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Beim FSV Mainz 05 ist spätestens nach dem Last-Minute-Sieg gegen den SC Freiburg der Glaube zurück – der Glaube an den Klassenerhalt und an sich selbst. Dieser Glaube hat für die Fans mit Bo Svensson einen Namen, meint SWR-Sportredakteur Jan Budde: #Bositivität.

Wer dachte, dass Christian Heidel bei seiner Rückkehr in die Heimat der Heilsbringer sein würde, darf sich bestätigt fühlen. Aber während sich der Sportvorstand im Hintergrund hält, erfüllt für die Fans jemand anderes die Rolle des Hoffnungsträgers: Bo Svensson! Er hat aus einer Mannschaft, die mit Beginn der Rückrunde mit sieben Punkten abgeschlagen Abstiegskandidat Nummer eins neben Schalke 04 war, das aktuell fünftbeste Team der Rückrunde geformt.

Charakterlos, untrainierbar und fehlende Identifikation

Eine Mannschaft, der Charakterlosigkeit, Untrainierbarkeit und fehlende Identifikation mit Verein und Stadt vorgeworfen wurde. Dabei wurde geflissentlich übersehen, dass eben jene Mannschaft unter Ex-Trainer Sandro Schwarz funktioniert hatte und zwischenzeitlich einen Punkt von der Europa League entfernt war. Doch mit dem Ur-Mainzer Schwarz ging auch die Identifikation mit der Stadt und Verein. Es war ein Abschied, der von der Mannschaft nicht gewollt war und sie erschüttert hat.


Das Mainzer Team galt fortan - und spätestens mit dem Spielerstreik – als schwieriger Fall. Unter Svensson hat die Mannschaft wieder Tugenden wie intensive Zweikampfführung und aggressives Pressing entdeckt, die verloren gegangen schienen. Auffällig: unter Svensson spielen Bell und Szalai tragende Rollen. Spieler, die aussortiert worden waren und denen keine Zukunft mehr in Mainz vorausgesagt worden war.

Svensson ist kein Retter

Es hat den Anschein, dass Svensson wirklich an die Mannschaft glaubt. Dabei hilft ihm ein entscheidender Unterschied zu seinen Vorgängern Beierlorzer und Lichte: Er wurde nicht als Retter geholt – sondern als langfristige Lösung.

Das Trainerteam um Svensson hat die richtigen Rollen für die Spieler gefunden. Szalai mit seinem konsequenten Einsatz und der permanenten Bereitschaft zu verteidigen, plus der Möglichkeit lange Bälle festzumachen, ist ein wichtiger Fixpunkt für seine Mannschaft geworden.

Ähnlich wie Bell in der Mainzer Defensive, der seinen wesentlich offensiveren und spielerisch-versierteren Nebenmännern St. Juste und Niakhaté den Rücken freihält und so maßgeblich zur Stabilität beiträgt. Beide zählen unter Svensson zu den stärksten Innenverteidigern in der Bundesliga. Moussa Niakhaté schaffte es an diesem Wochenende zum wiederholten Mal in die sportschau-Elf des Spieltags, während Jeremiah St. Juste erstmals in den erweiterten Kreis der niederländischen Nationalmannschaft berufen wurde.

#Bositivität

Auf einen ähnlich positiven Effekt bei seinen Nebenleuten in der Offensive wartet Ádám Szalai noch vergebens. Die Hereinnahme des spielfreudigen Spielmachers Boëtius, dessen Flanke schließlich zum Siegtreffer gegen Freiburg führte, könnte ein möglicher Lösungsansatz sein. Deutlich wird, dass Svensson das Team um bestimmte Spieler herum entwickelt. Damit verstärkt er den Eindruck, dass die Mannschaft nicht gerettet, sondern verstanden werden musste.

Durch seinen Glauben in das Team und seine Eckpfeiler wie Szalai und Bell, hat er einer missverstandenen Mannschaft den Glauben an sich selbst zurückgegeben. Der Ausgang der Saison bleibt dennoch offen und somit bleibt es ist auch eine Frage des Glaubens. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt ist jedenfalls zurück bei Mannschaft und Fans – #Bositivität.

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