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Im Januar war Mainz punktgleich mit Schalke 04 und fast schon abgeschlagen. Der Rückstand auf den Relegationsrang betrug acht Punkte, bis zum rettenden Ufer waren es zehn Punkte. Ein paar Wochen später ist das Ziel Klassenerhalt plötzlich greifbar.

Der Trend stimmt. Mainz ist zwar immer noch Tabellen-Siebzehnter, jedoch punktgleich mit dem Relegationsrang und nur noch einen Zähler vom rettenden Ufer entfernt. Die Rheinhessen könnten am Wochenende erstmals seit Ende November 2020 die Abstiegsplätze verlassen. Der FSV holte in der Rückrunde 14 Punkte und damit schon doppelt so viele wie in der gesamten Hinserie! Vier der fünf Saisonsiege gelangen in der Rückrunde. Mainz liegt aktuell mit 14 Punkten auf Platz sechs der Rückrundentabelle, vor Teams wie Dortmund, Leverkusen oder auch dem kommenden Gegner Hoffenheim. "Es ist klar, das wird eine schweres Spiel. Hoffenheim hat eine starke Offensive", warnt 05-Coach Bo Svensson, der seine Mannschaft weiter auf einem guten Weg sieht. "Diese Truppe zeigt mir im Moment, dass sie lange noch nicht satt ist."

Die Mainzer Einwechselspieler treffen

Der Däne scheint in Sachen Einwechslungen das Händchen eines erfolgreichen Trainers zu haben: vier der letzten fünf Mainzer Bundesliga-Tore wurden von Einwechselspielern erzielt. Das brachte fünf Punkte ein. Am 21. Spieltag in Leverkusen machten die Jokertore von Glatzel und Stöger aus einem 0:2 ein 2:2, am 22. Spieltag erzielte Stöger den 2:1-Siegtreffer in Mönchengladbach und am 25. Spieltag Quaison den 1:0-Siegtreffer gegen Freiburg. Stürmer Adam Szalai wartet weiterhin auf seinen ersten Treffer. Aber der Ex-Hoffenheimer ist aber auch ohne Abschlussglück wichtig für die mannschaft, bestätigt Svensson. "Adam brennt immer. Seit ich hier bin, brennt er jede Woche in jedem Spiel, egal, wer der Gegner ist."

Mainz 05  demonstriert endlich Intensität

"Intensität" darf im Wortschatz eines modernen Trainers nicht fehlen. Die "Svensson-Truppe" bringt den Begriff auf den Rasen. Beim Sieg gegen Freiburg waren die Rheinhessen starke 123,2 km unterwegs und stellten mit 270 Sprints einen neuen Mainzer Saisonrekord auf. Der Schlüssel zum Erfolg sind wohl die Tempoläufe: 837 waren es gegen Freiburg - Seit Svensson die 05er coacht passt das also mit der Intensität, aber auch die Zweikampfquote stimmt.

Mainz gegen Hoffenheim - torreiche Spiele sind garantiert

Das letzte Spiel in Sinsheim haben die 05-Fans noch in bester Erinnerung. Im damals ersten Spiel von Achim Beierlorzer auf der Mainzer Trainerbank feierte das Team einen fast schon historischen 5:1-Auswärtssieg. Mehr Tore schoss der FSV in einem Bundesliga-Auswärtsspiel nur einmal, beim 6:2 in Bochum im April 2005.

Der Erfolg in der Vorsaison war aber aus einem anderen Grund besonders: Vier der fünf Tore erzielten die Mainzer damals in Unterzahl (Ridle Baku hatte nach einem Foul an Sebastian Rudy Rot gesehen). Und auch sonst fallen in den Duellen zwischen Hoffenheim und Mainz viele Tore, im Schnitt 3,6 pro Partie. Ob am Sonntag (Anpfiff ist um 13:30 Uhr) wieder so viele Treffer fallen, bleibt abzuwarten.

Auf ein Torspekakel hat TSG-Coach Sebastian Hoeneß daher keine Lust. "Ich möchte nicht, dass es ein offener Schlagabtausch wird. Ob es diesmal torreich wird, muss man sehen. Ich hoffe nur auf der einen Seite." Das 0:2 vergangene Woche beim VfB Stuttgart war für die Hoffenheimer ein schwerer  Rückschlag in der Liga. Auch das bittere Europa-League-Aus gegen Molde schmerzt Hoeneß noch.

Die Mainzer wollen ihre zuletzt sicherer stehende Defensive zusammenhalten, keine Gegentore kassieren. In der Hoffnung, dass vorne einer der Stürmer wieder trifft und so der FSV die nächste wichtigen Punkte im Abstiegskampf sammeln kann. Der Trend stimmt.

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