STAND
AUTOR/IN

Innenverteidiger Luca Kilian hat sich in der letzten Saison beim SC Paderborn in der Bundesliga einen Namen gemacht. Viele Vereine waren an dem 20-Jährigen interessiert, den Zuschlag hat der FSV Mainz 05 bekommen. Nun erläuterte Kilian seine Beweggründe für den Wechsel.

65 Gegentreffer kassierte der FSV Mainz 05 in der letzten Spielzeit - der fünftschlechteste Wert der Bundesliga. Lange Zeit waren die Rheinhessen sogar die Schießbude der Liga, doch im Saisonendspurt stand die Mannschaft von Trainer Achim Beierlorzer defensiv deutlich kompakter. Im Kampf um den Klassenerhalt kassierten die 05er in den letzten sechs Spielen nur noch vier Gegentreffer - was entscheidend dazu beigetragen haben dürfte, dass sie auch in der nächsten Saison erstklassig sind.

"Dann wäre ich wahrscheinlich bei Real Madrid..."

In der kommenden Saison soll Luca Kilian dazu beitragen, dass die Mainzer gar nicht erst in solche Kalamitäten kommen. Dazu will er seine Vorzüge miteinbringen. "Wenn ich jetzt schon ein kompletter Spieler wäre, wäre das ja etwas beängstigend. Dann wäre ich wahrscheinlich auch bei Real Madrid", erzählt Kilian bei seiner Vorstellung mit einem Lachen: "Als Stärken von mir sehe ich Zweikampfverhalten, Kofpballspiel und so ganz langsam bin ich auch nicht." Das große Talent gibt aber auch zu: "Verbessern kann ich viele Sachen. Sei es, im Spielaufbau noch besser die Lücken zwischen den Ketten zu finden oder das Timing in gewissen Situationen. Natürlich muss ich auch noch viel Erfahrung sammeln, um mich dann auch weiterzuentwickeln."

Seine Herangehensweise dafür: "Ich will hier ankommen, im Training Vollgas geben, mich dem Trainer zu zeigen, das Trainingsniveau hochzuhalten und meine Chance zu nutzen, wenn ich sie kriege. Dann will ich da sein."

"Mainz ein gestandener Bundesligist"

Man merkt Kilian bei seiner Präsentation an, dass er ein tiefenentspannter, aber sehr reflektierter Zeitgenosse ist. Seine Wahl, nach Mainz zu wechseln, war gut durchdacht. "Es war für mich der nächste Schritt, zu einem Bundesligisten zu wechseln, der etabliert ist. Mainz spielt seit mittlerweile elf Jahren in der Bundesliga. Für mich ist das ein gestandener Bundesligist", sagt der 20-Jährige: "In den persönlichen Gesprächen mit Sportvorstand Rouven Schröder und Trainer Achim Beierlorzer war mir sehr, sehr schnell klar, dass ich nur hierhin möchte." Und dass, obwohl viele Vereine an den Diensten des in der Jugend von Borussia Dortmund ausgebildeten Profis interessiert gewesen sein sollen..

Mainz hat zugeschlagen, als es gepasst hat

Der U21-Nationalspieler hat zwar noch keinen großen Namen, gilt aber als hoffnungsvolles Abwehr-Talent. Mainz 05 hat den Neuzugang, der knapp zwei Millionen Euro gekostet haben soll, schon länger beobachtet und jetzt haben die Transferbedingungen gepasst. "Wirtschaftlich und sportlich, da haben wir zugeschlagen", sagt Schröder mit Stolz in der Stimme. Kilian passt ins Anforderungsprofil der Rheinhessen - er ist jung, entwicklungsfähig und bringt bereits Erstligaerfahrung mit. 15 mal lief der 20-Jährige, der nun einen Vertrag bis 2024 unterschrieben hat, in der vergangenen Saison für Absteiger SC Paderborn auf.

Großes Lob von Rouven Schröder

Sportvorstand Schröder hält hohe Stücke auf den neuen Innenverteidiger. "Er ist ein immens veranlagter, top ausgebildeter deutschsprachiger Spieler. Luca ist einerseits körperlich robust, andererseits aber auch mit einer hohen Grundschnelligkeit ausgestattet. In Paderborn hat er es geschafft, sich mit 20 Jahren in der Startelf festzuspielen und mit starken Leistungen auf sich aufmerksam zu machen", so Schröder.

"Werden nicht mit sechs Innenverteidigern in die Saison gehen"

In der Abwehr der Mainzer wird es damit voll. Sechs zentrale Verteidiger stehen aktuell im Kader. Doch Schröder beruhigt: "Wir werden nicht mit sechs Innenverteidigern in die Saison gehen." Die Verpflichtung von Kilian kann auch als Vorgriff auf den Verkauf von Moussa Niakathé verstanden werden. Der Franzose soll bei einigen Vereinen aus der englischen Premier League auf dem Zettel stehen. Mit einem Verkauf des 24-Jährigen könnten die Mainzer ganz sicher eine erhebliche Ablösesumme generieren. Möglicherweise ist auch der Niederländer Jeremiah St. Juste ein Wechselkandidat.

Man darf also gespannt sein, was sich in der Defensive der Rheinhessen noch tut. Kilian dürfte gute Chancen haben, sich in der Viererabwehrkette zu etablieren. Und dann wäre sein Plan, beim FSV Mainz 05 den nächsten Schritt zu tun, aufgegangen.

STAND
AUTOR/IN