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Heute weiß jeder Fußballfan, wer Jürgen Klopp ist. Entstanden ist seine Weltkarriere aber aus purer Verzweiflung. Eine Geschichte über die Trainersuche beim 1. FSV Mainz 05 und das besondere Faible für bekannte Gesichter.

An Fastnacht 2001 beförderte Sportvorstand Christian Heidel den damaligen Zweitliga-Fußballer Jürgen Klopp zum Cheftrainer und begründete damit den Mainzer Weg bei der Trainersuche. Bo Svensson ist der aktuelle Vertreter dieser ganz eigenen Mainzer Trainergeschichte.

Christian Heidel gelingt 2001 ein Meisterstück

Für Sportvorstand Christian Heidel ist der Trainer "die wichtigste Person im Club.“ Durch die Verpflichtung von Jürgen Klopp gelang Heidel 2001 ein Meisterstück. Klopp rettete die 05er als Trainer vor dem Abstieg aus der 2. Bundesliga und stieg drei Jahre später in die Bundesliga auf. "Eigentlich war Klopps Verpflichtung nur für ein bis zwei Spiele geplant, dann wurden sieben Jahre daraus", erinnert sich Heidel im Gespräch mit SWR Sport gerne an die Zeit zurück.

Jürgen Klopp: Welttrainer ohne Weltfußballer zu sein

Dass "Kloppo" es bis zum zweimaligen Welttrainer schaffen würde, war sicherlich damals nicht absehbar. Aber Heidel wurden verschiedene Punkte klar. "Ein guter Trainer muss nicht 430 Bundesliga-Spiele und 20 Länderspiele gemacht haben. Denn das würde ja bedeuten, jeder gute Schüler ist auch ein guter Lehrer", sagt Heidel. Und erklärt damit, warum er anfing, sich für Trainer zu interessieren, die nicht die große Spielerkarriere vorzuweisen haben. "Das war ja früher undenkbar", erinnert er sich.

Thomas Tuchel war eine "Kopfentscheidung"

Auch sein nächster Trainergriff in den eigenen Reihen wurde ein voller Erfolg: Heidel beförderte den A-Jugendtrainer Thomas Tuchel 2009 zum Cheftrainer der Profis. Diesmal war es keine Verzweiflung, dieses Mal war es die pure Überzeugung: "Wir haben gesehen, wie überragend er die Jugend trainiert hat. Und das Spiel ist letztlich das Gleiche. Thomas war eine reine Kopfentscheidung, da war ich felsenfest überzeugt."

Aller guten Dinge sind drei: Martin Schmidt

Martin Schmidt war der Dritte, den Christian Heidel im Verein auf die Cheftrainerposition hochzog - von der zweiten in die erste Mannschaft. Der Schweizer rettete die Mainzer vor dem Abstieg aus der Bundesliga und zog danach mit den Rheinhessen erstmals in der Vereinsgeschichte in die Gruppenphase der Europa League ein. "Auch bei Martin war es eine reine Kopfentscheidung. Er hat Mainz 05 von morgens bis abends gelebt", beschreibt Heidel seinen damaligen Trainer, der mittlerweile als Sportdirektor an seiner Seite steht.

Zurück in die Zukunft mit Bo Svensson

Nach Sandro Schwarz, der aus der U23 in die Bundesliga hochgezogen wurde, ist jetzt also Bo Svensson der nächste Kandidat. Der Däne spielte sieben Jahre beim 1. FSV Mainz 05 und erlebte sowohl Jürgen Klopp als auch Thomas Tuchel als Trainer. Beide haben ihn nach eigener Aussage geprägt. Nach seiner aktiven Karriere arbeitete Svensson als Trainer im Mainzer Nachwuchsleistungszentrum, der Kaderschmiede für Spieler, aber auch für Trainer. "Ich sehe es als Aufgabe von Mainz 05, nicht nur Spieler zu entwickeln, sondern auch Trainer“, lautet die klare Vorstellung von Christian Heidel.

Svensson wechselte nach Österreich in die zweite Liga, trainierte anderthalb Jahre den FC Liefering und wurde nun von Heidel zurückgeholt. Er soll den FSV zurück in die Erfolgsspur bringen, zurück auf den Mainzer Weg. Dieser Weg war in der Vergangenheit erfolgreich. Christian Heidel und der 1. FSV Mainz 05 wollen jetzt mit Bo Svensson zurück in die Zukunft.

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