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Achim Beierlorzer sieht seiner Premiere als Trainer von Mainz 05 gelassen entgegen. Der gebürtige Franke sitzt am Sonntag in Hoffenheim erstmals auf der Mainzer Bank.

Seit Montag ist Achim Beierlorzer der neue Trainer von Mainz 05. Seine ersten fünf Arbeitstage vergingen sehr schnell: "Da ist schon ganz schön was passiert, die ersten zwei Tage waren fast wie ein Speed-Dating. Es war viel, aber es macht sehr viel Spaß", sagt Beierlorzer, der zudem noch am vergangenen Mittwoch seinen 52. Geburtstag feierte.

Beierlorzer: "Ich bin noch in der Findungsphase"

Die taktische Herangehensweise ließ der beim 1. FC Köln nach elf Partien freigestellte Beierlorzer ebenso offen wie die Besetzung der Startelf. "Ich bin da noch in der Findungsphase, aber wir nehmen den Kampf um drei Punkte an und wollen uns auf dem Platz durchsetzen". Wie genau dieser Plan aussieht ließ Beierlorzer nicht durchblicken. Die ersten Tage in Mainz waren mehr ein Kennenlernen der Mannschaft.

Erst im Laufe der Woche konnte Beierlorzer seine Spieler allesamt treffen, einige kamen erst am Donnerstag von ihren Länderspielreisen zurück. Sichtbar war aber auch: Alle Profis kamen sehr konzentriert und positiv gestimmt zu den Trainingseinheiten, denn ein neuer Trainer ermöglicht natürlich jedem Profi eine neue Chance. Und so ist es durchaus möglich, dass Spieler, die zuletzt auf der Bank oder sogar auf der Tribüne saßen ihre Chance in der Startelf erhalten. "Wichtig ist, dass man die alten Erfahrungen abschüttelt und den Resetknopf drückt. Jetzt starten wir noch mal neu und versuchen uns zu präsentieren für die ersten Elf [...] und dann hoffen wir die richtige Mischung zu finden am Sonntag", beschreibt der neue Coach den Konkurrenzkampf im Team. Für ihn ist das Spiel gegen die TSG Hoffenheim eine Art Déjà-vu, wurde er doch nach einer knappen Niederlage gegen 1899 bei seinem Ex-Verein 1. FC Köln entlassen, um nur wenige Tage später in Mainz einzusteigen.

Die Tatsache gerade erst gegen Hoffenheim gespielt zu haben, sieht er nicht als Vorteil. Der neue 05-Coach hat genaue Vorstellungen, was seine Mannschaft in der Sinsheimer Arena leisten muss. "Ich will eine aktive Spielweise gegen und mit dem Ball sehen. Wir müssen uns auf dem Platz durchsetzen und  Selbstbewusstsein zeigen", betonte Beierlorzer. Das mit dem Vertrauen in die eigene Stärke ist nach acht Niederlagen aus elf Partien allerdings nicht selbstverständlich.

"Schwarz ist ein Fußball-Experte"

Die Pressekonferenz vor dem Spiel war inhaltlich nicht anders, als die seines Vorgängers Sandro Schwarz, den Beierlorzer im Laufe der Woche kontaktiert hat: "Ich hatte einen sehr intensiven Austausch mit Sandro Schwarz. Er ist ein überaus geschätzter Kollege und ausgewiesener Fußball-Experte", erklärte Beierlorzer. Schwarz war einen Tag nach dem 2:3 gegen Union Berlin entlassen worden. Einen Tag zuvor ereilte Beierlorzer das gleiche Schicksal in Köln nach einem 1:2 gegen Hoffenheim.

Gegner Hoffenheim spielt derzeit in Topform

Achim Beierlorzer machte vom ersten Moment an einen sehr freundlichen, aber auch einen sehr konzentrierten Eindruck, wirkte sehr fokussiert. Beierlorzer, studierter Lehrer in den Fächern Sport und Mathematik, rechnet sich durchaus etwas aus: "Die Rechnung, hat drei Punkte ergeben, ist aber eine Hochrechnung, das wird erst am Sonntag so gegen 20:00 Uhr verifiziert", scherzte Beierlorzer angesprochen auf seinen ursprünglich erlernten Beruf, um dann etwas ernster zu verdeutlichen, dass seine Mannschaft mit Selbstbewusstsein und Mut in dieses Spiel geht. "Welcher Trainer in der Bundesliga sagt: 'Hoffenheim, hat jetzt fünf Spiele am Stück gewonnen, das lassen wir weg?' Die elf, die da beginnen werden, werden alles daran setzten, das Spiel zu gewinnen". 1.100 Fans begleiten ihre Mainzer in den Kraichgau.

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