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Die Belohnung für eine engagierte und mit großem Aufwand dargebotene Leistung blieb aus. Mainz 05 verabschiedet sich nach dem 0:1 gegen Bayer Leverkusen mit 18 Punkten in die kurze Winterpause.

Der Frust saß tief. "Ich hätte lieber schlecht gespielt und gewonnen. Weihnachtsstimmung kommt bei mir im Moment keine auf", klagte Torhüter Robin Zentner nach der unglücklichen Last-Minute-Niederlage des FSV Mainz 05 zum Jahresabschluss gegen Bayer Leverkusen.

Das 0:1 (0:0) in der Nachspielzeit wirkte auf die Mainzer wie ein Keulenschlag. "Wir hätten den Sieg verdient gehabt", sagte Trainer Achim Beierlorzer und sprach damit allen Mainzern unter den 24.435 Zuschauern aus dem Herzen. Im Bemühen, gegen die nach einer Gelb-Roten Karte für Wendell (71. Minute) dezimierten Gäste den Sieg zu erzwingen, ließen sich die Mainzer auskontern und standen nach dem Treffer von Lucas Alario (90.+3) mit leeren Händen da.

Mit leeren Händen unterm Weihnachtsbaum

"Die sehr gute Leistung nehmen wir mit in die Pause, die Punkte leider nicht", resümierte Beierlorzer. 18 Zähler stehen nach dem Ende der Hinrunde auf der Habenseite. Ein kleiner Vorsprung auf den Relegationsplatz bleibt. Neun Punkte sammelten die 05er unter Sandro Schwarz, weitere neun in sechs Spielen unter seinem Nachfolger Beierlorzer. Mit drei Siegen und drei Niederlagen ist dessen Bilanz ausgeglichen.

"Unser Ziel bleibt der Klassenerhalt. Wenn es gut läuft, haben wir die Hälfte auf dem Konto. Ich bin überzeugt, dass wir eine bessere Rückrunde spielen."

Mainz 05-Trainer Achim Beierlorzer

Wechselhafte Nullfünfer

"Konstanz", betonte Beierlorzer mit Inbrunst, sei die Voraussetzung dafür. Im Trainingslager im spanischen Marbella (5. bis 12. Januar) mit zwei geplanten Testspielen sollen das aggressive Anlaufen, das Zweikampfverhalten und die Klarheit im Umgang mit dem Ball geschult werden. 39 Gegentreffer sind miserabel. Zieht man die Torflut gegen Spitzenteams (0:8 in Leipzig, 1:6 in München, 0:4 gegen Dortmund) ab, bietet sich aber ein besseres Bild.

Und so zog Beierlorzer ein positives Zwischenfazit: "Mir war schon nach wenigen Tagen klar, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Mainz 05 ist ein attraktiver Verein mit einer klaren Philosophie, die meiner sehr ähnlich ist", sagte er. Das Team habe mit wenigen Ausnahmen die gewünschte Verlässlichkeit gezeigt. "Aber es geht noch einen Tick besser", so Beierlorzer.

Eher verkaufen statt kaufen - Mateta unverkäuflich

Personelle Wünsche hat er nicht an Sportvorstand Rouven Schröder herangetragen. Eher werden die Mainzer in der Transferperiode Spieler abgeben. "Aber nicht Jean-Philippe Mateta", scherzte der 05-Trainer. Vor allem im Mittelfeld und Angriff herrscht ein Überangebot, zumal mit dem Koreaner Dong-Won Ji ein erfahrener Mann nach Verletzung hinzu kommt.

Auch die langjährige Stammkraft Stefan Bell soll mit ins Trainingslager reisen. Zuvor können die Profis für einige Tage durchschnaufen. Schröder ist zuversichtlich, dass es danach mit Volldampf in Richtung Klassenerhalt geht. "Jetzt müssen wir die Jungs aufrichten", sagte der Sportchef. "Aber die Mannschaft hat gezeigt, dass sie in der Lage ist, jeden Gegner zu schlagen."

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