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Adam Szalai kehrt in den Trainingsbetrieb zurück. Der vom Verein vor zwei Wochen freigestellte Stürmer hat sich außergerichtlich mit dem Verein geeinigt und wird nach seiner Rückkehr von der ungarischen Nationalmannschaft wieder mit der Mannschaft trainieren. "Gut so", findet SWR Sportredakteur Achim Scheu.

Streitigkeiten vor Gericht auszutragen ist selten eine gute Idee. Weder mit dem Ehepartner, noch mit dem Nachbarn, schon gar nicht mit dem Arbeitgeber. Der Termin vor dem Arbeitsgericht Mainz stand fest: Am 8.Oktober. Das darf nun wieder aus den Kalendern gestrichen werden. Und das ist gut so.

Adam Szalai und Sportvorstand Rouven Schröder haben sich ausgesprochen. Mit dabei waren auch Szalais Berater Oliver Fischer, ein besonnener Vertreter der Spezies Spielerberater, und Mainz 05-Vorstandschef Stefan Hofmann, der mir schon oft als klar denkender, alle Seiten abwägender Vereins-Boss aufgefallen ist. Dieses Treffen hätten die Beteiligten zwar schon früher organisieren können, aber gut! Alles im Sinne des Vereins, der durch den zwischenzeitlichen Trainingsstreik der Mannschaft und die aktuelle sportliche Situation eh schon genug Imageschaden verarbeiten muss. Abhaken. Blick nach vorne.

Dem Vernehmen nach war vor allem das Verhältnis Szalais mit Trainer Achim Beierlorzer zerüttet. Beierlorzer ist weg. Der Weg Szalais zurück ins Team wieder frei. Bei den Mannschaftskameraden war der Ungar immer beliebt und geschätzt und auch deswegen Teil des Mannschaftsrats.

Ein nicht ganz unwichtiger Aspekt der wiedergefundenen Zweisamkeit ist sicherlich das Gehalt des Ungarn. Dem Vernehmen nach verdient der Stürmer etwa 1,8 Millionen Euro pro Jahr. Damit gehört er zu den Topverdienern und für diese stattliche Summe kann er nun auch wieder etwas arbeiten. Im besten Fall Tore schießen und mithelfen den Verein wieder in die Erfolgsspur zu bringen.

Ein paar Zweifel bleiben

Und genau da habe ich noch ein paar Zweifel. Adam Szalai machte auf mich in den letzten Monaten oft den Eindruck, er sei nicht ganz fit. Ok, mit fast 33 Jahren muss man vielleicht nicht mehr jeden Sprint gegen turbo-schnelle Abwehrspieler gewinnen. Aber Szalai wirkte auf mich manchmal auch in seiner Körpersprache etwas lustlos. Das darf er sich in Zukunft nicht mehr leisten. "Ich bin froh, wieder Teil meiner Mannschaft zu sein und für Mainz 05 weiterhin alles zu geben", wird Szalai in der Pressemeldung des Vereins zitiert. Daran muss er sich messen lassen. Und woran muss sich Rouven Schröder messen lassen? Letztendlich am Erfolg. Mit den Spielern, die er verpflichtet hat. Dazu gehört jetzt auch wieder Adam Szalai.

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