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Adam Szalai blüht unter dem neuen 05-Trainer Bo Svensson richtig auf. Dabei stand der ungarische Stürmer zu Saisonbeginn vor dem Aus bei den Rheinhessen. Jetzt ist Szalai wieder wichtig und das nicht nur auf dem Platz, wie sein Trainer bestätigt.

Anfang Februar hatte die Mannschaftsaufstellung der Mainzer gegen Union Berlin eine Überraschung parat: Adam Szalai stand in der Startelf, ein Jahr nach seinem letzten Einsatz von Beginn an bei den Rheinhessen. Genau dieser Adam Szalai, der vom damaligen Trainer Achim Beierlorzer suspendiert wurde und für den seine Teamkollegen in den Streik traten. Der Ungar wurde zeitweise zur U-23-Mannschaft abgeschoben, galt als Unruhestifter, sollte den Club so schnell wie möglich verlassen. Das kam für den 32-Jährigen nicht in Frage. Eine Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Mainz, bei dem Szalai Klage eingereicht hatte, konnte dank einer Begnadigung von Vereinsseite noch verhindert werden. Viel Zündstoff für eine Personalie, der der aktuelle Coach Bo Svensson völlig offen gegenüber trat. "Adam hat mich von Tag eins an überzeugt, dass er alles geben wird. Und ich habe dann auch für mich entschieden, dass er uns helfen kann", erklärt der Däne. Den Neustart unter dem neuen Trainer konnte der Routinier also für sich nutzen.

Plötzlich wieder wichtig

Szalai bekam sukzessive mehr Spielzeit. Zu Jahresbeginn noch eingewechselt, hat er sich seit dem Heimspiel gegen Union Berlin (20. Spieltag) in die Startelf gespielt. Neun Einsätze sind es bislang. Svensson hebt "die Qualität und den Fleiß, mit dem Adam jeden Tag auf dem Trainingsplatz steht", hervor. Seine 93 Kilo auf 1,93 Meter verteilt haben ihren Wert für die Mannschaft. Mit seiner körperlichen Präsenz stresst der Ungar die gegnerischen Defensiven, verwickelt sie in viele Zweikämpfe. Das wiederum schafft Räume für die Teamkollegen. Auf einen Treffer wartet er bislang noch. Gegen Union hätte er sich fast für seinen Einsatz belohnt. Sein Flugkopfball aus kurzer Distanz konnte aber von Berlins Keeper Luthe gerade noch abgewehrt werden.  

Und bei allem Ehrgeiz zeigt Szalai auch Teamgeist. Auf den Strafstoß gegen die Köpenicker, der den Sieg einbrachte, verzichtete er zugunsten des Teamkollegen Moussa Niakhate. "Er spielt eine wichtige Rolle in dieser Mannschaft", bestätigt sein Trainer. "Nicht nur wegen seiner fußballerischen Qualität, sondern er ist ein Spieler, der die Fähigkeit hat, seine Mitspieler besser zu machen. Das sollte man nicht unterschätzen." Lobende Worte für einen, der schon abgeschrieben war und plötzlich zu einem wichtigen Faktor im Abstiegskampf werden könnte.

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