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Mainz 05 hat angesichts der Corona-Krise zur Vermeidung von Liquiditätsengpässen seine wirtschaftliche Planung komplett überarbeitet und ein Einsparpotenzial von etwa zehn Millionen Euro erarbeitet.

Sparmaßnahmen auf Basis großer Solidarität: Um das erreichen zu können, stoppt Mainz 05 alle nicht nötigen oder verpflichtenden Ausgaben und nutzt Einsparpotenziale in den noch offenen Budgets. Spieler, Trainer, sportliche und kaufmännische Führung verzichten zudem auf die Auszahlung eines Gehaltsanteils in den Monaten April bis Juni. Die ehrenamtlichen Aufsichtsratsmitglieder auf ihre Aufwandsentschädigungen. Etwa drei viertel der Festangestellten in allen Bereichen gehen ab April in Kurzarbeit.

Der Verein erlebt großartige Solidarität und Geschlossenheit

"Das Corona-Virus stellt uns als Menschen und Gesellschaft in einer Art und Weise auf die Probe, wie es die meisten von uns vorher nicht gekannt haben. Das gilt auch für Mainz 05. Um für potenzielle Einnahmeausfälle der laufenden Saison gewappnet zu sein, müssen wir den Verein komplett auf links krempeln", sagt Mainz-05-Präsident Stefan Hofmann in einer Pressemitteilung von Mainz 05.

Die entscheidende Botschaft ist, dass Mainz 05 die Krise in der laufenden Saison gemeinsam durchsteht. "Die Einschnitte sind schmerzhaft und ein echter Stresstest für uns, aber die Maßnahmen helfen dem Verein enorm. Und sie sind das Ergebnis einer großen Solidarität innerhalb des Vereins – von den Profis bis hin zu den Angestellten. Alle, auf die wir zugegangen sind, unterstützen ausnahmslos und auf freiwilliger Basis unsere Maßnahmen. Diese Solidarität ist außergewöhnlich und macht mich als Vereinsvorsitzenden stolz. Wohl dem, der sich auf diesen geschlossenen Rückhalt seiner Mitarbeiter verlassen kann", so Hofmann. Sein Vorstandskollege Jan Lehmann lobt den Zusammenhalt ebenfalls: "Es rollt eine Riesenwelle der Solidarität durch Mainz. Das ist beeindruckend", betont er im SWR Sport Podcast "Nur der FSV". Der Zusammenhalt in Verein und Stadt ist groß.

Kurzarbeit bei Mainz 05

Um die Einsparpotenziale zu identifizieren und zu klassifizieren, hat der Verein unterschiedliche Szenarien angenommen, wie sich die Situation für die Bundesliga und damit auch für Mainz 05 weiter entwickeln kann. "In jedem dieser Szenarien haben wir dann in allen Bereichen für die laufende Saison Einsparpotenziale identifiziert. Diese können sich auf über 10 Millionen Euro summieren", sagt Jan Lehmann, kaufmännischer Vorstand des 1. FSV Mainz 05. Im SWR Sport Podcast "Nur der FSV" sagt Lehmann zudem, dass diese zehn Millionen "ein riesengroßer Beitrag sein werden, damit wir einfach diese Saison, zwar mit einem großen Verlust, aber dennoch so zu Ende bringen, dass der Verein nicht gefährdet ist".

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Kurzarbeit ist Neuland

Mit dem Thema Kurzarbeit betritt Mainz 05 dabei Neuland. In den vergangenen Tagen wurden mit den Mitarbeitern individuelle Vereinbarungen getroffen. Der Verein federt die Einschnitte für die Mitarbeiter durch Kurzarbeit zudem ab, indem er das Kurzarbeitergeld aufstockt. Die Kurzarbeit gilt bis auf Weiteres, kann jedoch bei veränderten Rahmenbedingungen, sprich bei der von allen Klubs angestrebten Fortsetzung der Saison in den kommenden Wochen, auch kurzfristig angepasst oder aufgehoben werden.

"Unsere Verantwortung ist, dass wir uns jetzt auf das Szenario erheblicher Einnahmeverluste einstellen und dabei auch über den Sommer hinausschauen. Denn die aktuelle Krise nimmt Einfluss auf die Planung der kommenden Saison, auch wenn wir die Rahmenbedingungen aktuell noch nicht einschätzen können", sagt der Vereinsvorsitzende Stefan Hofmann. "Unsere Hoffnung ist aber, dass wir die aktuelle Saison zu Ende spielen und in absehbarer Zeit Schritte in Richtung Normalität gehen können. Ich bin überzeugt, dass der tolle Zusammenhalt, der gemeinsame Geist, den wir aktuell im Verein erleben, uns für die Aufgaben der Zukunft stärken wird."

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