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Beim 1. FSV Mainz 05 warten alle auf die Zu- oder Absage von Christian Heidel. Bis Montag muss die Entscheidung stehen.

Der "Messias" hat Verspätung. Aus der erhofften Ankunft von Heilsbringer Christian Heidel über Weihnachten ist zwar nichts geworden, doch die Stunde der Entscheidung beim 1. FSV Mainz 05 rückt zwangsläufig näher. Bis Montag muss geklärt sein, ob Ex-Manager Heidel den ihm angetragen Posten des Sportvorstands beim abstiegsbedrohten Bundesligisten übernimmt und was aus Trainer Jan-Moritz Lichte wird.

Die Zeit drängt, die Bayern warten

Die Zeit drängt, denn die Termine stehen fest. Am Montag müssen die Profis den Corona-Test hinter sich bringen, am Dienstag folgt der Trainingsstart nach den Feiertagen und am Sonntag muss der Tabellenvorletzte bei Spitzenreiter Bayern München ran.

Wer diesen Plan nach dem Willen der Klubführung verantwortlich umsetzen soll, ist längst kein Geheimnis mehr: Heidel möge doch bitte seinen Vorruhestand auf Mallorca gegen die Rettermission beim FSV eintauschen. Klubchef Stefan Hofmann zeigte sich zuletzt zuversichtlich, dass der gebürtige Mainzer Heidel die verzweifelten Rufe seines am Boden liegenden Heimatvereins erhört. "Ich glaube, den Plan B brauchen wir nicht", sagte Hofmann kurz vor Heiligabend.

Hofmann glaubt an Heidel

Seitdem wurde eifrig telefoniert und konferiert. Heidel sollte davon überzeugt werden, dass er trotz anderweitiger Pläne die Nachfolge seines am Dienstag zurückgetretenen Nachfolgers Rouven Schröder antritt. Mit dieser Personalie will der FSV an die guten, alten Zeiten anknüpfen. Schließlich hat Heidel die Geschicke des Vereins rund ein Vierteljahrhundert erfolgreich bestimmt.

Einst eine tolle Entwicklung unter Heidel

Erst der mittlerweile 57-Jährige machte aus dem Provinzklub einen etablierten Erstligisten. Sein Händchen für Trainer wie Jürgen Klopp und Thomas Tuchel brachte Mainz nach oben. Seit Heidels Abgang zu Schalke 04 im Jahr 2016, wo er als Sportvorstand trotz der Vize-Meisterschaft vor zweieinhalb Jahren am Ende scheiterte, konnte beim FSV niemand aus dem Schatten des früheren Machers treten.

Nun wollen sich die Rheinhessen, bei denen nicht erst seit dem Spielerstreik im September und dem Rauswurf von Trainer Achim Beierlorzer permanent Unruhe herrscht, wieder hinter ihrer einstigen Galionsfigur versammeln.

Was wird aus Jan-Moritz Lichte?

Der frühere Autoverkäufer Heidel, der eigentlich nur noch im Hintergrund an der Gesamtstrategie des Vereins arbeiten wollte, soll das Heft des Handelns beim auch wirtschaftlich schwer angeschlagene FSV in die Hand nehmen und die Entscheidungen fällen. Das gilt vor allem mit Blick auf Lichte. Der Nachfolger Beierlorzers hat aus elf Ligaspielen nur sechs Punkte geholt, dazu kam das Pokal-Aus gegen den Zweitligisten VfL Bochum.

Nach knapp drei enttäuschenden Monaten in der Verantwortung könnte der offensichtlich überforderte Lichte, der von Schröder aus der Not heraus vom Beierlorzer-Assistenten zum Chef befördert worden war, wieder ins zweite Glied rücken. "Ich kann keine Ergebnisse schönreden", sagte der 40-Jährige nach der Niederlage gegen Bochum im Elfmeterschießen bereits vielsagend.

Wer könnte der neue Trainer werden?

Als mögliche Nachfolger werden der frühere Mainzer Profi Bo Svensson und der Ex-Schalker Domenico Tedesco gehandelt. Wobei Spartak Moskau, der momentane Verein von Tedesco, bereits mitgeteilt hat, dass er seinen bis zum Sommer laufenden Vertrag erfüllen werde. So oder so, die potenziellen Trainer wissen genau wie Heidel, dass der FSV in der Verfassung der vergangenen Monate Kurs Richtung 2. Liga hält. Ob Heiland Heidel oder ein neuer Coach das Ruder noch rumreißen können, erscheint mehr als zweifelhaft.

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