Mainz Trainer Bo Svensson kann mit den Leistungen seines Teams zufrieden sein (Foto: imago images, Imago/Martin Hoffmann)

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Mainz-Trainer Bo Svensson: "Wir können noch besser spielen"

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Elf von 34 Bundesliga-Spieltagen sind vorbei. Der 1. FSV Mainz 05 steht auf Rang sieben und hat im Vergleich zum Vorjahr zwölf Punkte mehr. Trainer Bo Svensson bezieht gegenüber SWR Sport Stellung zum Aufschwung seiner Mannschaft.

Vergleicht man die Tabelle nach elf Spieltagen der vorigen Bundesliga-Saison und die aktuelle Rangliste, dann zeigt die Statistik deutlich, welchen Wandel der 1. FSV Mainz 05 innerhalb eines Jahres durchgemacht hat. War es im November 2020 Platz 17 mit lediglich fünf Punkten, so ist es jetzt Rang sieben mit 17 Zählern. Kein anderes Team der Liga hat sich in diesem Vergleich derartig verbessert wie die 05er.

SWR Sport: Bo Svensson, mit ein paar Tagen Abstand zum Gladbach-Spiel: War es jetzt ein gewonnener Punkt - oder waren es dann doch zwei verlorene Zähler?

Bo Svensson: So habe ich das noch gar nicht bewertet. Ich fand, dass wir eine insgesamt gute Leistung gebracht haben. Es lag auch ein bisschen am Gladbacher Torwart Yann Sommer, dass wir nicht gewonnen haben. Aber wir haben in der zweiten Halbzeit eine Reaktion gezeigt und waren gegen eine Klassemannschaft eigentlich über 90 Minuten das bessere Team. Es war sehr positiv, wir können viele positive Sachen mitnehmen aus diesem Spiel. Dann natürlich die Stimmung, die im Stadion herrschte. Das fand ich schon sehr außergewöhnlich und es hat mich sehr gefreut.

Die bisherige Bilanz von Mainz 05: Nach elf Spielen Rang sieben, 17 Punkte. Wie blicken Sie aktuell auf das erste Saison-Drittel zurück?

Allgemein positiv. Aber ich sehe natürlich auch Sachen, die wir besser hätten machen können. Wir hatten eine Phase mit drei verlorene Spiele in Folge, wo wir nicht ganz zufrieden waren. Dann der Anfang der Saison mit Corona. Wir hatten ein paar wichtige Ausfälle, insbesondere in der Abwehr. Von daher haben wir eigentlich die Widerstände, die da waren, ganz gut gemeistert. Ich glaube aber, dass diese Mannschaft noch besser Fußball spielen kann, dass wir noch einiges vorhaben in dieser Saison. Was das dann für die Punkte bedeutet, weiß ich nicht. Aber ich glaube, dass wir in der Lage sind, im Laufe der Saison noch besser zu spielen.

Richtiges Mannschaftstraining in der Länderspielpause kaum möglich

Sie haben es angesprochen: Sie als Trainer sehen natürlich immer noch irgendwo Verbesserungspotenzial. Jetzt in der Länderspielpause, was sind da die die Punkte, an denen sie ansetzen? Was steht auf der Agenda?

Das ist natürlich schwer. Wir haben nur zehn Feldspieler zur Verfügung. Das heißt, über die Hälfte unseres normalen Kaders ist nicht da. Man muss halt sehen, was sich mit den Jungs, die hier sind, zu machen lohnt. Das ist immer schwer, wenn man kein Highlight hat am Wochenende. Wir werden versuchen, den Jungs athletisch und körperlich das zu geben, was sie brauchen. Aber wir werden ihnen in dieser Länderspielpause auch eine Pause geben. Wichtig ist, nochmal den Kopf frei und auch noch mal Bock auf Fußball zu bekommen. Und auch wieder Bock aufeinander zu haben.

Zwei Spieler, die jetzt nicht da sind, die aber in den letzten Wochen Erfolgsgaranten waren, sind die Angreifer Karim Onisiwo und Jonathan Burkardt. Haben Sie damit gerechnet, dass die beiden in dieser Saison so dermaßen durchstarten, wie sie es jetzt in der Anfangsphase getan haben?

Das klingt vielleicht ein bisschen überheblich: Ja! Aber ich finde es ein bisschen vermessen zu sagen, dass sie die Erfolgsgaranten waren. Ich finde, dass wir sie auch sehr gut in Szene gesetzt haben. Sowohl von ganz hinten in der Abwehr von unseren Außenverteidigern Silvan Widmer und Aaron Martin, die auch Torvorbereiter waren. Und dann von Jean-Paul Boetius und Jae-sung Lee auf der Acht. Das war ein Zusammenspiel mit der Mannschaft. Aber natürlich waren die beide Jungs gut in Form, haben Tore vorbereitet, Tore geschossen. Das kommt aber ehrlich gesagt nicht so überraschend für mich und ich erwarte auch, dass das so weitergeht - wenn auch vielleicht nicht mit der Quote. Von Karim muss noch eine Steigerung vor dem Tor kommen und Johnny muss auf diesem hohem Level noch stabiler abliefern.

"Bei Burkardt mache ich mir keine Sorgen"

Es kommt für sie dann vielleicht auch nicht ganz überraschend, dass Bundestrainer Hansi Flick bei Jonathan Burkardt mal durchgeklingelt hat. Sind Sie als Coach in dem Fall vielleicht auch mal ganz froh, wenn die Berufung in die A-Nationalmannschaft noch nicht kommt? Würde der Hype nicht auch zu so groß?

Nein, da mache ich mir wirklich weniger Sorgen. Ich kenne ihn schon sehr, sehr lange. Und es gehört einfach dazu, wenn man gut genug ist und dann berufen wird, dass man auch damit umgehen kann. Und es wird sich nicht ändern, was ich von ihm fordere, sowohl auf dem Platz als auch daneben. Du bist nicht plötzlich ein anderer Mensch, weil die Medien anders über dich schreiben oder die Leute dich anders wahrnehmen.

Dank an die Fans im Stadion

Sie haben es schon angesprochen: Die Stimmung gegen Mönchengladbach war im Stadion toll. Die Fans, obwohl es kein Sieg war, sind super mitgegangen, haben die Mannschaft unterstützt. Was bedeutet Ihnen persönlich das? Und wie kommt es bei der Mannschaft an?

Bei der Mannschaft, da bin ich mir sicher, kommt das sehr gut an. Das ist im Endeffekt der Grund, warum wir das hier machen, die vielen Trainingsstunden, die vielen Besprechungen. Auch, um Freude zu bereiten, dann auch für mich persönlich. Als ich im Januar hergekommen bin, das war mitten in der Corona-Pandemie, da war keine gute Stimmung, viele negative Schlagzeilen über Mainz. Ich habe gesagt, wir müssen wieder zurückkehren zu dem, was uns ausmacht. Wir müssen für einen besonderen Fußball stehen. Wie früher, in einer besonderen Art und Weise. Das wurde von den Leuten anerkannt, was die Jungs da abgeliefert haben. Diese Verbindung zwischen Zuschauern und Spielern, das ist schon etwas Besonderes und das erlebt man nicht in allen Stadien.

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