05-Profi Alexander Hack (Foto: imago images, Nordphoto)

Fußball | Bundesliga

Mainz-Profi Alex Hack: "Ja, ich bin sehr privilegiert"

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Alexander Hack weiß, dass er als Fußballprofi in der Corona-Krise Sonderrechte genießt. Er verdient viel Geld und darf mit seinem Verein vor zehntausenden von Zuschauern spielen. Er kennt aber auch die Schattenseite von Covid-19. Trotz Impfung wurde der 28-Jährige vor einigen Wochen positiv getestet.

Die Inzidenzahlen steigen und gleichzeitig steigen die Zuschauerzahlen in den Bundesligastadien, auch in Mainz. Gegen Köln am kommenden Spieltag dürfen 30.000 ins Stadion. Dank 2G-Plus-Regel gibt es wieder Fußballfeste für Mannschaft und Fans. "Ich bin für mich natürlich sehr froh, in einer Branche zu arbeiten, wo man schon sehr privilegiert ist", betont Alexander Hack im Exklusiv-Interview mit SWR Sport. Das Kicken vor Zuschauern befürwortet er, weil es ja in der Öffentlichkeit und an der frischen Luft stattfinde.

Die Mainzer reiten auf einer Erfolgswelle

Mainz 05 steht nach elf Spieltagen top da, mit 17 Punkten und Tabellenplatz 7. Trainer Bo Svensson und seine Jungs reiten die Erfolgswelle einfach weiter und weiter, nachdem sie vergangene Saison das Wunder Nichtabstieg geschafft haben. Es laufe gut gerade und das hebe die gute Stimmung. "Die ist in der Mannschaft gerade auf jeden Fall da. Ob es jetzt im Trainerteam ist, der Mannschaft, außen rum oder im Stadion. Das merken wir natürlich, dass da so eine kleine Aufbruchstimmung ist, die nur so von Positivität strotzt", sagt Alexander Hack, der in Mainz auch schon schlechtere Zeiten durchgemacht hat.

Hack war trotz Impfung positiv

Leider strotzte es vor dem ersten Saisonspiel im August auch vor positiven Corona-Fällen bei Mainz 05. Vier Stück an der Zahl. Daraufhin mussten 14 Personen in Quarantäne. Es kam raus, dass 10 Spieler nicht geimpft waren. "Corona-Alarm in Mainz" titelten die Zeitungen. Die Kicker besonnen sich und ließen sich impfen. Mittlerweile ist, nach Auskunft des Vereins, nur noch eine Person im Profibereich nicht geimpft.

Im September gab es dann den nächsten positiven Fall im Team. Es erwischte Alexander Hack, der schon längst geimpft war. Der Innenverteidiger hatte ein, zwei Tage Symptome, danach sei es ihm aber wieder relativ gut gegangen, erzählt er. "Deswegen hoffe ich, dass die Impfung auch was gebracht hat. Man sieht ja auch gerade im Impfgeschehen, wie sich Ungeimpfte anstecken und auch schlimmere Symptome haben als Geimpfte. Und deshalb glaube ich auch, dass ich damit was Gutes getan habe. Auch für meinen Körper."

Gesundheitsamt ordnet zwölf Tage Quarantäne an

Ohne Hack verloren die Mainzer gegen Leverkusen und Union Berlin. Der Innenverteidiger wurde gebraucht, saß aber in Quarantäne fest und konnte seinem Team nicht helfen, obwohl er sich gut fühlte. "Wenn mir das Gesundheitsamt vorschreibt zu bleiben, weil die Ansteckungsgefahr noch da ist, dann macht man das natürlich. Ich denke, da muss man der Gesellschaft ein Stück weit was zurückgeben." Alexander Hack ist sich seiner Verantwortung bewusst. Er weiß, wie privilegiert er ist. Das kann man nicht von jedem Fußballprofi behaupten.

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