Jan Huebner (Foto: IMAGO, -)

Fußball | Bundesliga

Mainzer Neuzugang Maxim Leitsch und der Traum vom DFB

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AUTOR/IN
Marius Rinkel

Mit Maxim Leitsch hat Mainz 05 seinen Wunsch-Innenverteidiger verpflichtet. Sein Spiel erinnert an einen Mainzer, der bei den 05ern eine starke Entwicklung genommen hat.

Eine Woche ist es her, da hat Maxim Leitsch das blaue Trikot gegen ein rotes getauscht. Geboren und aufgewachsen ist Leitsch in Essen, nur knapp 20 Minuten vom Stadion des VfL Bochum entfernt. Seit er zehn Jahre alt war, war der VfL seine fußballerische Heimat. Seine Familie mit fünf Geschwistern immer in der Nähe, genauso seine Freunde, die wie er nach der Schulzeit in Essen geblieben sind. Jetzt ist er bei Mainz 05 – und das erste Mal wirklich weg aus der Heimat.

"Bei mir wurde gerne gesagt, dass ich meinen Arsch sowieso nicht aus Bochum wegbewege, weil ich sehr familienverbunden bin", lacht Leitsch angesprochen auf die Gründe für seinen Wechsel. "Ich will für mich selbst herausfinden, ob ich es sportlich auch woanders packe."

"Schnell klar, dass ich den Schritt machen will"

"Es war schnell klar für mich, dass ich den Schritt machen will", sagt der Innenverteidiger im Gespräch mit SWR Sport. 05-Sportdirektor Martin Schmidt und Trainer Bo Svensson überzeugten den 24-Jährigen sogar so schnell, dass der Wechsel schon im Mai in trockenen Tüchern war. "Der Trainer wollte mich haben und ich hatte im Gefühl, dass ich hier etwas erreichen kann", erklärt Leitsch.

Die intensiven Bemühungen um den ehemaligen U21-Nationalspieler (drei Länderspiele) haben sich gelohnt - sehr zur Freude von FSV-Trainer Bo Svensson. "Ich freue mich echt, zu testen wo seine Decke ist von der Qualität her", so Svensson. "Er ist ein super talentierter Spieler."

Ähnlichkeiten zu Niakhaté

Super talentiert und mit Gardemaß für einen Innenverteidiger, 1,89 Meter misst Leitsch. In Bochum galt der Linksfuß als Abwehrchef, als absoluter Führungsspieler. Eine seiner größten Stärken? "Jeder weiß, dass ich relativ zügig bin für einen Innenverteidiger."

Es gibt einige Parallelen zwischen dem Neuzugang und 05-Kapitän Moussa Niakhaté. "Die Ähnlichkeiten sind auf jeden Fall da, komplett gleich sind wir aber natürlich nicht", findet auch Leitsch.

Auch Niakhaté ist Linksfuß, nur einen Zentimeter größer als der Ex-Bochumer, schnell und als Kapitän der Führungsspieler schlechthin. Sein Werdegang ein Musterbeispiel – auch für Leitsch: "Er hat eine hervorragende Entwicklung hier gemacht. Ob er hier bleibt oder nicht – daran kann ich mich orientieren."

Nationalmannschaft "mein Ziel und Wunsch"

Ohnehin gibt es einige Mitspieler, die für Leitsch als Vorbild dienen können. "Stachi (Anton Stach, Anm. d. Red.) ist Nationalspieler geworden, Jonny (Burkardt, Anm. d. Red.) ist gut bei der U21 dabei, vielleicht schafft er bald den Schritt nach oben", blickt er auf seine Ex-Kollegen aus der DFB-U21. "Vielleicht kann man das selbst auch schaffen. Das ist natürlich mein Ziel und mein Wunsch."

Zuerst steht aber der Bundesliga-Start an – ausgerechnet beim VfL Bochum. Dort ist damit zu rechnen, dass Leitsch nicht allzu herzlich willkommen geheißen wird. Viele Fans nehmen ihm den Wechsel nach Mainz übel. Keine sportliche Verbesserung, glauben die Anhänger.

"Das kann ich gar nicht nachvollziehen. Mainz ist seit zehn Jahren in der Bundesliga. Bochum war elf Jahre in der 2. Liga", stellt der Neu-Mainzer klar. "Aber natürlich finden es manche schade, dass ich gegangen bin." Eines ist aber sicher: Mit Leitschs Familie und seinen Freunden freut sich eine Schar an Menschen definitiv über seine Rückkehr in die Heimat am ersten Bundesliga-Spieltag.

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Marius Rinkel

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