonny Burkhardt künftig auch noch besser umsetzten, ist jedoch froh, das Vertrauen des Trainers zu bekommen.

Fußball | Podcast Nur der FSV - der SWR Sport Podcast mit Christian Heidel

Wir reden darüber, was die 05er bewegt. Mit dabei sind Spieler, auch der Trainer, Leute aus dem Verein, ehemalige 05er und natürlich Fans. Mainz 05 ganz nah, ganz persönlich, ganz überraschend - mit Achim Scheu und Florian Winkler. Immer mittwochs, immer Mainz 05.  mehr...

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