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Die Coronakrise und ihre Auswirkungen legen aktuell auch den deutschen Profifußball lahm. Beim 1. FSV Mainz 05 verzichten Profis und Angestellte des Klubs deshalb vorerst auf Teile ihres Gehalts, wie Sportvorstand Rouven Schröder sagte.

Wann der Ball im bezahlten Fußball hierzulande wieder rollt, konnte auch Rouven Schröder nicht sagen. Der Mainzer Sportvorstand erklärte im "ZDF-Sportstudio", dass in der Bundesliga die Vorbereitungen auf eine längere Zwangspause wegen der Coronavirus-Pandemie laufen.

"Den 2. April können wir abhaken"

"Wir haben gesagt, okay, eventuell am 2. April, das kann man auch schon abhaken", sagte Schröder. Am kommenden Dienstag werde das Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu weiteren Beratungen zusammenkommen.

Bislang wurde von der DFL lediglich eine Aussetzung von zwei Spieltagen bis zum 2. April beschlossen. Bei einer weiteren Mitgliederversammlung aller 36 Profiklubs - vermutlich am 31. März - sollen dann neue Maßnahmen kollektiv beschlossen werden. "Wir haben darüber gesprochen, aber dennoch werden sie es am Dienstag erst verkünden", sagte Schröder: "Der 2. und 3. April, das war ein Datum, das ist mittlerweile unrealistisch."

DFL-Chef Seifert warnt vor wirtschaftlichen Konsequenzen

DFL-Chef Christian Seifert hatte eindringlich vor gravierenden wirtschaftlichen Konsequenzen gewarnt, sollte die Saison nicht beendet werden können. Durch dann entfallende Einnahmen für die neun noch ausstehenden Spieltage aus TV-Rechten, Sponsoring und Zuschauereinnahmen kalkuliert man mit Verlusten von rund 750 Millionen Euro.

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"Ein schönes Zeichen der Mannschaft"

"Wenn die festen Blöcke nicht reinkommen, wird es schwierig", sagte Schröder. Als Zeichen der Solidarität hätten sich die Profis bei Mainz 05 bereit erklärt, auf Teile ihres Gehalts zu verzichten. "Alle werden auf Geld verzichten. Die Spieler sind diesen Weg von sich aus gegangen und waren da total offen", sagte Schröder: "Als im Mannschaftsrat darüber gesprochen wurde, war es kein Thema, nicht auf Gehalt zu verzichten. Das war ein richtig schönes Zeichen der Mannschaft." In dieser wirtschaftlich schwierigen Phase hätten die Spieler von der Maßnahme gar nicht erst überzeugt werden müssen. Neben den Profis wollen auch Angestellte des Vereins auf Teile ihres Lohns verzichten.

Auch der Zeugwart macht mit

Selbst nicht zu den Großverdienern zählende Angestellte würden sich daher an den Sparmaßnahmen beteiligen. "Der Zeugwart hat mich angerufen und hat gesagt: Rouven, ich möchte irgendwie helfen. Ich tanke nicht mehr von der Tankkarte von Mainz 05. Ich möchte den Verein nicht zusätzlich belasten", erzählte Schröder.

Sogenannte Geisterspiele sieht Schröder als Option. Durch die Verschiebung der EM ins Jahr 2021 hat sich das Zeitfenster zumindest bis mindestens zum 30. Juni vergrößert. Je länger nicht gespielt werde, desto mehr Vereinen drohe die Insolvenz, deutete Schröder an.

Bereits vor knapp einer Woche hatte der 44-Jährige mit SWR Sport über die Situation bei Mainz 05 in Zeiten des Coronavirus gesprochen.

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"Jeder Einzelne hat verstanden, was die Stunde geschlagen hat", hatte der Sportvorstand damals gesagt: "Jedem wird gerade bewusst, was in der Welt passiert."

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