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Der FSV Mainz 05 war in dieser Saison lange Zeit die Schießbude der Liga. Doch diese unrühmliche Spitzenposition sind die Rheinhessen nun los - auch dank Neuzugang Jeffrey Bruma. Seit die Leihgabe vom VfL Wolfsburg mitmischt, präsentiert sich die Defensive der 05er wesentlich stabiler.

Zugegeben: Aus zwei Spielen lassen sich noch keine langfristigen Schlüsse ziehen, doch zumindest ein Trend ist erkennbar. Zwei Mal stand Jeffrey Bruma in der Startelf des FSV Mainz 05. In diesen beiden Spielen zusammen kassierten die Rheinhessen nur einen Gegentreffer - und dieser war ausgerechnet ein Eigentor des Niederländers. Dass die Mannschaft von Trainer Achim Beierlorzer das Auswärtsspiel bei Hertha BSC trotzdem mit 3:1 gewann und danach auch im Heimspiel gegen Schalke 04 (0:0) die Null hielt, spricht dafür, dass die Leihgabe Bruma sofort die Verstärkung ist, die Mainz 05 gebraucht hat.

Beierlorzer: "Eine sehr stabile Leistung"

Das sieht auch Coach Beierlorzer so. "Das war sehr stabil, was er in seinen beiden Spielen gezeigt hat. Dabei hat er noch gar nicht so viel Zeit mit uns verbracht. Da sieht man aber auch die Qualität des Spielers, dass er so schnell adaptiert, was wir haben wollen", sagte der 52-Jährige im Gespräch mit SWR Sport.

Eine "Win-Win-Win"-Situation

Bruma ist bis zum Saisonende vom VfL Wolfsburg ausgeliehen. Im Idealfall profitieren alle drei Parteien von einer Leihe: Der Spieler, weil er Spielpraxis erhält und andere Klubs auf sich aufmerksam machen kann. Der abgebende Verein, weil er einen Profi, der sportlich verzichtbar ist, zumindest befristet von der Lohnliste bekommt und er anderswo seinen Marktwert steigern kann. Und der aufnehmende Verein, der eine dringend benötigte Verstärkung erhält.

Und diese Verstärkung - so wirkt es bereits nach zwei Spielen - scheint Bruma für Mainz 05 zu sein. In Berlin und gegen Schalke stand der Niederländer in der Innenverteidigung und die Rheinhessen wirkten wesentlich stabiler als in den 20 Spielen zuvor, als sie 47 Gegentore zuließen. Es wurden aber auch viel weniger gegnerische Chancen zugelassen als zuvor. Der Niederländer ist bis jetzt ein absoluter Stabilitätsgarant in der Mainzer Defensive.

Bruma darf gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber mitmischen

Diese neugewonnene Stabilität will Mainz auch beim Gastspiel in Wolfsburg (Sonntag, 18 Uhr) zeigen. Für Bruma eine Rückkehr zu dem Klub, bei dem er seit 2016 unter Vertrag steht, der sein eigentlicher Arbeitgeber ist, bei dem der sportliche Durchbruch aber ausblieb.

40 Mal lief er für die Wölfe in der Bundesliga auf - absoluter Stammspieler war er in all den Jahren nie. Bruma darf übrigens mitmischen. Die "neumodische" Vertragsklausel, dass verliehene Fußball-Spieler nach einem Vereinswechsel nicht gegen den alten Arbeitgeber auflaufen dürfen, ist in seinem Fall kein Bestandteil der Vereinbarung.

Ist für Bruma auch eine längerfristige Zukunft bei den Rheinhessen vorstellbar? Coach Beierlorzer will sich da noch nicht festlegen: "Das ist definitiv nicht meine Baustelle. Wolfsburg hat damals viel Geld für ihn bezahlt, jetzt aber auch im Defensivbereich nochmal nachgelegt. Inwiefern wir da unseren Hut in den Ring werfen können, kann ich noch nicht beurteilen."

Zukunftsmusik also - zunächst einmal steht über allem das Ziel Klassenerhalt. Und dieser ist mit Bruma wahrscheinlicher als ohne ihn. Gelingt die Rettung, werden dann sicher auch die Gespräche über Brumas Zukunft Fahrt aufnehmen.

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