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Von den Abstiegskandidaten in der Bundesliga ist der 1. FSV Mainz 05 das Team der Stunde - immerhin sind die Rheinhessen Fünfter der Rückrundentabelle. Seit Bo Svensson Cheftrainer ist, punktet die Mannschaft besser als in der Hinrunde. Nun steht das Duell mit dem 1. FC Köln an, ein echtes Schlüsselspiel im Abstiegskampf.

Mit Bo Svensson würde Markus Gisdol gerade gerne tauschen. Zwar trennen den 1. FSV Mainz 05 und den 1. FC Köln im Abstiegskampf nur zwei Punkte, jedoch könnte die Stimmungslage bei beiden Klubs vor dem direkten Duell (Sonntag, 18 Uhr) nicht unterschiedlicher sein.

Mainz mit "den alten Bekannten" wieder gut aufgestellt

Die 05er sind seit dem personellen Runderneuerung zum Jahreswechsel, der neben der Verpflichtung von Svensson auch die Rückkehr von Martin Schmidt und Christian Heidel beinhaltete, eines der besten Teams der Bundesliga, erfolgreicher als Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen.

Jobdiskussionen um Gisdol

Beim "Effzeh" hingegen wird weniger darüber diskutiert, ob Chefcoach Gisdol seinen Job verliert, sondern mehr, wer im Anschluss seine Nachfolge antritt. Selbst bei einem Sieg gegen Mainz am Sonntag und sogar beim erfolgreichen Klassenverbleib ist nicht gesichert, dass der 51-Jährige seinen Job bis Vertragsende am 30. Juni 2023 erfüllen darf. Als sofortiger Nachfolger in der nächsten Woche wird Friedhelm Funkel gehandelt. Sportchef Horst Heldt hatte nach der 0:1-Niederlage in Wolfsburg erklärt, man wolle nun von Woche zu Woche schauen. 05-Coach Bo Svensson fühlt dagegen mit seinem Trainerkollegen. "Das ist ein Thema das für die Kölner relevant ist. Aber es ist natürlich nicht das Angenehmste als Trainer, die ganzen Schlagzeilen mitzubekommen."

Neidischer Blick nach Mainz?

Insgeheim hätten sie in Köln derzeit gerne so eine Situation wie in Mainz. Der Däne Svensson, früher selbst Profi bei den Rheinhessen, wurde mit einem ligaunabhängigen Langzeitvertrag ausgestattet und erhielt von Sportdirektor Schmidt und Sportvorstand Heidel das volle Vertrauen zugesichert. Seither läuft es exzellent, gepunktet wurde unter anderem gegen Borussia Dortmund, RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach. Können die Mainzer ihre derzeitige Form bis Mitte Mai konservieren, haben sie die besten Aussichten, den nach der miserablen Hinserie sicher geglaubten Abstieg doch noch zu vermeiden.

Die Bedeutung des Kellerduells beim 1. FC Köln spielt Svensson aber herunter. "Das ist sehr, sehr wichtig, aber das war es auch schon gegen Freiburg, Hoffenheim oder Bielefeld", erklärt der Däne. "Und es wird auch nach dem Köln-Spiel in den letzten sechs Spielen immer noch wichtig sein." Von seiner Mannschaft fordert der 41-jährige einen Auftritt, "so wie Abstiegskampf aussehen muss sieben Spieltage vor dem Ende."

Heidel: "Unsere Lage ist ein Traum."

"Unsere Lage ist ein Traum. Wer's anders sieht, sollte einfach mal schauen, was schon erreicht wurde. Wir haben in der Rückrunde auf Bielefeld zwölf Punkte gutgemacht, zehn auf Köln und Hertha", sagte Heidel der "Bild"-Zeitung. Heidel beteuerte, alle vier Widersacher (Köln, Hertha, Bielefeld und der chancenlose FC Schalke 04) "würden gerne mit uns tauschen".

Anders als Achim Beierlorzer, der weder in Köln noch in Mainz Erfolg hatte, und Jan-Moritz Lichte ist es Svensson gelungen, den eher mäßigen Mainzer Kader zu einer Einheit mit großer Defensivqualität zu formen.

Glatzel: "Alle ziehen mit"

"Der Trainer hat einen großen Anteil, aber auch in der Mannschaft stimmt es. Der Trainer geht voran und es ziehen alle mit", lobte Stürmer Robert Glatzel.

In Köln wird derweil sogar spekuliert, wer auf die mögliche Interimslösung Funkel folgen könnte. Denn der Trainer-Oldie soll im Fall der Fälle nur die restlichen Spiele bis zum Saisonende machen. Danach stehen Steffen Baumgart, der am Donnerstag seinen Abschied aus Paderborn im Sommer angekündigt hat, und Thorsten Fink ganz oben auf der Liste.

Doch gegen Mainz ist Gisdol, der den FC seit November 2019 trainiert und bislang in 50 Bundesliga-Spielen als Kölner Trainer auf der Bank saß, in der Verantwortung. Mit sogenannten Endspielen kennt er sich aus, schon die Spiele gegen Hertha (0:0), Schalke (2:1) sowie zweimal gegen Dortmund (2:1 und 2:2) waren als solche ausgerufen worden - nie verlor er. Heldt sagte nun: "Die Spieler stellen sich der Situation, folgen dem Trainer. Deshalb gibt es keine Notwendigkeit etwas zu verändern."

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